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Great Divide Tour 2010

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Jeremy B. und Florian W.

Nach ihrer spektakulären Eurasien Tour im Sommer 2009, folgt 2010 das nächste große Projekt der zwei jungen Männer aus Mainz. Jeremy Boissel und Florian Weber sind von Juli bis September auf dem nordamerikanischen Kontinent unterwegs um dort die sogenannte Great Divide Tour abzuradeln.

Von Juli bis September 2010 begleiteten wir an dieser Stelle eine spektakuläre Radtour der zwei Abenteurer. Lesen Sie von den Eindrücken der außergewöhnliche Reise im Blog-Tagebuch der Abenteurer: 5.000 km und 60.000 Höhenmeter, in 50 Tagen!

Ein CARVER Pure 170 und ein CARVER Pure 160 sind auch mit am Start und werden sich harten Tests und Langstreckenbelastungen unterziehen müssen.

Kurzübersicht

Start in Kanada: 23. Juli 2010
Ende in Mexiko: 11. September 2010
Gesamtkilometer: 5.070 km
Gesamthöhenmeter: 54.070 m
Tourverlauf: Banff, Alberta Kanada, Juarez, Chihuahau Mexiko


11. September: 7. Etappe - Reissverschluss der grossen Trennung

Tourverlauf

Janos (CHI, Mexico), Nueva Casas Grandes, Juarez, El Paso (TX, USA)

Distanz     

Kilometer Etappe: 472 km
Höhenmeter Etappe: 1903 m 

Aus Jeremy's Tagebuch...

Nun ist die Reise, so gut wie es möglich war, komplett vollendet. Ohne große Zwischenfälle und zeitlich genau richtig. Es fühlt sich an wie ein Reißverschluss, wo die einzelnen Haken zusammenkommen und sich schließen.

Wir haben mehr als 5.000 Kilometer bewältigt. Mit etwas über 54.000 Höhenmetern, Off-Road Strecken mitten durch die Rockies, entlang einer imaginären Linie die uns 50 Tage begleitet hat. Hart war es, zugegeben, ab und zu die Pässe mit vollem Gepäck zu durchqueren, aber am Ende der Tour kann man immer zurückblicken und denken, "Ha, das war leicht" weil man es eben doch geschafft hat.

Aber nicht nur WIR haben diese Herausforderung gemeistert, sondern auch unser Material und die Räder haben erstaunlicherweise bis zum letzten Tritt in die Pedale nie Probleme gemacht. Die beiden CARVER Pure 160 und ein CARVER Pure 170 haben tatsächlich diesen Härtetest, die Belastungen und jeden Steinschlag ausgehalten. Die Räder sind durch Regen und Sonnenschein gefahren - wie wir - auf Schotter-, Stein-, Wald-, Wurzelboden-, Sand- und Straßen hoch und runter gefahren. Dies ohne eine einzige Panne, alle Rahmen und Komponenten haben gehalten und sind noch für weitere Herausforderungen bereit.

Wir hatten insgesamt acht Mal einen Platten, wovon fünf davon erst nach der 4.000 km Marke. Die WTB Nanoradtor Reifen haben super gehalten und verhalten sich perfekt auf trockenen Schotter- und Steinwegen ... leider waren die mitgereisten Kilos etwas zu viel für mein Hinterrad und es war schneller abgefahren als geplant. Jetzt können wir den Sieg mit etwas Ruhe genießen und auch den Rädern eine kleine Pause gönnen. - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Nun können wir endlich sagen wir haben es geschafft...! Die Tage in Mexiko sind vorbei und wir hatten entgegen vielen Bedenken eine schöne Zeit in diesem vielfältigen Land. Den letzten Tag verbrachten wir in Juarez die Grenzstadt direkt neben El Paso Texas. Wir übernachteten die Nacht in einem Motel welches vielleicht nicht ganz dem europäischem Standard entsprach. Doch wir waren es gewohnt und so verbrachten wir eine Nacht in der vielleicht gefährlichsten Stadt in Mexiko. Ein Mitarbeiter erzählte uns, dass in den letzten zwei Jahren 16.000 Menschen umgebracht wurden, aus der Drogenszene oder ähnliches. Das entspricht ca. über 20 Morde pro Tag und in der Tat, als wir auf unserem Zimmer waren schauten wir TV und es wurde über den 21. Toten an diesem Tag berichtet.

