Aug 20

Bluthochdruck senken durch Fahrradfahren – ist das möglich?

Fahrradfahren bei Bluthochdruck kann eine Lösung sein. Regelmäßige Bewegung im moderaten Tempo ist gut für das Herz-Kreislauf-System. Gibt dir das Fahrradfahren also die Möglichkeit, das Bluthochdruck Risiko zu minimieren? Könnte es sogar ein Weg für dich sein, auf blutdrucksenkende Mittel zu verzichten? Die Gründe für die Erkrankung an Bluthochdruck sind sehr unterschiedlich. Starte also nicht mit deinem Training, ohne dich medizinisch aufklären zu lassen.

Die Bedeutung von Bluthochdruck

Unser Herz passt sich unterschiedlichen Situationen an. Haben wir Stress oder arbeiten körperlich, müssen die Muskeln mit mehr Sauerstoff versorgt werden als im Normalzustand, also arbeitet unser Herz stärker. Und der Blutdruck erhöht sich. Das ist gut so und notwendig. Der Blutdruck ist dynamisch, d.h. er verändert sich und passt sich an die jeweils herrschenden Bedingungen an. Relaxen wir, beruhigt sich die Herztätigkeit und das Herz nimmt wieder seinen normalen, ruhigen Rhythmus auf.  

Bei Dauerstress, zum Beispiel hervorgerufen durch zu viel Arbeit, Sorgen oder auch schlechter Ernährung, Übergewicht und/oder Rauchen kann ein Bluthochdruck chronisch werden. Das Herz pumpt nun ohne nennenswerte Pausen auf Hochtouren. Dadurch können Folgeerscheinungen wie die bekannten Zivilisationskrankheiten entstehen: Herzschwäche, Gefäßverkalkung, Herzinfarkt, Schlaganfall. Auch Nieren und Augen können Schäden nehmen.  

Die wenigsten Menschen, die unter hohem Blutdruck leiden, haben eine genetische Vorbelastung. Meist liegen die Ursachen der Erkrankung in einer ungesunden Lebensweise. Die gute Nachricht: Durch eine gesunde Lebensweise und eine moderate sportliche Betätigung stehen die Chancen nicht schlecht, das Problem Bluthochdruck zu mindern wenn nicht sogar es loszuwerden. 

Kein Trainingsstart ohne ärztliche Kontrolle

Ob bei dir Bluthochdruck vorliegt und in welcher Ausprägung er ist, muss ein Arzt diagnostizieren. In jedem Fall ist es ratsam, den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und sich vom Arzt beraten zu lassen, was im Falle eines zu hohen Blutdrucks für dich die richtige Therapie ist. 

Radfahren als Beitrag zur Herzgesundheit

Ein maßvolles Training kann Bluthochdruck vorbeugen und auch abschwächen. Radfahren hat den Vorzug, dass die Belastung sehr gut reguliert werden kann. Fährt man nicht gerade ganz steile Berge hoch, kann man mithilfe einer guten Gangschaltung jeweils eine Belastung wählen, die herzgesund ist. Moderat sollte die Belastung sein, d.h. man sollte ein Tempo wählen, bei dem man so in die Pedale treten kann, dass man nicht außer Atem gerät. Große Kraftanstrengungen müssen vermieden werden. Sie bewirken einen rasanten Anstieg der Herzfrequenz und sind somit nicht gut für Menschen mit Bluthochdruck. Steile Anstiege sind im Training für Rad fahrende Hypertoniker nicht vorgesehen und können sogar gefährlich sein. 

Moderates Training dank Pedelec / E-Bike

Die Anschaffung eines Pedelec / E-Bikes kann sinnvoll sein. Wenn du nicht gerade im Flachland wohnst, führt dich der (Rad-)Weg über anstrengende Berge immer wieder in Trainingsbereiche, die deinen Blutdruck in die Höhe schnellen lassen. Kraftanstrengungen sind bei Bluthochdruck nicht gesund. Dein Radtraining muss maßvoll sein. In den Bergen oder bei Gegenwind ist ein Pedelec ein sehr guter Begleiter, weil du neben der Gangschaltung außerdem eine Belastungsstufe des Motors einstellen kannst. So schiebt dich dein Pedelec die heimatlichen Berge hoch, ohne dass du in Trainingsbereiche kommst, die für dein Herz nicht gesund wären.  

Wenn du grundsätzlich eher nicht vom Sport kommst und deine Kondition noch viel Verbesserungspotential hat, ist ein Pedelec allemal eine gute Lösung. Du kannst in Pulsbereichen radeln, die dich fitter machen und dir langfristig zu einer guten Fitness verhelfen, ohne den Spaß am Radeln zu verlieren, weil es sich einfach zu anstrengend anfühlt. Eine gesunde Anschaffung, die du dir durchaus überlegen solltest.

E-Bike Stadt© Microgen

Was kann ich tun, um meinen Blutdruck zu senken?

Mit Medikamenten kann der Blutdruck gesenkt werden, aber oft reicht die Umstellung der Lebensweise. Hier weisen wir allerdings nochmals darauf hin, dass eine ärztliche Klärung unabdingbar ist. Ein Arzt kann dir erklären, in welcher Herzfrequenz du dich bewegen sollst. Er wird dir vermutlich raten, während der Aktivität einen Pulsmesser zu tragen, um deine Herzfrequenz im Training zu kontrollieren. Ein Herz ist sehr individuell und du solltest nicht mit Trainingsplänen trainieren, die allgemeiner Art sind. Im Netz stehen diverse Trainingspläne zum Download zur Verfügung. Vielleicht würdest du mit Glück sogar genau den Plan finden, der für dich der richtige wäre. Aber vertrau gerade mit Bluthochdruck lieber auf den Rat eines guten Arztes. Vielleicht hast du sogar einen Sportarzt in deiner Nähe, der dir einen Trainingsplan vorschlagen kann, der auf dich abgestimmt ist. Es ist dein Herz, das da in dir schlägt. Das gibt es nur einmal – und du solltest gut zu ihm sein. 

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

3 Kommentare

  1. finn
    12. Juni 2019 at 13:48 · Antworten

    Konnte mir ja nicht vorstellen, dass das Radfahren den Hochblutdruck heruntergehen lässt. Dankbar für die Anregung und die lebhafte Ermunterung! Leide ja in der Sommerzeit und Umgangsperiode an Hochblutdruck. Es ist ja viel lieber Rad zu fahren, als Tabletten einzunehmen. Aber bei akuten Schmerzen sind die doch unvermeidlich.

  2. Helga
    1. Februar 2019 at 08:06 · Antworten

    Ich konnte mir nicht vorstellen, dass das Fahrrad fahren den Blutdruck senkt. Ich bin den ganzen Tag in Bewegung und trinke dadurch viel koffeinhaltiges Wasser, um mich wohl in Form zu fühlen. Von der Freundin habe ich erfahren, dass die Bewegung den Blutdruck stark senken kann. Vielleicht daher kommt mein Durst. Vielen Dank für die für mich neue Information! Die Bilder regen mich an, das Rad zur Hilfe zu nehmen!

  3. Bernd Klier
    7. September 2018 at 16:16 · Antworten

    Wer was bewegen will, auch an seiner Gesundheit, muß sich schon selbst bewegen und sich nicht mit einem Mofa (= E-bike) bewegen lassen.
    Das habe ich, 58 jahre alt, gerade auf dem Jakobsweg in 800km zu Fuß und auf dem Rad, gelernt.
    Es gibt nix für nix.

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