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Mit dem E-Bike zum Matterhorn

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Wolfgang Siegmund, Leiter der E-Bike Abteilung von Fahrrad XXL-Feld und selber begeisterter E-Bike Fahrer, startet mit seinen Flyer E-Bike S-Eco zu einer Promotions-Tour in die Schweiz. Hierbei wird er natürlich auch den Geburtsort seines Fahrrads in der Schweiz, die Firma Biketec-AG in Huttwil, besuchen.
Der Verlauf der Tour wird von Wolfgang Siegmund täglich mit Stories und Fotos dokumentiert.


13.Tag (30. September) - Letzter Höhepunkt: der Feldberg

Tagesübersicht

Start: 12.30 Uhr Hinterzarten
Ankunft: 18.30 Uhr Hinterzarten
Gefahrene km: 85 km
Höhenmeter: 900 m, Stand 12100
Gefahrene Zeit: 4 h
Streckenverlauf: von von Hinterzarten nach Hinterzarten, Auf den Feldberggipfel, nach Seebrugg am Schluchsee, Bärental, Titisee, Hinterzarten 
Gefahrener Unterstützungsmodus: Rauf high, runter ohne (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

So, das war es dann, der letzte Tag der Tour ist bald vorbei, jetzt freue ich mich auf mein Abschlussessen (Wildplatte). Am letzten Tag sind Charly und ich nach einem reichhaltigen Frühstück dann noch hoch auf den Feldberggipfel. Bis zum Feldberghotel führt eine normale Strasse hinauf, dann gibt es noch einen schmalen, aber geteerten Weg bis auf den Gipfel. War noch mal eine kleine Herausforderung für uns, der Feldberg ist 1450 m hoch und der kleine Weg da oben hatte es mal wieder ordentlich in sich.
Oben war es sehr kalt und windig und höchsten 10 Menschen zu sehen. Rings herum düstere Wolken, aber dennoch eine super Aussicht, wenn auch nicht bis zu den Alpen. Dann im Sausewind wieder herunter, (war das kalt, ich dachte schon wieder an die warme Dusche) bis Bärenwald, der höchste Bahnhof Deutschlands (fast 1000 m) und dann rechts ab über Schluchsee nach Seebruck.
Dort, am Ende des Sees sollte es eine große Modelleisenbahnanlage geben, und die wollte ich mir zum Schluss der Reise ansehen. Also am Ende des Sees über die Staumauer, noch 500 m stand da, und dann kam der nächste Hinweis, Donnerstags und Feitags geschlossen. Und was hatten wir, Donnerstag. Nun ja, wir nahmen es sportlich und kletterten die 10 km wieder nach Station Bärental hinauf. Klettern ist eigentlich nicht der richtige Ausdruck, 4 -5 % Steigung war für uns nun schon gemütliches Bergauffahren.
Dann noch mal hinunter zum Titisee, ein großes Stück Schwarzwälder Schinken besorgt und dann ab nach Hinterzarten unter die warme Dusche. Zum Schluss noch ein kleiner aber kräftiger Regenschauer, zum Rausholen der Regenklamotten lohnte das aber nicht.
Das Charly keine Probleme hatte, muss ich ja fast schon nicht erwähnen.
Das war nun meine Tour, und ich muss mich vor allem beim lieben Gott bedanken, das alles so reibungslos und ohne Probleme verlaufen ist. Ich habe eine Menge erlebt und sehr viele Erfahrungen sammeln können. Es waren entspannte Tage dabei, aber auch Tage, an denen ich an meine Leistungsgrenze gegangen bin. Auch das sind Dinge, die ich nicht mehr missen möchte. Was den Umgang mit einem E-Bike unter solchen Bedingungen, wie ich sie gehabt habe, angeht, werde ich noch einen gesonderten Bericht schreiben, so viel vorweg, es war Klasse.
13 Tage, 12000 Höhenmeter, 1400 km Strecke alleine unterwegs, da kommt man hin und wann auch mal ans Nachdenken. Verarbeiten werde ich diese Reise sicherlich erst in ein paar Wochen, und vieles wird hängen bleiben. Aber diese Reise wird einiges verändern, das meiste wohl an mir.

Euer Wolfgang Siegmund


12.Tag (29. September) - Das Flyer kann auch Mountainbike

Tagesübersicht

Start: 12.30 Uhr Hinterzarten
Ankunft: 18.30 Uhr Hinterzarten
Gefahrene km: 60 km
Höhenmeter: 600 m, Stand 11200
Gefahrene Zeit: 5 h
Streckenverlauf: von von Hinterzarten nach Hinterzarten, kreuz und quer durch die Gegend zwischen Hinterzarten, Feldberg und Titisee
Gefahrener Unterstützungsmodus: Rauf high, runter ohne (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

So, heute mal nicht so viel, der Tag gestern war ja lang genug. Aber ein wenig rumtoben sollte schon sein. Also habe ich mit Charly mal eine kleine Mountainbike Tour gemacht, na so ne halbe. Erst einmal die Teerstraße von Hinterzarten zum Rinken hoch (Insider kennen das), von 800 auf 1200 m , 10 km lang, na ja, konnte uns jetzt auch nicht mehr schocken. Dann rein in den Wald (besser Waldwege) und zum Raimartihof, direkt am Feldbergsee. Fast schon ein Geheimtipp, kennen aber doch schon viele. Wer in Hinterzarten ist, muss da auch mal gewesen sein. Deftige Schwarzwälder Küche: es gab Rostbratwürste, Bratkartoffel mit Sauerkraut, Soße und geschmorte Zwiebeln. Und das ganze in Radfahrerhunger Portionsgröße. Das hatte ich mir schon auf der Hinfahrt vorgenommen.
Ein paar Mountainbiker waren auch oben, die natürlich den Opa mit dem Elektrorad erst einmal mitleidig belächelten. Aber wir kamen ins Gespräch und nach ein paar Proberunden und dem respektvollen Feststellen des Gewichtes eines E-Bikes, änderte sich die Meinung doch schnell. Nicht das ich ein paar neue E-Bike Freunde gewonnen hatte, aber mit dem Belächeln von E-Bike Fahrern hat sich das wohl bei den Jungs und Mädels. Waren aber alle sehr nett und wissensbegierig.
Mit viel Energie im Magen ging es dann in Mountainbike Manier ins Bärental hinunter. Über Stock und Stein durch den tiefsten Schwarzwald, aber Bären gibt es hier keine mehr. Über Charly machte ich mir trotz der Strecke eigentlich keine Sorgen, aber seine Reifen, würden die dieses Geholpere und diesen Untergrund durchhalten, waren wir doch vorher schon über den gröbsten Schotter runter und wieder rauf zum Feldsee gebrettert. Außerdem hatte ich nur Schwalbe Supreme drauf (für die Fachleute), (das ist der Reifentyp, für die Nichtfachleute) und die hatten ja auch schon 1200 km mit 45 kg Gewicht hinter sich.
Aber was soll ich sagen, ihr ahnt es schon. Die Kiste schnurrte auch dieses Streckenprofil runter, als wäre es eine gradlinige Autobahn gewesen. Keine kaputte Speiche, keine Steuerkopf- oder Gabelprobleme, nichts. Charly fuhr ohne zu murren da hin wo ich wollte, egal was da kam. Meinen allergrößten Respekt vor dem, was Flyer da zusammengebaut hat, mein Kompliment, ihr da unten in Hutwil.
Dann noch was rauf zum Bahnhof Bärental, runter zum Titisee, ein kleines Eis zum Nachtisch und dann quer durch die Landschaft auf unbefestigten Straßen zurück nach Hinterzarten. Dort noch zu den Adlern von Hinterzarten, so nennt man hier die Skispringer, und dann war es das für heute. Charly kam wieder in seinen Kaninchenstall (ist übrigens ein Bild dabei) und nach einem kleinen Spaziergang durchs abendliche Hinterzarten (war übrigens ein tolles Gefühl, nach dem vielen Radfahren der letzten Tage) war der Tag auch für mich zu Ende. Morgen noch auf den Feldberg, wenn das Wetter mitspielt und dann war es das schon wieder mit der Tour. Aber ich melde mich noch mal.