Durch solche Erzählungen wurde uns auch klar warum das Militär sehr stark auf der Straße präsent ist. Sie tragen dunkle Anzüge und haben Sturmmasken, sitzen zu dritt auf dem Pick Up und führen Maschinengewehre mit sich. Wir machten ein paar schöne Fotos. So schlimm es auch klingt, man hat eigentlich keine Probleme wenn man Nachts nicht irgendwo falsch auftaucht oder einfach nur als ahnungsloser Europäer in der Stadt auftaucht. So blieben auch wir verschont und konnten unseren Trip zurück nach U.S.A antreten.

Wir hatten ja ein Auto reserviert in El Paso und waren guter Dinge es auch zu bekommen. Die Mietstation war in einer Militär Base der Amerikaner und wir hatte große Probleme rein zukommen. Als wir schließlich drin waren bekamen wir das Auto nicht da Jeremy seine Master Card verloren hatte und es in Amerika nicht möglich ist mit Cash zu bezahlen! Hier geht leider alles über Kreditkarte was ein Mist. Gemildert ausgedrückt dachten wir uns, nun müssen eine Alternative aussuchen wie wir weiter machen. Dann mussten wir in den sauren Apfel beissen und wohl den Bus nehmen. Die Bikes schickten wir per UPS nach Seattle. Dann nahmen wir den Bus nach Los Angeles, dort angekommen war es 7 Uhr morgens und wirklich nicht schön. Wir irrten einen halben Vormittag durch die Gegend und entschlossen uns dann endlich die Reise weiter nach San Francisco anzutreten.

Das war eine gute Entscheidung. Dort konnten wir bei einem Freund für ein paar Tage übernachten. Es war wirklich eine sehr schöne Zeit in dieser frischen, jungen Stadt. Wir besuchten das junge, künstlerische Fixie (Rad ohen Freilauf) Viertel und waren beeindruckt. Nach drei Tagen ging es weiter für uns nach Seattle dort konnten wir bei Jeremys Schwester Unterkunft finden. Wir besuchten ein regionales Baseball Spiel und schlenderten durch die City und andere wirklich schöne Orte. Nun sind wir in Vancouver angelangt wo man noch ein bisschen die Olympischen Winterspiele fühlen kann. Wir werden morgen die Rückreise mit dem Flugzeug antreten und wieder in unsere alte Heimat fliegen, nach zwei wirklich sehr ereignisreichen Monaten in Canada, USA und Mexiko. - Florian


5. September: 6. Etappe - Viva el Mexico!

Tourverlauf

Grants (NM), Silver City, Janox (CHI, Mexico)

Distanz     

Kilometer Etappe: 713 km
Höhenmeter Etappe: 5793 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Amerika, The Great Divide. Jetzt wäre mal Zeit zu sagen, was das überhaupt soll mit der "großen Trennung". Wir reden über eine verrückte Radtour. Ein Blick auf die Landkarte und man fragt sich, warum nehmen die Jungs nicht den Highway und geteerte Byways? Stimmt. Die kontinentale Trennung könnte die natürliche Grenze zwischen Ost und West sein. Wenn die USA in zwei Länder getrennt wäre, wäre dies der Übergang. Es ist eine Linie durch die Rockies, zwischen den höchsten Punkten der Gebirge, von der aus die Gewässer weg fließen.

