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Mulde-Radweg

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Landschafts- und Kulturerlebnis: Mulde-Radweg

Ein Reisebericht von Johannes Meusel, unterwegs auf einem Carver San Franscisco von Fahrrad-XXL. (Oktober 2008)

Kurzübersicht

Tourverlauf (Rad, Bahn, Bus)

Glauchau, Penig, Rochlitz, Grimma, Wurzen, Eilenburg, Bad Düben, Dessau.

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Pedalritter im Sächsischen Burgenland: Radfahren zwischen Erzgebirge und Elbe - eine traumhafte Herausforderung mit vielen Entdeckungen

"Immer am Strom entlang" ist für Radler immer wieder eine verlockende Alternative. Nach der Werra im Sommer 2008 wurde von uns im Oktober der Mulden-Radweg getestet. Seit 1997 ist auch der Muldenradweg in Sachsen ausgeschildert und es gibt dazu auch gutes Kartenmaterial für die Orientierung. 

Dabei kann man die Mulde gleich im Doppelpack haben und muss sich zwischen Freiberger Mulde (120 km: Nossen - Grimma - Bad Düben) und zwischen Zwickauer Mulde (130 km: Glauchau - Grimma - Bad Düben) entscheiden. Wer es gemütlicher möchte sollte sich für die Freiberger Mulde entscheiden und kann hier ohne große Steigungen die Landschaft genießen. Wer das Abenteuer liebt, sollte sich für die Zwickauer Mulde entscheiden, muss hier aber ein paar kurze Anstiege in Kauf nehmen. Auch wenn es insgesamt mit dem Fluss talwärts geht, sind im Erzgebirge doch auch einige Steigungen zu bewältigen. 

Die Quelle für die Zwickauer Mulde liegt im westlichen Erzgebirge in einer Höhe von 800 m. Der Muldenradweg beginnt bei Schöneck in knapp 800 m Höhe und hat bis Zwickau auf 75 km etwa 450 m Gefälle. Größere Steigungen gibt es zwischen Schönheide und Eibenstock, zwischen Bockau und Aue, und zwischen Aue und Schlema bzw. Schneeberg. Vom Muldenzusammenfluss bei Sermuth beträgt das Gefälle nur noch ca. 100 m auf 127 km.

Die Freiberger Mulde entspringt in Tschechien auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges 2 km südöstlich von Moldava (Moldau) als Moldavský potok (deutsch: Moldauer Bach) in einer Höhenlage von 855 m ü. NN zwischen der Sklarský vrch und der Oldrišský vrch. Die Radtour an der Freiberger Mulde hat ein Gefälle von ca. 450 m auf 89 km von Holzhau bis zum Zusammenfluss bei Sermuth. Größere Anstiege sind hier zwischen Mulda und Berthelsdorf zu überwinden (Bernhardshöhe 545 m). Ein genaues Streckenprofil gibt's im bikeline-Radtourenbuch. Unabhängig wie man sich entscheidet wird man in Dessau nach 130 km an der vereinigten Mulde die Mündung in die Elbe erreichen, wenn man dem Fluss bis zur Mündung folgen will. Doch wer nur einen Teil der Mulde abradeln will, kann die Orte Zwickau, Glauchau (Zwickauer Mulde), Freiberg, Nossen, Döbeln (Freiberger Mulde) oder Grimma, Wurzen, Eilenburg (vereinigte Mulde) mit der Bahn als Ausgangspunkt erreichen. 

Der Name Mulde könnte sich aus dem Wortstamm "xmel" = zerreiben gebildet haben, der einer der ältesten unter den geographischen Bezeichnungen ist. Der Mulde-Radweg führt durch eine vielfältige Landschaft, welche viele Jahre durch viele Burgen und Schlösser geprägt ist. Die Mulde schlängelt sich zwischen Erzgebirge und Elbe durch eine malerische Landschaft. An manchen Stellen bildet der Fluss ein enges Durchbruchstal mit hohen Felsenwänden. Startpunkt für die Zwickauer Mulde ist Schöneck. Der Bahnhof präsentiert sich renoviert und hat sogar Aufzüge für die Bahnsteigunterführung. Mit den Zügen der Bahn bis Zwickau und Umstieg auf die Vogtlandbahn bis Schöneck ist der Ausgangspunkt bequem zu erreichen. Schon die Bahnfahrt von Dresden bis Zwickau ist ein Erlebnis und führt vorbei an der höchsten Einbogenbrücke Deutschlands im Flöhatal (43m hoch, 328m lang, hat 4 große und 13 kleine Bögen), welche erst 1992 durch einen Brückenneubau ersetzt wurde. Die ursprünglich die Zwickauer Mulde begleitende Bahnlinie zwischen Glauchau und Wurzen wurde leider eingestellt, dafür kann man an einigen Stellen auf der ehemaligen Bahntrasse radeln. Ein besonders schönes Stück (fast durchgehend autofreie Route mit wenigen Steigungen) findet man zwischen Grimma und Wurzen. 

