Apr 10

Kinderanhänger vs. Kindersitz

Wir haben uns näher mit dem Thema „Kindertransport auf dem Fahrrad“ beschäftigt und wollen dir die Vor- und Nachteile der zwei verschiedenen Beförderungsmethoden näher bringen. 

Gerne möchte man im Sommer das Auto stehen lassen und die Familienausflüge mit dem Fahrrad unternehmen. Dafür wird oftmals ein passender Kindersitz oder ein Fahrradanhänger benötigt. Weil es unter euch vermutlich auch ein paar gibt, denen es ähnlich geht, haben wir uns mal dran gemacht und die Vor- und Nachteile von Kinderanhängern sowie Kindersitzen näher beleuchtet. Vielleicht hilft es dir ja auch bei der Entscheidungsfindung.

Kindersitze für vorn und hinten

Kindersitze gibt es sowohl für hinten, wie auch für vorn. Der Kindersitz für vorn ist lediglich für Kinder bis zu einem Gewicht von 15kg geeignet und setzt dein Kind direkt den Witterungsverhältnissen aus. Gleichzeitig bieten diese Sitze den Vorteil, dass du deinen Nachwuchs, und dieser die Umwelt, stets im Blick haben. Die Kindersitze für hinten eignen sich für Kinder bis zu einem Gewicht von 22kg und werden meistens mit Hilfe einer separateTestsieger bei den Kindersitzenn Halterung am Sattelrohr befestigt. In deinem Rücken hast du zwar nicht alles im Blick (hier kann ein Rückspiegel helfen), aber dein Sozius sitzt in deinem Windschatten und ist wesentlich geschützter. Zusätzlich lassen sich die Rückenlehnen der meisten modernen Hintersitze, wie dem mehrmaligen Testsieger Römer Jockey Komfort, in eine angenehme Ruheposition bringen, sodass der Kopf deines schlafenden Kindes nicht unkontrolliert nach vorn kippt.

Kinder haben beim Kindersitz die Möglichkeit durch die Nähe zu deinen Eltern, jederzeit Fragen zu stellen, das fördert die Sprachentwicklung deines Kindes und schafft Wissen. Ein Kindersitz eignet sich perfekt für kurze Stadtfahrten zum Supermarkt oder zum Spielplatz. Denn im Vergleich zum Gespann mit Anhänger ist ein Rad mit Kindersitz wendiger beim Fahren und unproblematischer abzustellen. Ein weiterer wichtiger Faktor sind sicherlich auch die Kosten. Während ein sehr guter Kindersitz mit Halterung schon für rund 100 Euro erhältlich ist, kann man für einen Anhänger mit dem nötigen Zubehör auch schnell zwischen 500 und 1000 Euro hinlegen.

Tipps für den Kauf

Suche dir einen Sitz, der sicheren Halt gibt und sich trotzdem unkompliziert aus der Halterung lösen lässt. Beim Kauf solltest du außerdem auf einfach verschließende Gurte mit Kindersicherung, Speichenschutz für Schnürsenkel und Kinderfüße, die Reflektorausstattung und auf eventuelle scharfe Kanten achten. Grundsätzlich solltest du dir aber bewusst sein, dass Kindersitze weniger Schutz bieten als Anhänger. Bei einem Unfall ist das Kind weniger geschützt und fällt unter Umständen aus großer Höhe auf den Asphalt. Lass daher nie das Fahrrad mit dem Kind im Sitz irgendwo stehen. Selbst ein empfohlener zweibeiniger Fahrradständer verhindert nicht immer ein Umkippen.

Nähere Informationen und ein ausführlicher Test ist beispielsweise bei der „Trekkingbike“ online abrufbar.

Fahrradanhänger für ein oder zwei Kinder

Fahrradanhänger bieten hingegen eindeutig mehr Sicherheit. Sei es durch die geringe Höhe oder durch den bei vielen Modellen verstärkten Boden. Selbst wenn der Radfahrer stürzt, kippt der Hänger normalerweise nicht um. Im Gegenteil zum Kindersitz wirkt sich der Anhänger wesentlich weniger negativ auf die Stabilität des Fahrrads und das Fahrverhalten aus. Außerdem kannst du ganz normal auf das Fahrrad steigen, da der Nachwuchs nicht direkt hinter dem eigenen Sattel sitzt.

Croozer ZweisitzerEin weiterer Vorteil liegt beim Fahrradanhänger ganz klar im Stauraum. Neben einem Kind lässt sich auch noch problemlos der nächste Einkauf transportieren. Wenn es ein Anhänger sein soll und genügend Platz im Treppenhaus vorhanden ist, dann greife besser gleich zum Zweisitzer. Hier hast du zusätzlichen Stauraum und kannst jederzeit noch ein zweites Kind mitnehmen. Bedenken sollte man bei Anhängern allgemein, dass es nicht immer genügend Parkfläche für ein Fahrrad mit Anhänger gibt. Gerade im engen und hektischen Stadtverkehr kann der Anhänger schnell zum Hindernis werden. Außerdem sollten vor allem vielbefahrene Straßen gemieden werden, da dein Sozius sonst nonstop den giftigen Autoabgasen ausgesetzt ist.

Wichtiges Zubehör für den Anhänger

Um die doch recht schweren Anhänger komfortabel ziehen zu können, solltest du auf jeden Fall ein Fahrrad mit leichten Übersetzungen und guten Bremsen haben. Der Anhänger  sollte eine unabhängige Lichtanlage besitzen. Da die Anhänger inzwischen genauso beliebte Diebstahlobjekte wie Kinderwagen sind, empfiehlt sich immer ein zusätzliches Schloss. Wo wir schon mal beim Thema Kinderwagen sind: Ein zusätzlich ansteckbares Vorderrad macht aus vielen Anhängern spielend leicht einen solchen.