Jedes Jahr treffen sich Anfang Juni ca. 40 extrem durchgeknallte Bikefreaks um das härteste und länste Mountainbike Rennen der Welt zu beschreiten: "Great Divide". Wir reden nicht von der "Tour de France", guten Straßen, super leichten Bikes und am Ende des Tages eine Massage und ein gemütliches Bett im Hotel. Wir reden von fahren auf undankbaren, manchmal unpassierbaren Straßen wo die Fahrer gezwungen werden abzusteigen und zu schieben, oder teilweise das Bike 10 Meilen durch nassen Lehmboden zu tragen. Oder nachts zu frieren, da das Gepäck so wenig wie möglich sein muss, Raum für Zelt oder Pulli ist undenkbar. Nur zwei Getränkeflaschen und ca. 110 Meilen am Tag, das sind ca. 177 km!

Wir hatten Glück bei Jamie in Silver City zu übernachten, der dieses Rennen letztes Jahr erlebt hat. Da wir selbst die Strecke gefahren sind haben wir größten Respekt vor den abgedrehten Bikern, die die Strecke in ca. 25 Tagen bewältigt haben. Übrigens, Matthew Lee über den alle hier in Silver City reden, hat das Rennen fünfmal in Folge gewonnen, zuletzt benötigte er lediglich 17 Tage. Nur am Rande, dieses Rennen ist ca. siebenmal den Mount Everest hoch, Tour de France lediglich dreimal! - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Ich fühle mich etwas an die Zeit in Israel erinnert, dort redete man nicht allzu gut von Palästina. Hier sind es die Amis die schlecht über die Mexikaner reden. In New Mexiko sahen wir ein Schild, Mexikanische Wölfe zerstören Vieh und Schafe. Das hört sich komisch an denn die Wölfe leben ebenso in New Mexiko wie in Mexiko.

Die Menschen in Amerika sagen, geht bloß nicht nach Mexiko die Mexikaner töten dich direkt. Du brauchst nichts zu machen. Da sehen wir mal wieder die Vorurteile der Amerikaner. Komisch ist auch, dass es in Amerika keine Karte von Mexiko gibt und der Mexikanische Teil auf den Karten nicht zu sehen ist.

Die Menschen besonders die Grenzbeamten konnten es nicht fassen dass wir nach Mexiko wollten. Wirklich paradox sind die Schilder an der Straßenseite " Amerikanisches Straßenbauprojekt" da kann man nur lachen, wir haben nur mexikanische Bauarbeiter gesehen. Klar die fordern nicht so viel Geld, aber klar es ist ein amerikanisches Projekt.

Allein um zu sehen wie es wirklich ist lohnt es sich nach Mexiko zu reisen und sich vom Gegenteil zu überzeugen. Doch man muss auch sagen das es stimmt, dass es hier Drogenprobleme und Waffenprobleme gibt, doch das ist nun mal so in den südamerikanischen Ländern. Wir sind guter Dinge... - Florian


30. August: 5. Etappe - Yeehaw! Ride 'em cowboy!

Tourverlauf

Kremmling (CO), Silverthorne, Salida, Del Norte, Cuba (NM), Grants (NM)

Distanz

Kilometer Etappe: 1149 km
Höhenmeter Etappe: 15081 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Die Berge hoch zu klettern ist keine Leichtigkeit, vor allem wenn wir für zwei Tage komplette Essensrationen mit an Bord haben. Frustrierend wenn man die steilen, steinigen Wege hoch fahren muss und dann sackt das Hinterrad nach rechts oder links unter einem weg und man brüllt ein paar mal ^#*@# mitten in der Wildnis. Trotzdem geben wir nicht auf Essen mitzunehmen, auch wenn es schwer ist und wir sind stolz seit Anfang dieser Tour NULL Zusatzstoffe zu uns genommen zu haben; nicht mal Magnesium!Was steht auf dem Menü heute Abend? Thunfisch, Lachs und Krebs in Kartoffelpüree mit Käse und Gemüse ... wir lassen es uns gut gehen.