Bis morgen. - Wolfgang Siegmund


11.Tag (28. September) - Flyer Werksbesichtigung

Tagesübersicht

Start: 12.30 Uhr Hutwil
Ankunft: 20.00 Uhr Hinterzarten
Gefahrene km    : 150 km
Höhenmeter: 1400 m, Stand 10600
Gefahrene Zeit: 7 h
Streckenverlauf: von Hutwil - Wilisau - Sursee - Reinach - Beinwil am See - Lenzburg - Brugg - Waldshut - Höschenschwand - Häusern - Schluchsee - Titisee - Hintezarten
Gefahrener Unterstützungsmodus: Alle Stufen, die Steigungen natürlich high (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Das war ein langer Tag. Um 8 Uhr stand ich dann erst einmal mit Charly vor seinem Geburtshaus, der Firma Flyer. Jeanni Maceo war leider nicht da, aber ein netter Mitarbeiter aus der Marketingabteilung empfing mich und bei einem Kaffee erzählte ich ihm erst einmal von meiner Tour. Schien ihm recht gefallen zu haben, so oft macht das wohl keiner. Am meisten beeindruckt hat ihn, das es mit dem Rad trotz des hohen Gewichtes, er hatte es auf ca. 45 Kg taktiert, keinerlei Probleme gab. Dann gab es erst einmal Frühstück mit allen Mitabeitern (die machen alle zusammen Frühstücks- und Mittagspause) und dann die Werksbesichtigung.
Ich kannte natürlich schon einiges, aber jetzt hatte ich eine Individualführung und konnte viel genauer hinsehen und fragen. Auch den Anbau (noch im Bau) habe ich mir natürlich angesehen. Und Bilder geschossen. Dann noch ein paar Fachsimpeleien mit den Mitarbeitern in der Service Werkstatt (die Jungs haben echt was drauf) und auch noch gezeigt, wo man meine Tagesberichte im Internet finden kann, ein wenig Ideen geschmiedet, was man mit dem Tourbericht, eventuell auch auf der Händlertagung noch alles machen könnte, und dann wieder auf Norden.
Irgendwie zog es mich jetzt doch so langsam nach Hause. Aber es lagen für heute noch 150 km vor mir. Und die gingen, wie das in dieser Gegend so ist, wieder rauf und runter, aber mit der Grundtendenz runter. Es waren auch richtige Flachstücke dabei, so richtig was zum genießen. Aber zum Schluss sollte es ja noch ca 25 km von Waldshut den Schwarzwald rauf gehen. Darauf „freute“ ich mich schon richtig. Einen Teil der Strecke war ich schon auf der Hinfahrt nach Luzern und Meiringen gefahren, jetzt in die andere Richtung wurde mir so richtig bewusst, was ich da auf der Hinfahrt gefahren bin.
In Waldshut hatte mich dann Alt-Vater Rhein wieder, aber hier unten ist er ja noch gar nicht so alt, und ich wollte eigentlich eine Pause einlegen (waren ja auch schon wieder 100 Km auf dem Tacho) und auch Akkus aufladen für den Rest hinauf, aber plötzlich fand ich mich irgendwie auf dem Anstieg nach Höschenchwand wieder, na dann einfach mal weiter. Aber es ging hinauf, und frag nicht wie. 45 Kg da rauf, vom Rhein auf 1100 m, fast 1200 Km der letzten Tage in den Knochen, das ist auch mit einem E-Bike so richtig was für die Moral. Aber ich fuhr eine Buslinie entlang, wenn es dann gar nicht mehr ging, man könnte ja……, nein, jetzt hatte ich mich so weit durchgekämpft, der Gedanke wurde schnell wieder zur Seite gelegt. Und irgendwann muss ja auch die schlimmste Steigung aufhören.
Oben, kurz vor Höschenchwand drehte ich mich noch mal um, ein Blick zurück auf die Schweizer Berge, die Alpen waren nicht zu sehen, aber trotzdem ein imposanter Blick, und vor allem, da war ich her gekommen. Und dann stand da ein Schild für die bergab fahrenden Lastwagen, 2. Gang einlegen, 18 km bergab, 12% Gefälle nach Waldshut, und von da war ich gerade hochgefahren. Irgendwie war ich dann doch ein wenig stolz auf mich. Der nächste Gasthof war meiner, ein richtig schöner Schwarzwaldgasthof, Charly hatte auch Durst, und ich bekam einen schönen Cappocino mit einer noch schöneren, riesigen Schwarzwälder Kirsch Torte, die beste, die ich je gegessen habe.
Dann noch einige Kilometer durch den tiefsten Schwarzwald, ein wenig flach, ein wenig runter, dann wieder rauf (es sollte nicht enden mit dem rauf) zum Schluchsee, weiter rauf nach Bärental und dann nur noch runter über Titisee nach Hinterzarten. Ich fand auch Unterkunft im gleichen Haus, wie bei der Hinfahrt. Wieder keine Probleme mit Charly und er kam auch wieder zu seinen Kaninchen in den Stall. Unter der Dusche war ich dann auch so richtig rundum zufrieden mit mir. Jetzt noch 2 Tage mit Charly im Schwarzwald rumtoben, eventuell auf den Feldberg und dann am Freitag in den Zug und ab nach Hause. Aber ich melde mich noch mal.