Beim Kauf eines Fahrradanhängers sollte man auf Folgendes achten: die Stabilität der Fahrradanhänger für AusflügeKonstruktion, eine Federung oder eine eingehängte Sitzfläche, gute Sicherheitsgurte, Stauraum, eine einfache Handhabung bei der Ankopplung und eventuell die Möglichkeit das Gefährt zusammenfalten zu können. Und auch im Hänger gilt: Helm auf!

Weitere Tests zum Thema Fahrradanhänger findest du beim ADAC oder Stiftung Warentest.

Fazit

Je nach Einsatzbereich, Wohngegend und finanziellem Spielraum lassen sich unterschiedliche Empfehlungen aussprechen: Wenn du viele Radtouren und lange Strecken fährst, ist der Anhänger eine tolle Sache, dann noch als Kinderwagen genutzt, perfekt! Soll es das Portemonnaie schonen, hauptsächlich kurze Strecken in der Stadt gefahren werden und ist wenig Platz vorhanden, dann ist der Kindersitz die richtige Wahl. Zum Thema Unfall: Bei einem schweren Zusammenstoß mit einem Auto bieten beide Systeme keine ausreichende Sicherheit. Schütze daher auf jeden Fall den Kopf deines Kindes immer mit einem Helm!

Verschiedene Anhängermodelle findest du in unserem Onlineshop in unserer Anhänger & Kindersitze Kategorie. Besonders zu empfehlen sind die Anhänger der Thule Chariot Reihe.

Vor- und Nachteile zur Übersicht

     Kinderanhänger      Kindersitz
     Rangieren           +
     Bremsen           +
     Kippneigung in Kurven      +     
     Hindernisse überfahren      0      0
     Seiten- und Heckcrash           +
     Sturzunfälle      +     
     Rückhaltesytem      0      0
     Fahrverhalten           +
     Standsicherheit      +     
     Befestigungssicherheit      0      0
     Sitzkomfort      +     
     Gepäckvolumen      +     
     Schlafmöglichkeit      +     
     Gewicht           +
     Preis           +

+ = klar im Vorteil
= im Nachteil
0 = gleichwertig

Das könnte dich auch interessieren

War dieser Beitrag hilfreich?
Lass es uns wissen, wenn dir der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Ja2
Nein0
Kinderanhänger vs. Kindersitz
5 bei 1 Bewertung(en)
Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

7 Kommentare

  1. Sven Köhler
    19. September 2017 at 21:30 · Antworten

    Gemäß der StVO ist die Beförderung von Personen in Anhängern eigentlich verboten – genau das war ja der Grund, warum es lange Zeit auch nur noch Gelenkbusse gab, aber keine Omnibusse mit Anhänger. Letztere sind erst seit wenigen Jahren in einigen Städten (z. B. München) mit Sondergenehmigung wieder zulässig.
    Unter diesem Gesichtspunkt frage ich, wieso die Fahrradanhänger für den Transport von Kindern überhaupt genehmigt worden sind.
    In der Stadt ist das zu gefährlich, weil man die niedrigen Anhänger neben einer Reihe geparkter Autos oft gar nicht sieht.
    Ich habe auch schon beobachtet, dass ein Radfahrer mit so einem Anhänger an einem Laternenpfahl hängen blieb, weil er die Breite unterschätzt hat.

  2. Ingo
    29. Mai 2017 at 00:54 · Antworten

    Sehr guter Artikel, habe mir auch ein paar Tests und Erfahrungsberichte zu Fahrradanhängern angeschaut!

  3. Ansgar
    20. Juni 2016 at 20:51 · Antworten

    Ich finde auch, dass der Kindersitz viel zu gefährlich ist. Ich bezahle lieber ein wenig mehr für einen Anhänger und transportiere mein Kind so sicherer.

  4. Reiner
    29. November 2014 at 20:25 · Antworten

    Auch wenn der Artikel schon etwas älter ist, aber ich schließe mich Peters Meinung an: Der Fahrradkindersitz ist im Stadtbereich deutlich flexibler als der Anhänger.
    Bei einer Radtour auf einem schön ausgebauten Radweg, tendiere ich jedoch zum Anhänger. Dieser erleichtert nicht nur das Verweilen des Kindes im Anhänger, nein, auch bietet er Stauraum, für ein paar Reisesachen wie Trinken und ein bisschen zu knabbern.

    Ein schöner Artikel.

    Gruß

    Reiner

  5. ugur
    19. November 2014 at 18:31 · Antworten

    Mir persönlich wäre der Anhänger vile zu gefährlich.

  6. Peter
    13. September 2013 at 18:10 · Antworten

    Was wird bei denen als Begründung genannt? Ich finde zum Beispiel in der Stadt ist ein Kinderfahrradsitz tendenziell sicherer, weil im Verkehr nicht so viel Platz besteht. Ansonsten sind Anhänger aber schon eine ganz gute Lösung denke ich, auf die ich meistens setzen würde.

    Aber der Artikel fasst alles ja schon schön zusammen.

  7. Philipp
    11. Mai 2013 at 05:46 · Antworten

    Danke für die gute Zusammenfassung.
    Das Allianz Zentrum für Technik sowie die Bundestanstalt für Straßenwesen empfehlen übrigens ebenfalls beide die Verwendung von Kinderfahrradanhängern statt Kindersitzen als die sicherere Variante.

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.