Jan 05

10 Handhabungs-Tipps beim Fahrrad-Gebrauch

Zu Beginn füttern wir das gute alte Phrasenschwein: “Das ist wie Fahrradfahren…” – was uns diese schöne Alltagsfloskel vermitteln will: Eine Sache ist derart in dir drin, dass du es auch nach Jahren oder Jahrzehnten nicht verlernst. Eben genau wie das Radfahren. Das lernt man irgendwann – bestenfalls in frühen Jahren – dann kommt irgendwann noch der Fahrradführerschein und die Sache ist gegessen. Zack, denkste. Denn mit dem vermeintlich “einfachen” Beherrschen des zweirädrigen und unmotorisierten Gefährts ist es längst nicht getan  gerade, wenn man sich irgendwann mal einen eigenen Drahtesel zulegen und etwas weiter fahren möchte als nur zum Bäcker. Wir haben für dich die zehn typischsten Fehler zusammengetragen, die beim Radgebrauch gemacht werden – und natürlich erzählen wir dir, wie du sie vermeidest, wir sind ja keine Unmenschen. Denn letztlich soll dir all das helfen, Kosten zu sparen und zur Fahrsicherheit beitragen. Also ran an den Gummi!

1. Das richtige Fahrrad für dich

Downhill-Bike mit Doppelbrückengabel, eine Protektorenweste und natürlich ein Full-Face-Helm. Willst du in der Stadt sicher unterwegs sein, geht es nicht ohne. Die Bordsteine sind einfach zu hoch, als dass man ohne 200 mm Federweg klar käme… Was wir mit diesem zugegeben recht übertriebenen Beispiel eigentlich sagen wollen: Sei dir bewusst, für was du dein Rad verwenden wirst.  

Für den Arbeitsweg braucht es eben nicht das oben erwähnte überaus teure Downhill-Bike. Hier tut es das klassische, mehr oder weniger sportliche Trekkingrad mit Schutzblech und Satteltasche. Willst du hingegen besonders flott und sportlich radeln, na dann her mit dem Rennrad, und geht es tatsächlich mal in den Bike-Park, dann darf es natürlich das Enduro- oder Downhill-Bike sein.  

Daher gilt immer zuerst: Augen auf beim Fahrradkauf… Wo war nochmal das Phrasenschwein?

Welches Fahrrad passt zu dir? Erfahre hier mehr darüber!

2. Die richtige Rahmengröße

Ein Rad macht nicht nur dann Spaß, wenn es gut aussieht und ein Schnäppchen war – bevor man auf den Preis und den Look schaut, sollte erst einmal klar sein, dass das Rad auch passt.  

Heißt: Auf die Rahmengröße achten. Die richtige Größe herauszufinden ist relativ einfach. Dazu musst du prinzipiell nur die Innenbeinlänge messen. Stelle dich mit dem Rücken an eine Wand, klemme dir ein Lineal oder ein leichtes Buch zwischen die Beine direkt in den Schritt. Achte dann darauf, dass es gerade ausgerichtet ist und messe mit einem Maßband von der Oberkante des Buchs/Lineals bis zum Boden.   

Danach schaust du mal bei unserem Rahmengrößenrechner vorbei, der dir schnell Auskunft gibt, welche Größe du benötigst.

Erfahre hier, welche Rahmengröße du benötigst

3. Lenker richtig einstellen

Die richtige Rahmengröße ist gefunden, aber irgendwie passt es noch nicht so optimal. Die Schultern und Handgelenke schmerzen nach jeder Fahrt. So macht das doch keinen Spaß.  

Hier haben wir klassische Hinweise darauf, dass der Lenker noch nicht so ganz passt. Neben der Rahmengröße ist die Einstellung der Vorbau-Lenker-Kombi eines von drei wichtigen Parametern für eine gute Haltung auf dem Rad. Du kannst in unserem Lenker-Tutorial nachlesen, wie du den Lenker richtig einstellst oder du gönnst dir ein Bike-Fitting.

Erfahre hier, wie du den Lenker richtig einstellst

4. Sattel optimal einstellen

Neben Rahmengröße und Lenker ist der dritte Faktor für ein optimales Pedaliererlebnis ein gut eingestellter Sattel. Bestenfalls ist er waagerecht oder ganz minimal nach unten geneigt, wobei die Nase nur ganz dezent abkippt. Es geht lediglich um einige wenige Grad.  

Zudem sollte der Sattel möglichst mittig auf der Sattelstütze befestigt sein, du kannst aber natürlich das erlaubte Spiel der Schienen ausnutzen. Auch hier können wir dir unser Tutorial wärmstens ans Herz legen oder – wenn sonst nichts hilft – das gute alte Bikefitting.

Erfahre hier, wie du deinen Sattel richtig einstellst

5. Schaltung richtig einstellen

Let’s face it: Nichts ist schlimmer als eine Schaltung, die ständig hin und her springt. Gerade, wenn es bergauf geht und du im Stehen fährst… der kurze Moment, wenn die Gangschaltung falsch schaltet und du eine halbe Sekunde in der Luft hängst. Da schießt das Adrenalin sofort ein. 

