Im Rahmen der jährlichen Pressekonferenz Anfang März gab der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) die offiziellen Absatzzahlen der Fahrradbranche von 2016 bekannt. Dank E-Bikes blickt der Verband auf ein gutes Jahr zurück.

Umsatzsteigerung in 2016

Nachdem 2014 und 2015 aufgrund des sehr guten Wetters viele neue Fahrräder verkauft wurden, war 2016 allerdings ein schwieriges Jahr. Dies lag am kühlen und regnerischen 1. Halbjahr, das auch das 2. Halbjahr mit deutlich besserem Wetter nicht mehr ausgleichen konnte. In Zahlen ausgedrückt: Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag bei 4,05 Mio Einheiten 6,9 % unter dem Vorjahr. Der Umsatz konnte auf 2,6 Mrd. Euro gesteigert werden. Das ist ein Plus von rund 7 %. Daraus ergibt sich ein geschätzter Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, Teile- und Komponentenindustrie von 5,2 Mrd. Euro.

Doch wie ist diese Umsatzsteigerung bei einem Rückgang der Absatzzahlen zu erklären? Grund dafür ist der erneute Zuwachs bei den E-Bike Verkäufen sowie dem Trend zu immer hochwertigeren Ausstattungen der Zweiräder. Dies führte zu einem Anstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises pro Fahrrad (inkl. E-Bike) auf 643,- Euro (+15%).

E-Bike-Absatz übertrifft Erwartungen

Der anhaltende E-Bike-Boom beschert der Industrie und dem Verbraucher seit Jahren viel Freude. 2016 wurden diese Erwartungen weit übertroffen. Somit wurden 605.000 Elektroräder abgesetzt, das ein Zuwachs von 13 % gegenüber dem Vorjahr (535.000 Stück) ist.

Erstmalig wurden E-Bike-Absatzzahlen nach Modellgruppen ausgewiesen:

Der Anteil von E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt steigerte sich auf 15 %. Langfristig rechnet der ZIV mit einem Anteil von bis zu 30 %.

E-Bike-Fahren wird immer vielseitiger

Was sind die Gründe für den anhaltenden E-Bike-Boom?

  • Vielfalt der Modelle und Produktkategorien
  • Design
  • Weiterentwicklung der Antriebs- und Batterietechnologie
  • Neue Geschäftsmodelle (Leasing, Cargo)

Dabei sind E-Bikes “Made in Germany” weiterhin ein Exportschlager. 2016 konnte beim Export ein Plus von 66 % auf rund 233.000 Stück verzeichnet werden.

Entwicklungen des Fahrradbestands

Der Fahrradbestand in Deutschland insgesamt (Fahrräder & E-Bikes) hat sich nach Schätzungen des ZIV durch die Zuwächse im letzten Jahr verändert. Inzwischen gibt es ca. 73 Mio. Fahrräder auf deutschen Straßen. Den Anteil an E-Bikes schätzt der ZIV auf mittlerweile 3 Mio.

Und wie sieht die Entwicklung bei Rädern ohne E-Antrieb aus?

Hinsichtlich der Modellgruppenaufteilung (nach Absatz) lässt sich ein leichter Rückgang bei City- /Urban-, Trekking-, Jugendrädern und MTB feststellen. Während alle anderen Kategorien stabil blieben, konnten Holland- und Tourenräder und Sonstige (Lastenräder, Liegeräder, Singlespeed-Bikes) leicht zulegen.

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