Die Städte auf unserem Weg sind schwer zu finden. So sind wir jetzt in der zweitgrößten Stadt auf unserer Tour nach Helena (MT) ... Grants, New Mexico (9.000 Einwohner), eine richtige Großstadt für uns mitten in der Wüste. Das bekommen wir jetzt zu spüren, denn ein paar mal wurde es mit dem Wasser knapp und wir transportieren ab jetzt ca. 18 Liter H2O.

Die Wege sind sandig und erodiert, die Umgebung steinig und rau. Nach einem Blick auf dem Höhenmeterprofil dachten wir am Anfang, "oh Mann, wie flach!" Aber auslachen werden wir die Wüste nicht mehr. Der Sand bremst uns und fordert andauerndes Treten. Flach sieht nur auf der Karte in Großmaßstab aus, denn öfters fallen wir in die erodierte getrocknete Flüsse um direkt steil wieder hoch zu klettern (oder zu schieben).

Im Paket ist auch ein starker Gegenwind aber dennoch haben wir Glück, denn normalerweise ist jetzt Monsoon Saison und es sollte eigentlich jeden Tag so stark regnen, dass wir gezwungen wären eine andere Route zu nehmen und so machen es auch die Meisten, die den Great Divide fahren aber nicht wir! Kopf runter und durch ... Stiertechnik. Mexiko ist nicht mehr so weit, wir können die Tacos und Coronas schon riechen. - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Nun war es soweit, die Paradedisziplin Klettern stand wieder einmal auf dem Programm. Nun wurden wir zu der bislang größten Herausforderung gebeten. Indianer Pass 11910 feet hoch das sind 3630 Meter da wurde die Luft dünn. Doch nach ca. dreieinhalb Stunden klettern hatten wir es endlich bis zur Spitze geschafft. Es war ein hartes Stück Arbeit doch ebenso ein atemberaubender Anblick und ein wunderbares Gefühl. Es war der höchste Punkt für Jeremy und mich bislang in unserem Leben und das mit dem Bike, puuhhh nicht schlecht.

Doch nicht zu vergessen die unzähligen anderen Pässe die ca. 10000 oder 11000 feet hoch waren, es waren ca. ein Duzent. Von unbefahrbaren Wegen, denn Straßen kann man sie nicht nennen, mit teilweise 14% Steigung, hin zu Sandwegen die so sandig waren, das wir die Bikes schieben müssen, ist so ziemlich alles dabei was die Natur hier in Amerika zu bieten hat. Wir sind noch nicht am Ende doch eins kann man sagen, es ist nicht immer leicht und es verlangt uns einiges ab.

Als wir in Abiquiu ankamen und dachte es geht danach nur eine Steigung hoch, wurden wir eines besseren belehrt. 4000 feet Steigung auf einem sehr schwierigen Weg, dort eine Pause zu machen und ein Snickers zu essen ist solch ein wunderbares Gefühl, man muss es erlebt haben. Das Höhenprofil auf der Karte ist trügerisch, man denkt es geht bergab doch in Wirklichkeit geht es hoch und runter. Wenn man in Form ist wie wir, ist es wirklich Kopfsache an einigen Tagen -quäl dich du sau- ist auch eine Methode.

Nun sind wir endgültig in der Wüste angekommen wir müssen für 2 Tage Wasser mit uns schleppen, ca. 16 Kg extra. Es ist weit und breit kein Leben, außer ein paar Kühe und ein paar Ameisen. Kakteen und schroffe Felsen vollenden das Bild der Natur. Und weiter geht's... - Florian 

 


17. August: 4. Etappe - Colorado, die bunte Mischung

Tourverlauf

Pinedale (WY), Rawlins, Steamboat Springs (CO), Kremmling (CO)

Distanz

Kilometer Etappe: 782 km
Höhenmeter Etappe: 8721 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Wenn der Tag anfängt, weiß man  nie wie er endet! So kann man es erklären ...Wir hatten vor in der Nähe von einem schönen großen Fluss zu zelten - haben aber eine Zeltmöglichkeit 7 Meilen früher neben einem Bächlein mit gesperrtem Zugang gefunden. Ein Blick morgens auf die Karte und sofort wird das Tagesfahren als "leicht" eingeschätzt.