An der Freiberger Mulde gibt es dagegen eine Bahnlinie zwischen Holzhau und Freiberg sowie zwischen Nossen und Grimma. Der Mulde-Radweg ist meist gut markiert und es gibt viele Rastplätze, so dass man sehr entspannt radeln kann. Leider fehlt auf dem ersten Teil der Zwickauer Mulde noch eine Radwegweisung, die erst ab Hartenstein zu finden ist und an der Freiberger Mulde beginnt die Radwegweisung erst bei Großschirma. Die Qualität der Wege hinsichtlich des Bodenbelages variiert häufig zwischen gut asphaltierten Abschnitten und holprigen Waldwegen direkt am Fluss. Trotz langem Wochenende vom 3. - 5. Oktober haben wir keine Fernradler an der Mulde getroffen. Man kann also immer noch so etwas wie Entdecker- oder Pioniergeist an der Mulde erleben. 

Kulturelle Höhepunkte sind die vielen schönen alten Städte wie Zwickau, Glauchau, Waldenburg, Penig, Rochlitz, Grimma, Eilenburg und Dessau. Es gibt unterwegs herrliche Renaissance-Rathäuser und interessante Sakralbauten zu sehen (beeindruckende romanische Kirchen wie in Wechselburg, gotische Kirchen und Dome - u. a. in Zwickau, Wurzen, Freiberg), prächtige barocke Dorfkirchen wie in Burgkemnitz, eine kleine trutzige Wehrkirche bei Wasewitz) zu sehen. Eine regionale Besonderheit sind schöne Türstöcke und Fenstereinfassungen aus Rochlitzer Porphyr in Penig, Rochlitz, Grimma und anderen Orten. Besondere Höhepunkte der Tour sind interessante Hängebrücken, das Göhrener Eisenbahnviadukt von 1871 (68 m hoch und 381 m lang mit 24 Bögen in 2 Etagen), ein Minieisenbahnmuseum in Lunzenau aber auch ein Besuch im hübsch gestalteten Stadtmuseum Wurzen mit Ringelnatzausstellung, zahlreiche Burgen und Schlösser wie Burg Hartenstein, Schloss Vorderglauchau, Schloss Waldenburg, Rochsburg, Schloss Colditz mit Fluchmuseum, Burg Bad Düben oder Burg Nossen und Burg Mildenstein sowie Schloss Podelwitz an der Freiberger Mulde. Einige Schlösser sind leider zur Zeit ungenutzt und zeigen Spuren von Verfall (wie z. B. Thallwitz), andere sind prächtig herausgeputzt (Schloss Freudenstein in Freiberg) oder werden langsam wieder saniert (wie die Schlösser in Trebsen oder in Püchau).

