Jul 09

Tour de France 2019: Trikots & Wertungen

Die 106. Austragung der Tour de France findet vom 6. Juli bis 28. Juli 2019 statt. Das wichtigste Etappenrennen des Straßenradsports startet mit dem „Grand Départ“ in Brüssel und endet traditionsgemäß mit dem Finale in Paris.

3460 Kilometer mit 21 Etappen sind zu bewältigen, darunter erstmals in der diesjährigen Tour de France eine knappe Woche mit Kletteretappen und drei Zieleinfahrten auf einer Höhe über 2.000 m. Die Tour de France 2019 Etappen haben wir hier aufgelistet.

Tour de France 2019 feiert besonderes Jubiläum

Die diesjährige Austragung der Frankreichrundfahrt steht ganz im Zeichen eines besonderen Jubiläums. Das erste Wertungstrikot in der Geschichte des Radsports, das Gelbe Trikot, feiert am 19. Juli seinen 100. Geburtstag.

Ehrenvolle Vergabe von bunten Trikots nach jeder Etappe

Jede der 21 Etappen der Tour de France endet mit einer feierlichen Zeremonie. Den besten Fahrern unterschiedlicher Kategorien werden Trikots in verschiedenen Farben verliehen. Diese besondere Siegerehrung findet an jedem Abend nach Etappenende statt. Feierlich werden den Gewinnern verschiedener Kategorien die bunten Trikots angezogen, die sie würdevoll während der Strapazen der nächsten Etappe tragen und natürlich auch verteidigen wollen.

Welche Bedeutung haben die Wertungstrikots?

Gelb, grün, gepunktet und weiß – die begehrtesten Trikotfarben der Tour de France

Ganz einfach erklärt, kennzeichnen die Trikots die besten Fahrer verschiedener Wertungsklassen. So sind der Gesamtschnellste, der schnellste Sprinter, der beste Bergfahrer und der Erste der Jungprofis für das Publikum und auch für die Journalisten schnell erkennbar und ragen aus der Masse heraus.

Die Idee stammte vor hundert Jahren von Henri Desgrange, dem Organisator der Tour von 2019. Er wollte die Tour für das Radpublikum interessanter machen und bestellte verschiedene einfarbige Trikotfarben, damit die Zuschauer erkennen können, wer der jeweils Führende in den unterschiedlichen Klassements ist. Nach dem ersten Weltkrieg war es in Paris schwer, Textilfarben zu bekommen und es blieb zunächst bei gelb. Das war die Geburtsstunde des Gelben Trikots – das optische Zeichen des führenden Fahrers in der Gesamtwertung. Die anderen Farben und auch das Gepunktete Trikot folgten erst sehr viel später.

Selten gelingt es ein und denselben Fahrer mehrere Wertungstrikots auf einmal zu gewinnen. Dem Ausnahmesportler Eddie Merckx gelang es 1969 nicht nur Gesamtsieger und somit Träger des Gelben Trikots zu werden, sondern er schaffte

es, sowohl die Sprintwertung (grün) als auch die Bergwertung (gepunktet) anzuführen. In diesem Fall wird immer das ranghöhere Trikot getragen.

Das Gelbe Trikot – „le maillot jaune“

Das Gelbe Trikot kennzeichnet den Fahrer mit der geringsten Gesamtzeit aller bisherigen gefahrenen Etappen. Es wird wie alle Wertungstrikots nach jeder Etappe feierlich verliehen. Die begehrteste Trophäe im Radsport feiert in der diesjährigen Austragung der Tour de France ein besonderes Jubiläum. Seit nunmehr 100 Jahren träumen die Teilnehmer der Tour davon, wenigstens einmal das Gelbe Trikot überstreifen zu dürfen.

Berühmte Träger des Gelben Trikots

Der erste Träger des Gelben Trikots war 2019 war der Franzose Eugène Christophe. Der Belgier und fünffache Toursieger Eddy Merckx trug das Trikot des Spitzenreiters 96 Etappen lang. Der Luxemburger Nicolas Frantz schaffte es 1928 als einziger Fahrer, das Gelbe Trikot von der ersten bis zur letzten Etappe zu tragen.

Dem Gelben Trikot gebührt eine besondere Ehre auch in letzter Etappe

Der Träger des Gelben Trikots wird in der letzten Etappe nicht mehr angegriffen. Die „Tour d’honneur“ startet der Führende des Gesamtklassements im Gelben Trikot und fährt so traditionell als Sieger auf der Avenue des Champs- Élysées über die Ziellinie. Kein anderer Fahrer macht ihm dieses Trikot zuletzt noch streitig.

Das Grüne Trikot – „le maillot vert“

Das Grüne Trikot ist den Sprintkünstlern unter den Radprofis gewidmet. Da sie im Gesamtklassement eher in den hinteren Rängen zu finden sind, hat man 1953 mit der grünen Kennzeichnung ein Trikot eingeführt, das auch die Leistung der besten Sprinter einer Etappe sichtbar macht. Die Punktevergabe der Sprintwertung fällt je nach Gelände unterschiedlich aus und enthält außerdem Punkte für Zwischensprints.

