Jun 16

So kann ich meinem Kind das Fahrradfahren beibringen

Kinder sind wahre LebenskĂŒnstler, wenn es darum geht, Dinge zu erlernen. Dies trifft auch auf das Fahrradfahren zu. HĂ€ufig denken Eltern, sie mĂŒssen ihr Kind schon sehr frĂŒh dazu bewegen, das Fahrradfahren zu erlernen. Doch besser ist es, das Kind selbst den Zeitpunkt hierfĂŒr bestimmen zu lassen. Denn Kinder ahmen liebend gerne nach und versuchen bereits in jungen Jahren den Großen nachzueifern – auch beim Fahrradfahren. Sollte das eigene Kind also plötzlich Fahrradfahren wollen, so ist dies nichts Ungewöhnliches, sondern sollte als Anlass genommen werden, die ersten Fahrversuche zu unternehmen.

Dabei spielt es keinesfalls eine Rolle, wie alt das Kind ist. Auch wenn das Kind keine deutlichen Signale gibt, dass es gerne das Fahrradfahren erlernen möchte, so kann es durchaus sein, dass es bereits dazu in der Lage ist. Sobald es die entsprechenden motorischen FÀhigkeiten zeigt und auch einen gewissen Bewegungsdrang hat, um auf ein Laufrad zu steigen, kannst du es fragen, ob es nicht einmal auch Fahrradfahren möchte. Bejaht es deine Frage, ist es an der Zeit, ein geeignetes GefÀhrt zu besorgen.

Die Suche nach dem richtigen Kinderfahrrad

Familie zu Fuß und mit Fahrrad im Sommer © Kzenon - Fotolia.com

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Sobald das Kind ein erstes Interesse zeigt, solltest du dich nach einem geeigneten Kinderfahrrad umschauen. Hier stehen verschiedene Modelle zur Auswahl. WĂ€hrend es einige Eltern erst mal mit einem Roller versuchen, greifen andere zu einem Laufrad. Entscheidest du dich direkt fĂŒr ein normales Fahrrad, so solltest du die Verwendung von StĂŒtzrĂ€dern nicht in Betracht ziehen.

Fahrrad mit Stuetzraedern © tomstribick - Fotolia.com

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NatĂŒrlich haben viele Eltern das Fahrradfahren von ihren Eltern mit StĂŒtzrĂ€dern beigebracht bekommen. Daher kann es doch eigentlich gar nicht so falsch gewesen sein. Oder? StĂŒtzrĂ€der haben aber einen großen Nachteil: Sie sind schlecht fĂŒr den Lernprozess des Fahrradfahrens. Schon wenn ein Kind das Laufen lernt, entwickelt es ein natĂŒrliches Gleichgewicht, um nicht hinzufallen. Durch den Einsatz von StĂŒtzrĂ€dern ist das Kind allerdings in seinem Lernprozess gestört, da es die notwendigen Ausgleichsbewegungen nicht mehr selbst ĂŒbernehmen muss. Die Verwendung von StĂŒtzrĂ€dern sollte daher unbedingt von Beginn an vermieden werden.

 

 

Vorkehrungen treffen und unnötigen Stress vermeiden

© berc - Fotolia.com

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Sobald der Wille des Kindes da ist und ein Kinderfahrrad sowie ein passender Helm organisiert wurden, kann es auch schon losgehen. Wichtig fĂŒr die ersten Fahrversuche ist es, dass du selbst unbedingt ruhig und gelassen bleibst und deinem Kind alle Zeit gibst, die es braucht. Dem Kind vorzuwerfen, du hĂ€ttest so viel Geld ausgegeben und es habe noch immer nicht gelernt, Fahrrad zu fahren, ist dann mehr als kontraproduktiv und fĂŒhrt ĂŒber kurz oder lang nur dazu, dass das Kind frustriert das Handtuch werfen wird. Auch vorschnelle AnkĂŒndigungen wie „Morgen lernst Du Fahrradfahren“ sollten im besten Fall vermieden werden. Denn dadurch fĂŒhlt sich dein Kind allenfalls unter Druck gesetzt, weil es der Meinung sein könnte, es muss an diesem Tag auch wirklich das Fahrradfahren lernen – ganz gleich, ob es dann auch wirklich Lust dazu hat oder nicht. Du solltest daher Ruhe bewahren und dich darauf einstellen, dass es eine Weile dauern kann, bis dein Kind selbst entscheidet „Heute möchte ich das Radfahren lernen“.

