Pulsierend die Städte, entspannend die Landschaften. Der Südtirol-Radweg verbindet neben Südtirols Städten auch zwei unterschiedliche Lebensrhythmen. Eine eindrucksvolle Radreise auf der Alpensüdseite. 

Eine Stadt im Flow

Die Uhr tickt schnell in Bozen. In der Landeshauptstadt trifft typisch italienisch und typisch deutsch aufeinander. “Buon giorno” und “Grüß Gott” wechseln hier im Sekundentakt, auf der Straße wird gehupt, gewunken, gelacht. Mopeds, Radfahrer und Öffis teilen sich was an Platz da ist. Alles ist in Bewegung. Im Flow wenn man will. Die Stadt steht nie still, obwohl sie mit knapp 110.000 Einwohnern im Vergleich zu anderen Städten in Europa nur ein Fleck auf der Landkarte ist. Aber zu sehen gibt es in Bozen einiges. Das Ötzimuseum zum Beispiel oder das Museion, das Museum für moderne Kunst, oder die Lauben mit ihren vielen Geschäften. Und zu trinken gibt es in Bozen auch viel. Etwa in den zwei Bierbrauereien in der Altstadt: Batzenbräu und Hopfen & Co.

Rein in die Natur mit Etappen zum Staunen

Bozen ist nur ein Etappenziel auf dem Südtirol-Radweg. Die weiteren Ziele sind Glurns, Meran, Brixen, Sterzing und Bruneck. Also das Gros der Städte im Land. Nirgends sonst kommt man in Südtirol so nah an die Einheimischen ran. Hier essen sie, hier arbeiten sie, hier treffen sie sie sich nach 17 Uhr auf einen Aperitivo, bevor es wieder raus aus der Stadt und rein in die Natur geht. Auf dem Land ticken die Uhren anders. Das Metronom ist die Natur, der Rhythmus ein sehr gemütlicher. Hier lässt es sich aushalten. Anstatt dem Puls der Stadt fühlen wir Ruhe und Leichtigkeit. Die Eindrücke des Tages lassen wir wirken, auf Instagram posten wir die besten Schnappschüsse. Beim Abendessen im BikeHotel am Südtirol-Radweg stecken wir uns die Ziele für die nächsten Tage. Meran ist an der Reihe. Und die Via Claudia Augusta bis nach Glurns.

Neuer Tag, neue Stadt

Am nächsten Morgen schwingen wir uns wieder auf unsere Räder. Genug Idylle, Stadtleben steht an. Wir treten dem Südtirol-Radweg entlang Richtung Norden. Es geht durch Weinberge und Apfelwiesen, die Berggipfel vor uns sind noch schneeweiß angezuckert. Auf dem Weg nach Meran besuchen wir die Gärten von Schloss Trauttmansdorff. Sie sind Südtirols beliebtestes Ausflugsziel und stellen auf einer Fläche von 12 Hektar über 80 Gartenlandschaften mit Pflanzen aus aller Welt vor. Den Gärten angeschlossen ist das Touriseum: Es bietet eine unterhaltsame Rückschau auf die Tourismusgeschichte Südtirols. Und wenn wir schon in der touristischen Hochburg Meran sind, wollen wir auch herausfinden, was sie so besonders macht: die Lauben und die Kurpromenade sicherlich, aber nicht zu vergessen auch die vielen Kaffees und alternativen Läden. Heute wird es nichts mehr mit Glurns. Egal. Wir buchen uns in einem BikeHotel etwa 15 km von Meran entfernt ein. Wieder back to nature sozusagen.

Südtiroler Radweg: auf zwei Rädern von City zu City
Lass die Sterne spechen