Bis bald. - Wolfgang Siegmund


10.Tag (27. September) - Durch das Tal des Käses

Tagesübersicht

Start: 11.30 Uhr Lauterbrunnen
Ankunft: 18.00 Uhr Hutwil
Gefahrene km: 120 km
Höhenmeter: 700 m, Stand 9200
Gefahrene Zeit: 5,5 h
Streckenverlauf: von Lauterbrunnen über Interlaken - auf der Nordseite des Thunersee nach Thun - quer durch das Berner Mittelgebirge - über Langnau nach Huttwil
Gefahrener Unterstützungsmodus    : Standard und High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Nun also auf in den Geburtsort von Charly.
Mit etwas Wehmut habe ich das Berner Oberland verlassen, das Wetter besserte sich, und am liebsten wäre ich noch einige Tage geblieben, um mit Charly noch ein wenig rum zu toben, aber alles hat nun mal auch sein Ende. Aber wegfahren heißt ja nicht, niemals wiederkommen. Ich denke, wir werden wiederkommen.
Petrus hatte dann auch wieder seine gute Laune gezeigt, die Regensachen konnten heute verpackt bleiben. Und dann noch mal bei Traum-Wetter am Thuner See entlang nach Thun. Die Spitzen der Berge waren zwar immer noch in den Wolken, aber es war einfach schön. Und ich ertappte mich doch das eine und andere Mal bei einem sehnsüchtigen Blick zurück. Die Strecke am Thuner See entlang wollte dann auch nicht enden, immer wieder anhalten und schauen. Zumal die Nordseite des Sees die schönste ist, teilweise erinnert sie an den Norden des Gardasees.
Der Rest der Strecke verlief ziemlich unspektakulär, nur das es immer wieder bergauf und bergab ging. Das ging ganz schön auf die Beine, das Ding von gestern mussten wir ja auch noch verarbeiten. Aber die Gegend bis Huttwil hat auch etwas, eine richtig schöne Modelleisenbahnlandschaft. Und dann stand da plötzlich neben einem Feuerwehrgebäude eine originale Dampflok der Baureihe 01 (Eisenbahnfreunde wissen was ich meine), die größte und schnellste Dampflok die es je gab. Anhalten und Bilder schießen. Irgendwas Besonderes hat der liebe Gott auf jeder Tagestour zu bieten.
Die Landschaft war herrlich, die Akkus hielten auch, aber meine Beine spürten nun doch langsam die letzten Tage. Eine Sehne tat weh, der Muskel schmerzte, die ersten Anzeichen von Krämpfen machten sich bemerkbar. Man ist nun doch keine 30 mehr. Aber kämpfen. Und dann ging es sogar einige Kilometer mal nicht bergauf, sonder schön flach und manchmal sogar ein wenig Gefälle (was war das eigentlich noch ?) durch ein schönes Tal, das für seinen Käse bekannt ist, jawohl, richtig geraten, das Emmental mit seinem berühmten Emmentaler Käse. Nun weis ich endlich auch, wo der her kommt.
Nun noch ein paar Steigungen, nur zwischen 5% und 8%, aber lang und ätzend, und dann noch 10 km bis Huttwil. Charly wurde auf einmal ganz schnell, als ob er das Schild lesen konnte. Eine Unterkunft zu finden war auch kein Problem, noch meinen Bericht schreiben und ein wenig auf Morgen und die Flyer Leute vorbereiten und dann ins Bett.
Kein spektakulärer Tag, aber ich hab dabei einmal eine Schweizer Gegend kennen gelernt, die ich noch nicht kannte (außer Huttwil selber). Und die Strecke ging doch in die Knochen. Allmählich sind die Körner im Körper so langsam aufgebraucht.