Zwei Faktoren kann man leicht vergessen: Eins - Colorado ist nicht flach und berghoch kann man nur langsam fahren, bergrunter auch wegen den steinigen Wegen und gefährlichen Biegungen, nur langsam anfahrbar. Zweitens - Das Wetter kann sich schnell ändern und so haben wir zum Glück mittags eine Ranch gefunden, wo wir Mittagessen konnten.

Nach schmackhaften Bagels mit Cream Cheese und Schinken ging es los mit 4-Schichten pro Mann - hoch 10%-er Steigungen und runter auf matschigen Straßen. Langsam ging uns das Tageslicht aus und so mussten wir uns mit einem zweitklassigen Zeltplatz zufrieden geben aber immerhin, Colorado ist voller Gewässer!

Als wir heute die Canyon-Wände hoch und entlang fuhren wurde mir noch was klar. Die LKWs mit riesigen Baumstämmen fahren den gleichen Weg wie wir, nur, dass der Fahrer einfach auf das Gaspedal drücken muss, während wir tatsächlich die Leistung spüren die man braucht um ca. 120 kg hoch zu bewegen; haben Menschen eigentlich ein Gespür dafür, wie viel Leistung man dann braucht um 38-Tonnen diese Berge hoch zu transportieren? Das wäre ungefähr 300 mal das was wir in den Beine spüren ... Wahnsinn! - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Nun ist es endlich so weit, wir sind in Colorado angelangt. Wyoming liegt hinter uns und nun sind wir endgültig in den Bergen. Es ist hier ein bisschen wie in Bayern oder Österreich. Nur viel größer. Von oben den Bergen kann man die Flüsse unten im Tal betrachten und die Berge beginnen sich rot zu färben. Ein toller Anblick. Noch haben wir genug Wasser und somit die tolle Möglichkeit jeden Tag in einem kalten Bergsee oder Fluss zu baden.

Hier in Colorado geht es viel auf und ab und das meist sehr steil. So muss man sich gut konzentrieren um nicht vom Weg abzukommen oder ein Stein übersehen. Es ist Vorsicht geboten, nicht nur wegen der Wege sondern auch wegen der Tiere. Man kann sagen wir haben das Bärengebiet langsam verlassen doch es gibt andere Tiere. Die Klapperschlange ist uns zum zweiten mal begegnet, das erste mal halb überfahren, das zweite mal lebendig und mit wenig Humor. Da ist Vorsicht geboten, denn nur ein Biss und man ist innerhalb einer Stunde tot!

Doch wir sind vorsichtig und fahren nicht nur deswegen nur wenn es hell ist. Sobald es dunkel wird suchen wir uns den nächsten Platz zum Übernachten um Kraft für den nächsten Tag zu sammeln. Bis lang sind wir sehr gut durchgekommen wir sind mit über 100 Km im plus und wir hatten keine großen Pannen, uns geht es ebenfalls gut. - Florian


10. August: 3. Etappe - The Boondocks

Tourverlauf

Helena (MT), Butte, Ashton (ID), Pinedale (WY)

Distanz

Kilometer Etappe: 938 km
Höhenmeter Etappe: 10039 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Die Amis nennen es "The Boondocks". Es heißt soviel wie Niemandsland und so reisen wir die letzte Wochen durch sehr dünn besiedelte Natur und kleine "Kaff" Landschaften. Als Beispiel: Pinedale ist mit 1.400 Einwohner für unsere Verhältnisse eine Großstadt.