Das erste Fahrrad – Fahrtauglichkeit und Sicherheit gewĂ€hrleisten

© kids.4pictures - Fotolia.com

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Das erste Fahrrad deines Kindes sollte fahrtauglich sein, was nun nicht etwa bedeutet, dass es auch sofort verkehrssicher sein muss. Sprich: Reflektoren, Fahrradklingel und Beleuchtung mĂŒssen nicht sofort vorhanden sein. Vielmehr solltest du darauf achten, dass das Fahrrad mit einem Kettenschutz versehen ist, damit sich nichts darin verfangen kann, wie etwa das Hosenbein oder die SchnĂŒrsenkel des Kindes. Auch Sicherheitslenkergriffe und ein Aufprallschutz am Lenker sind empfehlenswert. SelbstverstĂ€ndlich sollten auch die Bremsen des Kinderfahrrades korrekt eingestellt sein und fehlerfrei funktionieren.

Des Weiteren ist es wichtig, dass Sattel und Lenker korrekt eingestellt werden. Der Sattel hat die richtige Höhe, wenn dein Kind auf dem Sattel sitzend den Boden noch gut erreichen kann, ohne umzufallen. Meist ist es bereits ausreichend, wenn nicht der gesamte Fuß, sondern nur der vordere Fußballen den Boden berĂŒhrt. Aber auch der Lenker sollte in der Höhe passend justiert werden, sodass dein Kind diesen sowie die Bremsgriffe problemlos erreichen kann, auch wenn es Kurven fĂ€hrt.

Sicherheit geht vor

Bei vielen Eltern ist ein Fahrradhelm alles andere als gerne gesehen. Doch gerade zu Beginn ist es ratsam darauf zu bestehen, dass es einen Fahrradhelm trĂ€gt. Deshalb solltest du am besten gemeinsam mit dem Kinderfahrrad auch gleich einen passenden Kinderhelm kaufen. Denn im Falle eines Sturzes ist dadurch der Kopf vor Verletzungen geschĂŒtzt. Unter UmstĂ€nden findest du sogar einen Fahrradhelm mit einem schönen Motiv, sodass dein Kind den Helm gerne seinen Freunden zeigen wird.

Der richtige Ort zum Üben

© ARochau - Fotolia.com

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Damit das Unfallrisiko weitestgehend gemindert werden kann, sollte das Erlernen des Fahrradfahrens nur auf verkehrsfreien PlĂ€tzen erfolgen. Hier eignen sich vor allem solche PlĂ€tze, die einen flachen, glatten Untergrund bieten, der zudem noch gut ĂŒberschaut werden kann, wie beispielsweise SupermarktparkplĂ€tze nach GeschĂ€ftsschluss oder asphaltierte Feldwege.

Und so kannst du grundsĂ€tzlich vorgehen, wenn du deinem Kind beim Üben helfen möchtest

Es ist ratsam, dass die Kinder bereits Erfahrungen mit einem Roller oder Laufrad gesammelt haben, ehe sie auf das Fahrrad steigen. Vor allem der Gleichgewichtssinn sollte auf diesem Wege geschult werden, um die Kinder auf das Fahrradfahren vorzubereiten. Entgegen der weitlĂ€ufigen Praxis sollte man beim Üben jedoch auf StĂŒtzrĂ€der verzichten. Diese bieten zwar zu Beginn Sicherheit, doch erschweren sie spĂ€ter das Erlernen des freien Fahrens.