Bis bald. - Wolfgang Siegmund


8. & 9.Tag (25./26. September) - Wintereinbruch

Tagesübersicht

Start: 11.30 Uhr Lauterbrunnen
Ankunft: 17.30 Uhr Lauterbrunnen
Gefahrene km: 85 km
Höhenmeter: 1600 m, Stand 8500
Gefahrene Zeit: 5,5 h
Streckenverlauf: von Lauterbrunnen - Grindelwald- Männlichen - Grindelwald - Interlaken - Lauterbrunnen
Gefahrener Unterstützungsmodus    : fast nur High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Am Samstag habe ich den angekündigten Ruhetag eingelegt. Hier waren auch alle Vorhänge zugezogen. Die Wolken lagen bis hinunter ins Tal und es regnete den ganzen Tag in Strömen. Eine gute Gelegenheit für Charly und mich mal auszuspannen.
Aber dann der Sonntag. Erst sah es so aus , als würde es den ganzen Sonntag genau so wie Samstag werden, aber dann zeigten sich doch ein paar blaue Flecken am Himmel. Hat wohl der liebe Gott so eingerichtet, als ich ihn vorher in der Messe drum gebeten habe. Bis hinunter auf 1400 m lag schon der erste Schnee und wir hatten uns vorgenommen eventuell auch bis an die Schneegrenze zu fahren. Das Ziel war erst einmal Grindelwald und dann hinauf Richtung Männlichen. Es war trocken, also dann erst mal ab. Hinunter nach Zweilütschienen, dann rechts ab Richtung Grindelwald. Links und rechts waren aber Berge in dichten Wolken verhangen, auch das Wetterhorn, das man sonst schon von Ferne sehen kann, gab es heute nicht.
Und stetig bergauf, teilweise nervig, weil man die Strecke mit den Steigungen schon einige Kilometer voraus sehen konnte. Und zwischendurch ein paar ganz schöne Rampen, aber Charly und ich waren ja schon einiges gewöhnt. Aber das war noch gar nichts zu dem, was da noch kommen sollte, ein Glück, das wir das noch nicht ahnten. In Grindelwald erst einmal noch einen Schluck aus der Flasche, den Eiger gesucht, sonst ist der eigentlich immer hier, aber heute, Wolken, Wolken und nochmals Wolken. Ein Blick hinauf Richtung Männlichen und oben sahen wir dann zwischen den Wolken die Tannen mit Schnee. Na ja, man kann’s ja mal versuchen, mal sehen wie weit wir kommen.
Dann ging es erst einmal eine steile Rampe, oder besser gesagt, gleich mehrere ins Tal hinab an die untere Bahnstation, mir grauste schon, da nachher wieder hoch zu müssen und dann ging es bergauf, im warten Sinne des Wortes. So etwas bin ich mein Lebtag noch nicht gefahren. Eine Rampe nach der anderen, keine unter 15 %, ab und zu mal was flaches so um die 8 % und kein Ende abzusehen. Noch bis zur nächsten Kurve, dann drehen wir um. Na ja dann noch bis zur nächsten, dann ist aber Schluss. Und so kämpften wir uns Meter für Meter , Kurve um Kurve nach oben. Die Wasserflaschen waren schon lange leer, aber zum Glück bauen die hier oben so schöne Brunnen, extra für uns Radfahrer, nett die Schweizer, nicht war.
Bis jetzt konnten wir weit unten im Tal noch Grindelwald erkennen, nun war Schluss, die Wolken hatten uns vereinnahmt. Der Höhenmesser zeigte 1500 m und eigentlich Zeit zum Umkehren. Aber da war ein kleiner blauer Fleck am Himmel, sollte es weiter oben doch noch was zu sehen geben ? Die Neugier trieb uns hoch. Charly brauchte seinen 2. Akku und dann kam auch schon der erste Schnee. Immer weiter und weiter, die Beine wurden schwer, aber die Steigungen hörten nicht auf. Dann hinter einer Kurve die letzten Tannen, die Baumgrenze und alles war weiß, tiefster Winter und nur noch Skihänge. Nur die Skifahrer fehlten noch. Außer mir und Charly war nichts und niemand hier oben. Ganz schön unheimlich.
Ein paar Kurven noch, bis auf 2000 Meter, dann ließ der Weg kein Weiterfahren mehr zu, und ich war auch froh drum, wenn hier oben was passiert wäre, hier wäre niemand da gewesen. Der Eiger war natürlich immer noch nicht zu sehen aber ein paar blaue Stellen am Himmel. Oben auf den Jungfraujoch war bestimmt blauer Himmel, aber da kann man nun auch nicht mit einem Flyer hinauffahren. Dann noch ein paar Bilder, einen weiteren dicken Pullover übergezogen und dann ab nach unten.
Die Abfahrt werde ich bestimmst so lange nicht vergessen. Erst auf einer Abfahrt merkt man, was man da vorher gemacht hat. Ich wollte gar nicht glauben, das ich da hoch gefahren bin. Und es war kalt und es begann erst zu schneien und dann an zu regnen. Oben hatten wir ja unter Null grad, aber beim Hochfahren merkte das ja nicht, aber jetzt. Nach ein paar hundert Meter konnte ich meine Finger schon nicht mehr spüren (trotz der dicken Handschuhe) und dann damit bremsen. Und Bremsen war angesagt, nichts mit Rollen lassen. Und bis auf 1300 Meter hinunter fuhr ich mitten durch die Wolken.
Dann kam endlich Grindelwald wieder in Sicht und ich freute mich schon auf den Cappocino in meinem Stammkaffee. Vor lauter steif gefrorenen Händen konnte ich die Tasse erst einmal gar nicht anfassen aber es war der schönste Cappocino seit langem. Dann noch 10 km runter nach Zweitlütschinen, kurzer Abstecher nach Interlaken zum einkaufen (hier haben die Geschäfte auch Sonntags auf) und noch mal die 12 Km nach Lauterbrunnen hinauf ( ein Kinderspiel nach dem was vorher war) und dann gab es nur noch ein Ziel, die warme Dusche. Ich glaube ich habe da einen neuen Dauerduschrekord aufgestellt, es hat bestimmt 30 Minuten gedauert, bis ich wieder Normaltemperatur hatte.
Eine kurze Strecke von den Kilometern her, aber ein einmaliges und nachhaltiges Erlebnis. Charly hat das offensichtlich gar nicht interessiert, er hat seine 2 Akkus gebraucht und das Ganze einfach abgespult. Was soll man dazu sagen, einfach klasse. Morgen geht es in seinen Geburtsort, nach Hutwill zur Firma Flyer, und dann ist diese schöne Reise auch schon bald wieder zu Ende. Aber ich freue mich wieder auf meine alte Umgebung, sicherlich mit einigen neuen Erkenntnissen, nicht nur was das E-Bike fahren betrifft.

Bis zum nächsten Mal. - Wolfgang Siegmund


7. Tag (24. September) - Das Berner Dreigestirn

Tagesübersicht

Start: 9.30 Uhr Meiringen
Ankunft: 16.00 Uhr Lauterbrunnen
Gefahrene km: 105 km
Höhenmeter: 500 m, Stand 6900
Gefahrene Zeit: 5 h
Streckenverlauf: von Meiringen vorbei am Brienzersee - Interlaken - rund um den Thunersee - Spiez - Interlaken - Lauterbrunnen
Gefahrener Unterstützungsmodus    : Standard und High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