Nach einem ständigem hoch und runter durch die Montana-Berg-Wälder und ein kleines Stück Idaho, wo wir bis 9.560 Fuß (ca. 3.150 m) gestiegen sind konnten wir nun das Flachland Wyomings zwischen den Bergen genießen und pendeln jetzt bei 7.000 Fuß + (ca. 2.300 m). Noch mehr genießen könnten wir es, wenn der Wind nicht brutal unseren Reisedurchschnitt killen würde, denn bei 3% bergab müssen wir trotzdem immer kräftig in die Pedale treten um vorwärts zu kommen. Zum Glück halten die Carver-Pure Räder allen Belastungen und Erschütterungen ohne Macken stand. Etwas angeschlagen von gestern - wir haben 75 Meilen (ca. 122 km) - reisen wir weiter in Wyoming, Richtung Colorado.

Das absolut Genialste ist, dass wir traumhafte Zeltplätze unterwegs finden immer direkt an klarem Wasser, Bach oder Fluss ... klar ist der Sprung ins eiskaltem Wasser eine Herausforderung aber sich sauber halten ist wichtiger und außerdem ist es als Abhärtung nötig, denn die Temperaturen ändern sich im Laufe der Tage stark, sodass wir zwischen Oberkörperfrei und 4-Schichten ständig wechseln müssen ... und wir steigen noch höher demnächst ... alles nicht so leicht dennoch sind wir im Plus (Kilometerweise) und motiviert den "Divide" zu knacken. - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Nun haben wir Montana verlassen und sind nachdem wir ein Tag in Idaho verbracht haben in Wyoming gelandet. Ich muss schon sagen Montana hat uns besser gefallen. Es waren die Menschen die einfach herzlicher waren als die Menschen hier in Wyoming. Wir hatten den Eindruck sie haben sich mehr für uns interessiert. Auch die Landschaft hat uns mehr zugesagt. Schroffe Berge und mehr Wälder, schönere Seen und Flüsse. Doch wir sind erst ein paar Tage hier in Wyoming und es kann sich ja noch alles ändern.

Aber endlos lange, fast nur grade Straßen mit Gegenwind machen die Sache nicht schöner. Doch es ist schon ein Spektakel der Sonne beim untergehen zuzuschauen, dabei ist es ganz egal in welchem Bundesland wir sind. Oder der Sternenhimmel der fantastisch ist, da hier meist keine größeren Städte sind die zu viel Licht abstrahlen. Zum Glück konnten wir bis lang täglich im trockenen aufstehen, nachdem es meist Abends anfing zu regnen. Doch bis lang waren wir wasserdicht und es war kein allzu großes Problem. - Florian


2. August: 2. Etappe - Das große Himmelsland

Tourverlauf

Whitefish (MT), Seeley Lake, Lincoln, Helena (MT)

Distanz

Kilometer Etappe: 488 km
Höhenmeter Etappe: 7032 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Wälder ohne Ende, Elche die uns während der Abfahrten über den Weg laufen und sehr schöne Zeltplätze... das ist Amerika! Unser Weg ist dennoch nicht leicht, oder sagen wir er wird schwer. Ab und zu müssen wir Essen für fünf Mahlzeiten kaufen und das wiegt einiges, vor allem wenn man über steinige, steile Pässe fahren muss.

Bis jetzt ist die Mischung bestehend aus Schotterwegen, Waldwegen und ab und zu Strassen sehr abwechslungsreich. Gestern haben wir uns verfahren oder unsere Karte hat uns falsch geführt. Unser Wasservorrat wurde knapp und obwohl wir bis in die Dämmerung fuhren, fanden wir leider weder Fluss noch den richtigen Trail.