Technikfreunde werden bei der einzigen betriebsfähigen Schiffsmühle bei Grimma in Begeisterung geraten oder sich an anderen alten Wind- und Wassermühlen, an Oldtimern im Automobilmuseum "August Horch" in Zwickau sowie an alter Feuerwehrtechnik im Feuerwehrmuseum Rosswein oder im Dampfmaschinenmuseum in Rosswein erfreuen können. Kursächsische Postmeilensäulen aus dem 18. Jh. findet man in Zwickau, Glauchau, Penig, Grimma, Wurzen, Freiberg, Nossen, Rosswein, Döbeln und Leisnig. Preußisch-Sächsische Grenzsteine bei Thallwitz lassen erkennen, dass die Grenzverläufe frühe oft anders waren als heute. Freunde der Orgelmusik können sich an den berühmten Silbermannorgeln in Nassau, Freiberg und Glauchau erfreuen. Wenn Radler sich bei heißen Sommertemperaturen eine kühle Pause gönnen möchten, kann man in verschiedene alte Schaubergwerke oder Bergbaustollen bei Freiberg oder in die begehbaren Kellersysteme in Penig und Grimma abtauchen Dessau hat sogar noch etwas Weltkulturerbe und mehr zu bieten: Schlösser und Paks des Wörlitzer Gartenreiches (Schloss Georgium, Schloss Luisum, Schloss Mosigkau, Schloss Oranienbaum), Bauhaus Dessau und die Meisterhäuser mit Dokumentation des künstlerischen Schaffens von Wassily Kandinsky, Paul Klee, Walter Gropius, das Feininger-Haus und das Kurt-Weil-Zentrum, Technik-Museum Hugo Junkers (1. Ganzmetallflugzeug) und Jüdischer Friedhof. Wer ein Stück "mittelalterlichen Sachsenkrimi" nicht versäumen möchte, sollte in Wildbach rechts abbiegen und dort ins Muldental abbiegen. Kurz hinter einer Muldenbrücke erreicht man einen Parkplatz, wo ein Weg zur sog. Prinzenhöhle abzweigt. Dieser alte Bergwerksstollen erinnert an einen mittelalterlichen Krimi im Sächsischen Land: 1455 diente diese Höhle nach dem Altenburger Prinzenraub den flüchtigen Rittern Mosen und Schönfeld auf dem Weg nach Böhmen zusammen mit dem entführten Sächsischen Prinzen Ernst als Versteck, bis sie nach 3 Tagen aufgaben und den Prinzen gegen Zusicherung von Straffreiheit an den Grafen Friedrich von Schönburg auf der Burg Hartenstein ablieferten. Die Prinzenhöhle ist merkwürdiger Weise auf den meisten Karten des Westerzgebirges nicht eingezeichnet. Der andere Prinzenräuber Kunz von Kaufungen hatte weniger Glück und wurde nach seiner Verhaftung am 14. Juli 1455 auf dem Freiberger Marktplatz (s. Freiberger Mulde) enthauptet. Zwischen Bad Düben und Bitterfeld laden eine rekultivierte Bergbaulandschaft mit schönen Seen zum Baden ein. Leseratten und Bücherfreunde sollten im 1. Buchdorf Deutschlands etwas Zeit zum Stöbern einplanen und können dort in zahlreichen Buchhandlungen und Antiquariaten eine riesige Auswahl finden.

Wem die sportliche Betätigung beim Radeln nicht reicht, der kann auch an manchen Stellen aufs Boot umsteigen. Hier lässt sich die Ruhe und Schönheit der Fluss- bzw. Auenlandschaft noch intensiver erleben.

Am Zielort Dessau gibt es viele Bahnverbindungen in alle Richtungen. In Verkehrsverbund MDV und in Sachsen-Anhalt ist die Fahrradmitnahme in Regionalzügen sogar kostenlos. Wer möchte kann den Mulde-Radweg auch noch mit Elbe-Radweg verbinden oder die Tour auf dem Europa-Radweg R1 bis Berlin fortsetzen. 

Wem die sportliche Betätigung beim Radeln nicht reicht, der kann auch an vielen Stellen aufs Boot umsteigen. Schön ist  z. B. das Paddeln auf der ruhigen Werra zwischen Creuzburg und Mihla (12 km in 2 Stunden plus Rücktransport ab 10 € pro Person). Hier lässt sich die Ruhe und Schönheit der Fluss- bzw. Auenlandschaft noch intensiver erleben.  
Wer möchte kann den Werra-Radweg auch mit Fulda-Radweg, Mommelstein-Radweg, Thüringer Städtekette oder Herkules-Radweg verbinden oder an der Weser bis Bremerhaven fortsetzen.

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Die Fahrrad-XXL Gruppe betreibt deutschlandweit 16 Fahrrad-Fachmarkt-Häuser mit je 30-70 Mitarbeitern. Die Verbindung zwischen den einzelnen Fachmärkten, welche auf bis zu 100 Jahre Erfahrung und Tradition zurückblicken können, wurde schon vor etwa 30 Jahren geknüpft. Aus dieser Beziehung entstand 2006 die Fahrrad-XXL Gruppe mit den größten und umsatzstärksten Fahrrad-Fachmärkten in ganz Deutschland.

Ein großer Teil unserer Mitarbeiter sind selbst begeisterte Radsportler und nehmen in Ihrer Freizeit auch aktiv an Radsportveranstaltungen teil. Die gesammelten Erfahrungen geben wir in unseren Beratungsgesprächen gern an Sie weiter. Unser Sortiment umfasst Fahrräder in einer sehr großen Auswahl an Modellen und Marken, darunter auch Eigenmarken wie Carver welche exklusiv nur in Fahrrad XXL Filialen vertrieben werden. Ebenso erwartet unsere Kunden eine große Auswahl an Fahrradzubehör, Ersatzteilen, Fahrradbekleidung und auch Fitnessgeräten.

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