So, heute war mal was für die Seele angesagt. Nur flach (na ja, nach dem Aufstieg auf den Grimselpass sind Anstiege von 2 Km schon flach) an den beiden schönsten Seen des Berner Oberlandes vorbei und nur zum Schluss 6 Km Anstieg nach Lauterbrunnen. Heute gönne ich mir mal fast die gesamte Strecke mit Modus high zu fahren (na ja, sagen wir mal mehr als die Hälfte) und so richtig am See entlang die Seele baumeln lassen. Überall stehen bleiben, die Landschaft genießen, ein paar Fotos machen und Gott für diese schöne Reise danken. Ab Morgen soll das Wetter schlechter werden
An dieser Stelle möchte ich auch einmal dem freundlichen Mann in Meiringen danken, der es mir in seinem Computer-Shop möglich machte, die Texte der letzten 2 Tage mit Fotos rüber zu schicken, sonst wäre keine Möglichkeit gewesen. Die Strecke an den beiden Seen entlang ist einfach traumhaft und speziell die Orte Brienz und Spiez laden einfach zum Anhalten ein. In Brienz durfte ich dann den urigsten Fahrradladen und Werkstatt kennen lernen, den ich je gesehen hatte. Hier schien die Welt 80 Jahre stehen geblieben zu sein. Auch der Inhaber kam aus dieser Zeit. Erst einmal musste er seinen Zeitungsartikel zu Ende lesen, dann zauberte er aber doch in seinem vorsintflutlichen Chaos ein Hochdruckpumpgerät hervor und versorgte Charly mit seiner täglichen Portion Luft. Das war eine gemütliche Atmosphäre in seinem Laden und von dem alten Mann und seiner stoischen Ruhe und Gelassenheit habe ich eine Menge mitgenommen. Die Bilder davon wären was für unsere Werkstatt.
Die ersten Wolken zogen schon am Himmel auf, aber es blieb noch trocken. Die beiden Seen strahlten in herrlichsten Blau und fast mochte man meinen, dass hier der liebe Gott zu Hause ist. Dem musste ich dann in der Kirche in Brienz auch noch einen Besuch abstatten, zumal dieser Punkt für mich auch eine Bedeutung hat.
Am Ende dann in Interlaken rechts ab, über Wilderswill, wo man mit einer Bimmelbahn zu dem herrlichen Aussichtspunkt Schynige Platte fahren kann (unbedingt empfehlenswert), vorbei an der Lütschine (ein Fluss), die Abzweigung nach Grindelwald links liegen gelassen und noch 3 km rauf nach Lauterbrunnen, ins Tal der 100 Wasserfälle. Die Jungfrau (4158), die Dame des berühmten Berner Dreigestirns Eiger, Mönch, Jungfrau gönnte mir noch einen Ausschnitt ihrer Schönheit zu bewundern, denn sie fing schon an sich langsam ihr Wolkenkleid überzuziehen. Dann kamen auch schon die ersten Regentropfen und ich fand auch bald eine Unterkunft.
Über Charly braucht man eigentlich gar nichts mehr zu sagen, der funktioniert einfach wie das berühmte Schweizer Uhrwerk.
An dieser Stelle und bei Halbzeit meiner Tour, möchte ich mich auch bei meinem Chef und meiner Chefin, Herrn und Frau Feld dafür bedanken, das sie mir mit dem Flyer die Möglichkeit gegeben haben, diese Tour durchzuführen und sich auch mit einem finanziellen Beitrag daran beteiligt haben. Die Erfahrungen im Einsatz mit einem E-Bike unter extremen Bedingungen und Belastungen und die daraus gewonnenen Erkenntnisse werde ich nicht nur in einem gesonderten Vortrag noch einmal ausführlich darstellen, sondern auch in meine täglich Arbeit einfließen lassen und auch an meine Kollegen weitergeben. Nochmals vielen, vielen Dank an Herrn und Frau Feld.
Morgen soll es den ganzen Tag regnen, also ist ein Pausentag mit innerlicher Besinnung angesagt.

Bis zum nächsten Mal. - Wolfgang Siegmund


6. Tag (23. September) - Rauf auf den Grimselpass

Tagesübersicht

Start: 9.30 Uhr Meiringen
Ankunft: 17.30 Uhr Meiringen (Berner Oberland)
Gefahrene km: 80 km
Höhenmeter: 1900 m, Stand 6400
Gefahrene Zeit: 4 h
Streckenverlauf: vom Meiringen auf den Grimselpass (2254 m) und zurück
Gefahrener Unterstützungsmodus: rauf nur in High, runter natürlich ohne alles (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

So, das war heute eine kurze Strecke, nach den Kilometern gemessen, aber ein grandioses Erlebnis und eine anspruchsvolle Angelegenheit. Charly und ich waren gut ausgeschlafen, er musste diesmal nicht bei den Kaninchen übernachten, der Schuppen war etwas komfortabler (aber irgendwie war es bei den Kaninchen gemütlicher) und nach einem guten Frühstück ging es dann auf zum Grimselpass. Das meiste Gepäck hatte ich in der Unterkunft gelassen, da ein Aufstieg auf diesen Pass mit 20 Kg Gepäck und dem schweren Charly auch mit einem E-Bike kaum zu schaffen ist. Dies hat mir die Erfahrung der letzten Tage gezeigt. Aus diesem Grund wird Zermatt auf dieser Tour auch ausfallen, da dies zeitlich nicht zu schaffen ist. Aber hier gibt es ja noch genug zu erobern.
Also rauf auf den Grimselpass. Allein die Daten konnten schon beeindrucken. 32 km bergauf (in Worten zweiunddreißig), von 600 auf 2254 m und immerhin noch 8 kg Gepäck dabei, das meiste waren die Reserveakkus, die waren auch nötig. Ich hatte ganz schönen Respekt und war mir zu Anfang auch nicht ganz sicher, ob Charly und ich das Ding meistern würden, steckten uns ja noch die 180 km von gestern in den Knochen. Aber wer sich nichts vornimmt , schafft auch nichts. Also mal wieder ran an den Speck. Der liebe Gott hatte mal wieder das beste Wetter aufgetischt (weiß gar nicht womit ich das verdient hatte, so brav war ich die letzte Zeit doch auch nicht) und dann ging es gleich mal kurz zur Sache, hinauf zur Aareschlucht. 2 km mit 15 % , mal eben zum aufwärmen. Charly brauchte noch etwas Luft in die Reifen (was ja bekanntlich in der Schweiz bei den Tankstellen nicht so einfach ist) und nach mehreren Versuchen (die brachten mehr Luft aus den Reifen als hinein) fand ich, oh Wunder , einen Bike-Shop mit, nun ratet mal, einer Flyer-Vertretung. Nun ja, das Luft Problem war schnell gelöst aber er hatte nicht viel zu tun, und als ich ihm erzählte, das ich auch Flyer verkaufe, zauberte er 2 Cappocino hervor, und dann waren wir erst einmal beim Thema.
Dann aber doch los, nicht ohne aber 2 km weiter eine Gruppe Gleichgesinnter zu treffen. 10 Flyer (gemietete) waren von der anderen Seite über den Grimsel gekommen. Das war eine Reisegruppe, die sich von Station zu Station das Gepäck nachschicken lies. Von den Jungs und Mädels (alle so um die fünfzig) konnte ich noch einige Erfahrungen mit dem Flyer C-Serie in den Alpen bekommen.. Dann erst mal rauf nach Gutannen, ein paar Häuser mitten zwischen hohen Wänden, nur was für Einsiedler. Höhe 1050 m, 1200 und gute 15 km warteten noch auf uns. Dann kam nur noch Wildnis, eine Kehre nach der anderen und wenn mal dann etwas weiter rauf schauen konnte, mochte man gar nicht hinsehen, es hörte einfach ga nicht mehr auf. Dann nach einer weiteren Kurve und einem Tunnel die erste Staumauer in Sicht (oben gibt es einige kleinere Stausehen. Na die schaffen wir auch noch und dann haben wir es ja bald geschafft. Denkste, nach der Staumauer stand da eine Wand vor uns, 400 m hoch und nur an den kleinen Autos konnte man erkennen, wo die Strasse langging. Der 2. Akku war auch schon lang in Gebrauch und irgendwie sind wir da hoch gekommen, immer wieder überwältigt von den sagenhaften Ausblicken. Oben ein Hurra und das übliche Beweisfoto.
Und dann die Abfahrt, 32 km runter, hab ich noch nie erlebt, immer mal wieder angehalten und Bilder geschossen. Aber höchste Konzentration war auch bei dieser Abfahrt angesagt, schließlich wartet zu Hause ja noch jemand auf mich.
Auf diesen Tag gab’s erst einmal ein großes Eis. Das Charly sich mal wieder Super verhalten hat, brauche ich schon gar nicht mehr erwähnen, 2 Akkus hat er dann doch da hoch gebraucht. Und ein wenig stolz war ich auch auf mich, mit einem 11er Schnitt da hoch, wo ich doch vorher richtig Respekt vor diesem Berg hatte. Aber auf das Tempo kommt es mir bei dieser Tour ja nicht an, diese Erlebnis und diese Berge hier, das ist einfach unbeschreiblich.