Damit das nicht passiert, solltest du die Schaltung regelmäßig prüfen. Eine schlecht eingestellte Schaltung ist wirklich einer der großen Klassiker unter den typischen Anwendungsfehlern. Es hat aber natürlich nicht nur einen Komfort-Vorteil: Flutschen die Gänge richtig locker, erhöht das die Langlebigkeit der Fahrradteile.  

Es ist zugegebenermaßen keine leichte Aufgabe, die Schaltung wirklich gut einzustellen und es ist viel Geduld und Feinarbeit nötig. Will es trotzdem nicht klappen, schau dir mal das Schaltauge an. Gerade nach einem Umfallen des Rades oder nach einem Sturz kann es verbogen sein, was dazu führt, dass das Schaltwerk nicht richtig ausgerichtet ist.

Erfahre hier, wie du deine Schaltung richtig einstellst

6. Richtiges Schalten

Wo wir schon dabei sind: Auch das Schalten will gelernt sein! Aber keine Angst, so kompliziert ist es nicht. Was du im Hinterkopf behalten solltest, ist, dass Nabenschaltungen generell im Stehen betätigt werden können. Bei Kettenschaltungen ist das nicht so vorteilhaft, im schlimmsten Fall können sie davon sogar kaputt gehen. Beim Schaltvorgang solltest du darauf achten, dass du den Druck etwas von den Pedalen nimmst, also nicht unter zu großer Last schaltest. Richtiges Schalten kann die Lebensdauer der Komponenten stark erhöhen.

Erfahre hier mehr über die verschiedenen Schaltungstypen

7. Bremse richtig einstellen

“Wer später bremst, ist länger schnell” – wo habe ich nur dieses Phrasenschwein hingetan! Entschuldige, ich schweife ab. Es soll ja ums Bremsen gehen. “Klar”, sagst du jetzt, “ohne funktionierende Bremse steig ich definitiv nicht aufs Rad”, aber manchmal bemerkt man gar nicht oder erst zu spät, dass die Bremse nicht mehr die Leistung bringt, die man gewohnt ist.  

Du solltest also definitiv immer ein Auge auf die Bremsbeläge haben oder aufmerksam werden, wenn die Bremswirkung verzögert oder weniger stark ist. Natürlich sollte dafür die Bremse optimal eingestellt sein: Eine Felgenbremse muss sauber auf der Felge aufliegen und eine Scheibenbremse nicht schleifen, damit sich die Bremsbeläge gleichmäßig abnutzen.

Erfahre hier, wie du eine Bremsscheibe richtig montierst

8. Funktionierendes Licht

Auch eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, sollte sich sichtbar machen. Da ist zuerst einmal die StVZO die Maßgabe – und eine ganz ordentliche noch dazu. Was genau du am Rad haben musst, kannst du hier nachlesenAusnahmen gibt es für Rennradfahrer (Stand: Juni 2017)Am Tag, wenn es hell ist, muss Batteriebeleuchtung für Rennräder nicht mitgeführt werden. Jedoch gilt, schon wenn es dämmert oder Tunnel befahren werden, sollten die Lampen am Rad sein. Ob deine Fahrradlampe eine StVZO-Zulassung hat, kannst du anhand der K-Prüfnummer erkennen, die auf der entsprechenden Lampe verzeichnet sein muss.

Im Test: Erfahre hier mehr über die Lupine SL A StVZO Fahrradleuchte

9. Luftdruck prüfen

Viel hilft viel! Nun, nicht immer. Gerade beim Thema Luftdruck kann weniger mehr sein. Oder mehr weniger. Oder… ach, lassen wir das. Was wir dir sagen wollen: Halte dich nach Möglichkeit an die Herstellerangaben, die auf die Flanke des Reifens gedruckt sind. So minimierst du die Gefahr eines Platten und bist generell sicherer unterwegs – und letztlich fährt sich der Reifen nicht so schnell ab. Natürlich kannst du immer ein wenig mit dem Luftdruck spielen, was gerade beim Mountainbiken oft auch Sinn macht. Genau dafür geben Hersteller meistens einen minimalen und maximalen Luftdruck vor.

Erfahre hier, wie du den Reifen richtig aufpumpst

10. Regelmäßige Prüfung

Unser letzter Punkt ist eigentlich auch selbstverständlich. Sollte er zumindest sein. Am Rad befinden sich so einige Verschleißteile – welche das sind, kannst du übrigens in unserem Blogbeitrag nachlesen – und die gehören gewartet und bei Bedarf ausgetauscht. Denn die Haltbarkeit beeinflusst sich zum Teil gegenseitig: Ist ein Teil in Mitleidenschaft gezogen, kann es andere Teile schädigen. Ein gut geschmiertes und gewartetes Bike ist das A & O für den Fahrspaß. Wir empfehlen dir, dass du einmal im Jahr einen Service machst bzw. durchführen lässt, dadurch sparst du langfristig Geld und bist sicher unterwegs. 

So, das waren sie, unsere zehn großen Tipps im Umgang mit dem geliebten Drahtesel. Du bist jetzt eine ganze Ecke schlauer und unser Phrasenschwein ist netterweise auch gut gefüttert, das reicht definitiv für Kaffee und Kuchen bei der nächsten Ausfahrt!

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

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