Bekannte Träger des Grünen Trikots sind Erik Zabel und Jan Ulrich

Das Gepunktete Trikot – „le maillot à pois rouges“

Bereits seit 1933 wird die Bergwertung ausgelobt, das weiße Trikot mit den roten Punkten gibt es allerdings erst seit 1975. Aus den Kategorien 1 (schwer) bis 4 (leicht) sowie der außerordentlich schweren „hors catégorie“ (HC) werden an den Anstiegen Wertungspunkte vergeben und führen zur Verleihung des Gepunkteten Trikots für den besten Bergfahrer nach jeder Etappe.

Das ungewöhnliche Design entstammt dem damaligen Sponsor. Die Schokoladenfabrik Menier verkaufte damals ihre Produkte in weißem Papier mit roten Punkten.

Bekannte Bergfahrer waren der Franzose Richard Virenque und der Spanier Federico Bahamontes sowie in Deutschland die Tour de France-Fahrer Jens Voigt und Marcel Wüst.

Das Weiße Trikot – „le maillot blanc“

Seit 1975 gibt es im Klassement eine Wertung für den besten Jungprofi. Die Fahrer, die in dem Jahr der Teilnahme höchstens 25 Jahre alt sind, kommen für diese Ehrung in Frage. Zwischen 1989 und 1999 wurde kein Trikot vergeben, das „Maillot Blanc“ wurde allerdings im Jahr 2000 wieder eingeführt. Einige Jungprofis gewannen nicht nur das Weiße Trikot, sondern erlangten auch gleichzeitig das Gelbe Trikot, wie zum Beispiel der Spanier Alberto Cantador und die Deutschen Jan Ulrich und Andy Schleck.

Rückennummern für die Teamwertung und den kämpferischsten Fahrer

Teamwertung bei der Tour de France

Vor der Einführung der Helmpflicht trugen die Fahrer des erfolgreichsten Teams eine gelbe Mütze. Aktuell werden die Fahrer mit einer gelben Rückennummer gekennzeichnet. Das Tragen von gelben Helmen ist den führenden Teams gestattet, ausgezeichnet werden sie offiziell allerdings nur mit einer gelben Rückennummer mit schwarzen Ziffern.

Kämpferischster Fahrer der Tour

Eine rote Rückennummer mit weißen Ziffern erhält der kämpferischste Fahrer. Diese Wertung ist die einzige, die nicht durch gesammelte Punkte ausgelobt wird, sondern durch eine Jury von Sportlern, Rennleitung und Journalisten.

Die Preisgelder der Tour de France

Prestige und Marktwert

Das Tragen der Wertungstrikots sowie der Rückennummern bedeutet nicht nur Prestige. Bei allem Stolz, den die Fahrer der Tour de France durch die Ehrungen erfahren, spielt natürlich auch das Preisgeld eine Rolle. Allerdings liegt die Summe mit etwa 2,5 Millionen Euro gemessen an einer derart großen Veranstaltung eher in einem unteren Bereich.

Nicht zu unterschätzen ist allerdings der Marktwert eines Radprofis, der bei der Tour de France erfolgreich war. Anstellungs- und Werbeverträge winken hier mit weitaus lohnenderen Summen.

Preisgelder

Insgesamt werden bei der Tour de France etwa 2,5 Millionen Euro vergeben.

Auf den Gesamtsieg entfallen 500.000 Euro, der Zweitplatzierte erhält 200.000 Euro und der Dritte 100.000. Von Platz 20 an gibt es für jeden Fahrer, der in Paris ankommt, noch 1000 Euro.

Ein Tag im Gelben Trikot bringt 500 Euro.

Ein Tag im Grünen Trikot 300 Euro, das Bergtrikot ebenfalls 300 Euro. Als Gesamtsieg gibt es pro Wertung 25.000 Euro. Der jeweils Achte bekommt noch 2.000 Euro.

Ein Etappensieger erhält 11.000 Euro, für den Zweiten und Dritten entfallen 5500 und 2800 Euro. Der 20. Fahrer der Etappe bekommt noch 300 Euro.

Für einen Tagessieg in der Teamwertung gibt es 2800 Euro. Der Gesamtsieger erhält 50.000 Euro, der Fünfte noch 8000 Euro.

Der Träger des Weißen Trikots bekommt täglich 300 Euro. Der Gesamtsieger erhält 20.000 Euro, der Vierte noch 5000 Euro.

Der kämpferischste Fahrer des Tages erhält 2000 Euro. Der Gesamtsieger bekommt 20.000 Euro.

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Über den Autor

Fährt gerne: Feld, Wald und Wiese

Bikes: Grace MX-S, KTM Macina Street, Cube AMS 100

Lieblings-Radrevier: Rheinhessisches Hügelland

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