Dann bis morgen. - Wolfgang Siegmund


4. & 5. Tag (21./22. September) - Auf in die Schweiz

Tagesübersicht

Start: 8.00 Uhr Seebruck (Schluchsee)
Ankunft: 10.00 Uhr Meiringen (Berner Oberland)
Gefahrene km: 180 km (40 am Vortag)
Höhenmeter: 1500 m, Stand 4500
Gefahrene Zeit: 8 h (2 h am Vortag)
Streckenverlauf: Seebruck - Waldshut - Brugg- Luzern - Meiringen ( am Vortag von Hinterzarten nach Seebruck am Schluchsee)
Gefahrener Unterstützungsmodus: Meist in Eco, der Anstieg auf den Brüningpass in High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Am Dienstag haben Charly und ich uns einen Ruhetag gegönnt. Charly kam in den Stall zu den Kaninchen und ich habe an meinem 60. Geburtstag mal die Beine lang gemacht und den wunderschönen Ort Hinterzarten genossen. Am späten Nachmittag ging es dann doch noch ein Stück weiter nach Seebruck am Schluchsee weil sonst die Etappe am nächsten Tag zu lang werden würde.
Am Mittwoch ging es dann ab in die Schweiz. Erst einmal eine rasante Abfahrt von Seebruck nach Waldshut die nur von einer kleinen 3 km langen Steigung unterbrochen wurde. Fast 20 km bergab, teilweise 10 %, dazu noch herrlichster Sonnenschein, so kann ein Tag beginnen. Dann über den Rhein hinein in die Schweiz. Charly wurde schon ganz nervös, wir kamen in sein Heimatland, er ist ja in der Schweiz geboren. Und dann hat er mir bis zum Abend gezeigt, was er an Ausdauer drauf hat. Bis nach Luzern ging es dann wie auf einer Achterbahn, rauf und runter und meistens stur gerade aus, man konnte schon die nächsten 10 km im Voraus sehen. Die Steigungen waren nicht steil, aber ständige bergauf-bergab ging ganz schön in die Beine und auch an die Moral, wobei ich die gesamte Strecke fast nur im Eco-Modus gefahren bin.
Dann durch Luzern zu kurven war gar nicht so einfach, New York oder Tokio muss straßenmäßig ähnlich sein. Am südlichen Stadtrand dann endlich der Vierwaldstädter See. Und das war dann die Belohnung für die Mühen vorher. Herrlichstes Wetter und fantastische Ausblicke. Dann musste ich noch einen Adapter für die Schweizer Steckdosen besorgen, irgendetwas vergisst man doch immer, was wiederum gar nicht so einfach war. Hier unten gibt es nicht an jeder Ecke einen Baumarkt. Aber welch Glück, im „Vorbeirasen“ ein Schild E-Velos und ein Flyer Logo. Ich halt, und hinein und dann wurde erst einmal eine halbe Stunde gefachsimpelt. Der Chef wusste dann auch wo es Adapter gab und dann war das Problem auch gelöst.
Die nächsten Kilometer waren relativ flach, rechts und links strahlten schon die 2000er und wir machten noch eine kleine Pause, und ein wenig Akku aufladen. Wir wollten gerne noch nach Meiringen, dazwischen stand aber noch der Brüning Pass mit 1100 m Höhe und einem ziemlich steilen Aufstieg. Um 20 Uhr wurde es dunkel, also ran an den Speck. Nach gut 160 km in den Beinen da noch rauf, mal sehen dachten wir uns. Und hoffentlich hält Charly mit seinem letzten Akku bis oben durch, die 30 Kg hätte ich ohne Strom nicht über den Brüningpass geschleppt. Und dann wieder Augen zu, Modus high eingeschaltet und durch.
Aber Augen zu war nicht, dafür war die Landschaft und die Ausblicke zu schön, und die ersten schneebedeckten Gipfel waren auch schon zu sehen. Endlich der Pass und einen kräftigen Schluck Cola, dann rasante 10 Km Abfahrt nach Meiringen und nach einem deftigen schweizer Abendbrot todmüde ins Bett. Charly hatte mal wieder super mitgespielt, keine Mucken, keine Reifenpanne, einfach super, der Junge.