Heute sind wir entspannt, denn wir mussten zum Glück nicht unter Wassermangel leiden und wir sind wieder "on trail" in Helena. Es gibt wenig Menschen die hier unterwegs sind,  aber wenn es sie gibt, sind sie sehr kontaktfreudig und hilfsbereit. Radfahrer haben wir bis weil neun getroffen die den Great Divide versuchen, aber keiner der es in so kurzer Zeit wie wir oder die komplette Strecke wagen... Bike on! - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Der Ablauf: Morgens werden wir von der Sonne geweckt, wir stehen auf und frühstücken erst mal, Donuts und Müsli mit Cappuccino. Dann packen wir alles zusammen, machen eine Bikeinspektion (Kette ölen, Speichen überprüfen, Schaltung checken). Falls es möglich ist machen wir uns im kalten Wasser frisch und lassen uns von der Sonne trocknen. Das Zelt wird abgebaut und alles wird hoch komprimiert mit Expandern auf die Bikes geschnallt. Wasser wird aufgefüllt, frisch und kalt gefiltert aus dem Bach. Dann ziehen wir obenrum blank und cremen uns gut ein damit wir braun werden. Der Tacho wird resetet und der GPS Logger wird angeschaltet um die 4 Sateliten zu finden. Dann kann's endlich losgehen. Wir fahren ca. 30 Meilen und suchen uns einen netten Platz um Lunch zu machen, am besten mit Wasser. Danach geht's weiter. Unser Ziel ist erreicht wenn wir 63 Meilen gefahren sind, das sind gut 100 km.

Dann suchen wir uns ein Platz mit Zeltmöglichkeiten und eine Möglichkeiten uns und die Klamotten zu Waschen. Dann wird alles gewaschen und mit Hilfe von Expandern zwischen zwei Bäumen aufgehängt. Das Zelt wir nach Osten aufgebaut damit wir von der Sonne geweckt werden. Nun wird das Essen vorbereitet dabei hoffen wir immer das es noch hell ist denn es macht keinen Spass im Dunkeln zu kochen. Danach wird im Bach gespühlt. Wir suchen einen Stein um ihn mit der Schnur in ca. 5 Meter Höhe um einen Ast zu werfen um dann die Satteltasche mit Essen daran aufzuhängen um zu vermeiden, dass Bären oder ähnliches unser Essen klaut. Dann wird Zähne geputzt und wir gehen schlafen. Gute Nacht! - Florian


28. Juli: 1. Etappe - Der Elchtest

Tourverlauf

Banff (AB, Canada), Elkford (BC), Roosville (MT, USA), Whitefish (MT)

Distanz

Kilometer Etappe: 534 km
Höhenmeter Etappe: 5501 m

Aus Jeremy's Tagebuch...

Seit 5 Tagen sind wir wieder eingetaucht in das Alltagsleben eines Tourenfahrers und haben fast den kompletten Anfangsstress vergessen, wie z.B. dass uns das Auto kurz vor dem Abflug stehen geblieben ist und wir fast unseren Flieger verpasst hätten. Auch die lange Strecke von Mainz nach Banff (ca. 25 Std.) ist nicht zu vergessen.

Nun haben wir Fuß gefasst und haben die Zeitumstellung gemeistert, wobei wir immer noch zwischen zwei Zeitzonen pendeln. Damit haben wir jedoch kein Problem da wir uns nach dem Auf- bzw. Untergang der Sonne richten. Die "ACA" Karte führt uns fast problemlos und sogar meist mit unglaublicher Präzision an unser Ziel. Nur einmal haben wir uns etwas verfahren und es war etwas anstrengend wieder den richtigen Weg zu finden.

Unseren Wasserfilter haben wir bereits am 2.Tag benutzt. Er ist ziemlich gut und wir können immer frisches kaltes Wasser trinken. Zum Glück haben wir sehr gutes Equipment da die Strecke sehr unbarmherzig ist was das Material angeht. Wir hatten vier defekte Expander, einen geplatzten Schlauch, eine defekten Getränkehalter und eine Nabe die sich gelockert hat. Gut dass es freundliche Bikeshops gibt die uns helfen und uns Werkzeug ausleihen.Und das war nur der Anfang. - Jeremy

Aus Florian's Tagebuch...