Und so gehts © Michael Ireland - Fotolia.com

Und so gehts © Michael Ireland – Fotolia.com

Um das Sturzrisiko bei den ersten Fahrversuchen zu reduzieren, schieben viele Eltern ihren Nachwuchs anfangs bzw. halten das Fahrrad am Sattel oder GepĂ€cktrĂ€ger fest. Damit das Kind jedoch ein GefĂŒhl fĂŒr das Fahrradfahren bekommt, sollte das Rad leicht von hinten angestoßen und das Kind im Anschluss daran zum Treten motiviert werden. Beim Fahren sollte das Kind aufrecht auf dem Fahrrad sitzen und den Blick stets nach vorne, also in Fahrtrichtung, haben. Vor allem wenn Mama oder Papa hinter dem Fahrrad herlaufen, schauen die Kleinen aus Unsicherheit hĂ€ufig nach hinten und verlieren dadurch das Gleichgewicht. Besser ist es hier, wenn sich der unterstĂŒtzende Elternteil nach dem Anstoßen links oder rechts vom Rad positioniert und nebenher lĂ€uft. Dadurch kann eine „schĂŒtzende Hand“ auf die Schulter oder an die Taille gelegt werden, um im Notfall schnell einzugreifen und StĂŒrze zu verhindern.

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Über den Autor

FĂ€hrt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: AllgÀu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

5 Kommentare

  1. Christian
    1. Oktober 2017 at 12:34 · Antworten

    Wie bringt man konkret einem motorisch sehr gut entwickelten Kind, dass bereits sicher mit Roller und Laufrad unterwegs ist, Fahrrad fahren bei wenn man wie in den heutzutage ĂŒblichen Artikeln auf a) StĂŒtzrĂ€der und b) festhalten verzichten soll? Danke.

    • Daniel
      4. Oktober 2017 at 07:40 · Antworten

      Hallo Christian,

      danke fĂŒr deinen Kommentar.

      Wir empfehlen das Rad leicht von hinten anzustoßen und das Kind im Anschluss daran zum Treten zu motivieren. Beim Fahren sollte das Kind aufrecht auf dem Fahrrad sitzen und den Blick stets nach vorne, also in Fahrtrichtung, haben. Du als Papa solltest dann nicht hinter dem Kind herlaufen, denn so könnte es sein, dass dein Kind aus Unsicherheit nach hinten schaut und dadurch das Gleichgewicht verliert. Besser ist es hier, wenn du dich nach dem Anstoßen links oder rechts vom Rad positionierst und nebenher lĂ€ufst. So kannst du eine „schĂŒtzende Hand“ auf die Schulter oder an die Taille legen, um im Notfall schnell einzugreifen und einen Sturz zu verhindern.

  2. Elena
    23. November 2016 at 16:56 · Antworten

    Hei,
    Super Artikel, jedoch muss ich auch fragen, welches Fahrrad wĂŒrden Sie fĂŒr Kinder (11 Jahre alt) empfehlen, die in einer Stadt wo es viele HĂŒgel gibt, fahren mĂŒssen?
    LG
    Elena

    • Fabian
      24. November 2016 at 16:50 · Antworten

      Hallo Elena,
      in einer Stadt mit vielen HĂŒgeln empfiehlt sich vielleicht ein Rad mit einer 3- oder 7-Gang-Nabenschaltung.
      Weiteres kannst du in unserem Kinderfahrrad Ratgeber finden.

  3. GĂŒnter
    30. Oktober 2016 at 12:23 · Antworten

    Guter Artikel um Kindern das Fahrrad fahren richtig beizubringen. Sicherheit ist fĂŒr die Kinder das Wichtigste. Gerade der Kopf muss gut geschĂŒtzt werden, da dieser im Falle eines Sturzes den weitesten Weg zum Boden hat.

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