Bis morgen Leute. - Wolfgang Siegmund


3. Tag (20. September) - Der 60. Geburtstag

Tagesübersicht

Start: 9.00 Uhr Bühl
Ankunft: 19.45 Uhr Hiterzarten (Schwarzwald)
Gefahrene km: 123 km
Höhenmeter: 2100 m, Stand 3096
Gefahrene Zeit: 7 h
Streckenverlauf: Bühl - Offenburg - Haslach - Elzach - Walskirch - St.Peter - Kirchzarten - Hinterzarten
Gefahrener Unterstützungsmodus: Eco und Standard, zur Hälfte High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Nun sollte es langsam Ernst werden. Erst einmal einrollen bis Offenburg und dann nach Haslach in den Schwarzwald hinein. Charly und ich hatten wieder Kaiserwetter. Bis Offenburg ging es auch schon ständig bergauf und bergab, aber das war nur Aufwärmen, für das, was noch kommen sollte. Bis Haslach ging es auch noch und wir konnten die ersten Schwarzwaldhänge genießen. Wunderschön hier.
Ab Haslach dann nach Waldkirch und es ging langsam bergauf. Waldkirch ist ein wunderschönes Städtchen mit vielen Weinbauern und ich habe noch mal in einem Weinberg Station gemacht und die herrlichen Trauben (Spätburgunder) genießen dürfen. Dabei hat der Winzer einen Moment seine Arbeit unterbrochen und ich habe einiges vom Weinanbau gelernt.
Dann wurde es aber wirklich ernst. Charly hatte noch eine Dosis Strom bekommen und dann sollte es von 274 m auf 1242 m auf den Kandel gehen. 12 Km nur bergauf, und das mit Spitzensteigungen von bis zu 12 % und dazu 25 Kg Gepäck auf den Rad. Ich war gespannt, was Charly dazu sagen würde und wie er mit seinem Strom klarkommen würde. Unten habe ich noch mal den Akku gewechselt und dann Augen zu, Kopf abschalten und rauf. Auf dem Weg rauf war nur noch ein Radfahrer unterwegs, ein gut trainierte Rennradfahrer, der war aber schneller als ich . Nach anderthalb Stunden war ich oben, nicht ohne unterwegs zwei drei Trinkpausen eingelegt zu haben.
Oben ein fantastischer Ausblick, bis zum Feldberg und den Vogesen auf der anderen Seite. Da hatte sich die Quälerei wirklich gelohnt. Solch eine Steigung ist mit solch einem Gepäck auch mit einem E-Bike nur mit guter Konstitution zu schaffen. Oben war noch ein Balken im Akku, Charly hatte es also auch ganz schön geschlaucht.
Verdiente Pause, dabei den Drachenfliegern zugeschaut und dann kam die ebenso verdiente Abfahrt , fast 20 Km über St. Peter nach Kirchzarten, war das ein Spaß ,obwohl man mit dem Gewicht hinter sich in den Kurven ganz schön aufpassen muss, da ist Konzentration angesagt.
Dann noch einmal hinauf nach Hinterzarten, gute 500 m, aber nicht so steil, aber langezogen. Normalerweise ein Kinderspiel, aber nach fast 100 Km und den Steigungen in den Knochen, war noch mal Kämpfen angesagt, wobei sich das Höllental ganz schön hinzieht. Das schöne war, das wegen einer Baustelle das ganze Tal gesperrt war und ich die ganze Straße und die grandiose Landschaft nur mit ein paar Skatboardfahrern teilen musste. Charly hatte noch genügend Strom, so das er mir nach Hinterzarten hinauf noch einmal seine ganze Kraft mit High zur Verfügung stellen konnte.
In Hinterzarten habe ich sehr nette Unterkunft gefunden wo ich heute, am 21. auch meinen 60. Geburtstag feiern werde. Morgen geht es auf in die Schweiz und die Alpen. An diesem Tag heute möchte ich meiner Partnerin einmal Danke für alles sagen, was sie in den letzten Jahren für mich getan hat. Sie hat mir gerade in den letzten beiden Jahren die Kraft gegeben, die ich brauchte, um mich in meinem Job so einsetzen zu können, wie ich das gemacht habe und um meine Abteilung aufbauen zu können. Sie hat auf Grund der sehr ausgeprägten Arbeitszeiten viel auf mich verzichten müssen und hat auch zu Hause mich oft über Fahrradliteratur brüten gesehen. Sie hat ohne zu murren mich diese Reise antreten lassen, diese Reise widme ich ihr.

Danke Mechtild. - Wolfgang Siegmund


2. Tag (19. September) - Bin ich denn in Japan?

Tagesübersicht

Start: 10.30 Uhr Gau Bickelheim bei Alzey
Ankunft: 20.00 Uhr Bühl
Gefahrene km: 186 km
Höhenmeter: 330 m
Gefahrene Zeit: 7,8 h
Streckenverlauf: Gau-Bickelheim - Worms- Mannheim-Ost - Heidelberg - Bruchsal - Karlsruhe- Ettlingen, Baden-Baden - Bühl
Gefahrener Unterstützungsmodus    : ECO bis Standard, öfters mal High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Nach einem ausgiebigem Frühstück und bei strahlendem Sonnenschein ging es wieder auf. Die Gelenke waren noch etwas steif und der Hintern muss sich auch noch einfahren, aber sonst alles ok. Die Akkus waren wieder voll, meiner auch, und Charly wollte noch etwas Luft in die Reifen haben. An der einzigen Tankstelle im Ort war aber die Luftsäule defekt, so dass ich zum ersten Mal auf meine Kartuschen zurückgreifen musste. Ich war etwas besorgt wegen der Luft im Hinterreifen aber Charly hat den ganzen Tag prima durchgehalten.
Zuerst ging es durch unendliche Weinberglandschaften, oder besser gesagt, es waren keine Berge wie am Rhein, sondern mehr eine Hügellandschaft. Das endlose bergauf und bergab hat aber Charly und mich etwas gefordert, es ging eben immer nur rauf und runter. Dafür eine herrliche Landschaft mit Weinhängen , so weit das Auge reicht. Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich Weintrauben direkt aus dem Weinberg gegessen.
Dann durch Worms, eine Katastrophe. Die haben da wohl vergessen, das es auch Radfahrer gibt. Eine Autostrasse nach der anderen, ohne Vorwarnung hörte der Radweg auf, plötzlich stand man auf einer Autostraße, und bis ich mal den Radweg auf die Rheinbrücke gefunden hatte, verging seine Zeit. Aber ich hatte Mitstreiter gefunden, die hatten das gleiche Problem.
Dann aber nichts wie ab nach Heidelberg, nicht aber ohne vorher am Rande von Mannheim das gleiche Chaos wie in Worms zu erleben. Aber hilfsbereite Einheimische brachten mich immer wieder auf den richtigen Weg.
In Heidelberg erst einmal eine ausführliche Rast in er Altstadt eingelegt und Charlys Akkus ein wenig nachgeladen. Heidelberg war total überlaufen und ich dachte ich wäre in Japan, überall Schlitzaugen mit Kameras. War eigentlich froh, als es wieder losging.
Weiter am Rand des nördlichen Schwarzwaldes entlang über Bruchsal, Karlsruhe Ettlingen, Rastatt nach Bühl. Es waren noch keine besonderen Höhen zu bewältigen und Charly funktionierte wie ein Uhrwerk, halt eben ein geborener Flyer. Da es schon sehr spät war, nahm ich die erst beste Unterkunft. Na, ja, schweigen wir drüber, war auch wohl der einzige Gast. Muss man eben auch mal erlebt haben.