Kanada: Es ist schon eine unglaubliche Ferne in die man hier blicken kann. Riesige Berge mit Schnee auf dem Gipfel, umgeben von herrlich kalten Bergseen. Fast unvorstellbar, dass vor ca. 200 Jahren hier noch nichts gebaut war. Nun haben wir den inoffiziellen Teil von Great Divide beendet (Banff-Roosville).

Was mich neben der großartigen Natur noch beeindruckt, sind die fetten Autos die hier rum fahren meist Dodge oder Chevrolet. Ich habe den Eindruck hier wird alles etwas lockerer genommen von der Lebenseinstellung. Es ist verständlich, da die Menschen hier mehr Raum zum Leben haben und sich mehr ausbreiten können.

Zu Kanada kann ich nur sagen: "Love it or leave it!". - Florian


Juni 2010: Vorbereitungen - Die richtige Ausrüstung!

Eine Radtour mit 5.000 km muss gut vorbereitet sein um unterwegs keine bösen Überraschungen zu erleben. Das Great Divide Team hat sich in den letzten Wochen intensiv mit den Herausforderungen auf dem Weg quer durch Amerika auseinandergesetzt und die wichtigsten Dinge für Sie zusammengefasst.

zur Ausrüstung


April 2010: Vorgeschichte & Infos zur Tour

Nach Eurasien 2009 (Mainz nach Haifa) ... geht nun die Reise fort; härter, höher, weiter(-weg), schneller! Diesmal bewegen sich die Beine Richtung Amerika und die Rocky Mountains entlang der kontinentalen Trennung zwischen Ost und West. Drei Länder NUR: Kanada & Mexiko aber dazwischen ein Gigant: U.S.A. Extrem-Tour pur heißt es, knapp kalkuliert, höher denn je auf Straßen, Wegen, Trails durch Wälder und über Pässe der Nordamerikanischen National Parks

The Great Divide
... alles in Allem die längste MTB-Strecke der Welt!

Wir werden 50 Tage unterwegs sein und insgesamt ca. 5.000 km und ca. 60.000 Höhenmeter durchfahren, dass bedeutet im Durchschnitt 100 km und 1.300 Höhenmeter jeden Tag!

Die erste Etappe startet in Banff (Alberta, Kanada) bei 1.370 m und 346 Kilometer später endet die "inoffizielle" Great Divide Canada in Roosville (Montana, U.S.A.). Von dort aus geht es rauf und runter entlang der "offizielle" Great Divide Route durch die dichte Wälder und Bären-Land von Montana, Idaho, Wyoming auf die Plateaus und Gebirge Colorados. In Colorado erreichen wir den Höhepunkt bei 3.630 m. Dann geht es weiter durch New Mexico und zur US-Mexikanische Grenze um den Great Divide mit 4.000 Kilometern zu vollenden. Gestoppt wird aber noch nicht! Es bleiben uns noch weitere 650 Kilometer um das Abenteuer in Mexiko zu entdecken. Danach kann die lange Rückkehr nach Norden beginnen.

Route (bikemap.net)

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Ein großer Teil unserer Mitarbeiter sind selbst begeisterte Radsportler und nehmen in Ihrer Freizeit auch aktiv an Radsportveranstaltungen teil. Die gesammelten Erfahrungen geben wir in unseren Beratungsgesprächen gern an Sie weiter. Unser Sortiment umfasst Fahrräder in einer sehr großen Auswahl an Modellen und Marken, darunter auch Eigenmarken wie Carver welche exklusiv nur in Fahrrad XXL Filialen vertrieben werden. Ebenso erwartet unsere Kunden eine große Auswahl an Fahrradzubehör, Ersatzteilen, Fahrradbekleidung und auch Fitnessgeräten.

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