Wolfgang Siegmund


1. Tag (18. September) - Heute geht’s los

Tagesübersicht

Start: 11.30 Uhr Fahrrad-XXL Feld, Sankt Augustin
Ankunft: 19:30 Uhr Gau-Bickelheim bei Alzey 
Gefahrene km: 170 km
Höhenmeter: 230 m
Gefahrene Zeit: 7,5 h
Streckenverlauf:  Sankt Augustin -  Remagen - Koblenz - Bingen - Bad-Kreuznach - Gau-Bickelheim 
Gefahrener Unterstützungsmodus: ECO bis Standard, ein wenig High (Unterstützungsmodus heißt, die Stufe, mit der das E-Bike den Fahrer unterstützt, wobei ECO die leichteste Unterstützung und High die stärkste ist)

Aus Wolfgang's Tagebuch...

Nach langer Vorbereitung soll es nun endlich losgehen. Mein Fahrrad, ein Flyer E-Bike (s-Tour), im weiteren Verlauf werde ich es Charly nennen, und ich.
Die ersten Kilometer waren doch sehr gewöhnungsbedürftig, da ich noch nie mit so einem schweren Rad gefahren bin, immerhin fast 25 Kg Gepäck und dann noch das schwere Rad und die Tasche am Lenker, das alles musste ich auf den ersten Kilometern erst einmal in die Balance bringen. Aber dann lief es doch ganz ordentlich. Nur von meinem geplanten Schnitt von 25 km musste ich mich erst einmal verabschieden, da das Gewicht trotz E-Unterstützung eine Menge ausmacht.
Das Wetter war heute prächtig und ab Remagen begann ich dann die Tour zu genießen. Meine anfänglichen Befürchtungen, die Reifen könnten dem enormen Gewicht nicht stand halten, erwiesen sich dann doch bald als unbegründet.
Nachdem ich in Koblenz mit einer kleinen Nussschale die Mosel überquert hatte (der Fährmann kam extra für mich rüber um mich abzuholen, ging es weiter durch das schöne Oberrheintal über St.Goahr, an der Loreley vorbei bis nach Bingen. Von dort über Gensingen, Bad Kreuznach nach Gau-Bickelheim (habe ich vorher auch noch nicht gekannt). Dafür hatte ich dann eine schöne Unterkunft in einem Weingut. Den Wein musste ich mir aber abends verkneifen, da am nächsten Tag einige Kilometer vor mir lagen.
Charly hat sich am ersten Tag sehr gut verhalten, an der Loreley hatten wir noch einmal eine Stunde lang Strom getankt, so dass am Abend noch ein wenig Reserve im letzten Akku war.
Ein leichtes Abendbrot und dann in den Schlaf gefallen.

Wolfgang Siegmund


Mit dem E-Bike zum Matterhorn

Gesamtübersicht der Tour

www.bikemap.net/route/696005 

Kurzübersicht

Start in Deutschland: 18. September 2010, um 10:00 Uhr in Sankt Augustin bei Fahrrad-XXL Feld 
Ende in der Schweiz: 30. September 2010
Rückker nach Deutschland: 1. Oktober, um 18 Uhr in Sankt Augustin bei Fahrrad-XXL Feld
Gesamtkilometer: ca. 1.800 km 
Gesamthöhenmeter: ca. 12.000 m 
Tourverlauf: Sankt Augustin - Bingen (Rhein) - Heidelberg - Pforzheim - Freudenstadt - Hinterzarten  (Schwarzwald) - Luzern (Schweiz) - Meiringen (Berner Oberland) - Grimselpass - Simplonpass - Furkapass  - Zermatt - Kandersteg - Interlaken - Grindelwald - Thunersee - Bern - Huttwil (Flyer-Werk) - Basel – Freiburg.

Vorgeschichte & Infos zur Tour

Ziel seiner Reise ist aufzuzeigen, was man mit so einem E-Bike, genauer Pedelec genannt, alles „erfahren“ kann und er möchte auch mit dem Vorurteil aufräumen, dass so ein Fahrrad nur etwas für ältere und gesundheitlich angeschlagene Personen ist.
Allein die Routenbeschreibung zeigt, dass für so ein Vorhaben auch mit einem E-Bike eine gute körperliche Konstitution Voraussetzung ist, da der Fahrer immer noch selber ins Pedal treten muss. Auf der anderen Seite ist so eine Tour aber auch nur mit einem E-Bike durchzuführen, da es den Fahrer auf Tagesetappen von z. Teil 200 Km durch die Hochalpen mit den höchsten Pässen entsprechend unterstützt.
Die Erkenntnisse und Erfahrungen, nicht nur in technischer Hinsicht, wird Wolfgang Siegmund in die weitere Arbeit in seinem Aufgabengebiet einfließen lassen, um die Entwicklung der E-Bike Abteilung von Fahrrad-XXL Feld weiter voranzutreiben. 
Sicherlich wird er und auch sein E-Bike auf einigen Etappen an die Leistungsgrenze kommen, aber auch der Spaßfaktor auf den Abfahrten und Flachetappen mit sicherlich grandiosen Panoramen und Ausblicken wird nicht zu kurz kommen.
Als Kenner der Schweiz und der den Schweizern eigenen Mentalität freut sich Wolfgang Siegmund bereits darauf, die Schweizer Gastfreundlich- und Zuvorkommenheit genießen zu können.
Während der Tour, genau am 21. September, wird Wolfgang Siegmund in Hinterzarten seinen 60. Geburtstag feiern.

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Die Fahrrad-XXL Gruppe betreibt deutschlandweit 16 Fahrrad-Fachmarkt-Häuser mit je 30-70 Mitarbeitern. Die Verbindung zwischen den einzelnen Fachmärkten, welche auf bis zu 100 Jahre Erfahrung und Tradition zurückblicken können, wurde schon vor etwa 30 Jahren geknüpft. Aus dieser Beziehung entstand 2006 die Fahrrad-XXL Gruppe mit den größten und umsatzstärksten Fahrrad-Fachmärkten in ganz Deutschland.

Ein großer Teil unserer Mitarbeiter sind selbst begeisterte Radsportler und nehmen in Ihrer Freizeit auch aktiv an Radsportveranstaltungen teil. Die gesammelten Erfahrungen geben wir in unseren Beratungsgesprächen gern an Sie weiter. Unser Sortiment umfasst Fahrräder in einer sehr großen Auswahl an Modellen und Marken, darunter auch Eigenmarken wie Carver welche exklusiv nur in Fahrrad XXL Filialen vertrieben werden. Ebenso erwartet unsere Kunden eine große Auswahl an Fahrradzubehör, Ersatzteilen, Fahrradbekleidung und auch Fitnessgeräten.

Fahrrad XXL 15 mal in Deutschland