Dez 04

Die E-Bike Superlativen: Das schnellste, das teuerste, das leichteste E-Bike und vieles mehr!

Wer sich mit E-Bike Superlativen beschäftigt, kämpft einen Wettlauf gegen die Zeit. Was heute noch als die Sensation in Sachen Geschwindigkeit, Gewicht oder Reichweite gefeiert wurde, kann morgen schon „Schnee von gestern“ sein. Das einst so hochdekorierte Startup ist womöglich sogar trotz aller Vorschusslorbeeren mittlerweile für immer in der Versenkung verschwunden. Richtig spektakulär wird es auch erst dann, wenn man den Bereich der Pedal betriebenen E-Bikes hinter sich lässt – zu limitiert ist doch die Gattung der Pedelecs und S-Pedelecs, wenn es um Superlativen geht. Und so spektakulär das „SUV Bike“ der Firma Moto Parilla in der „Carbon Club Version“ aus dem Titelbild auch ausschauen mag – mit seinen 37 kg Gewicht / 250 bis 500 W Motorleistung / 80 – 100 Nm Drehmoment / 48 V 13,6 Ah Li-Ion Akku kommt es doch eher „bescheiden“ daher – auch wenn seine Erbauer ihm bescheinigen, das „vielleicht modernste Konzept des heute verfügbaren E-Bikes“ zu repräsentieren…

Geschwindigkeit – die schnellsten E-Bikes

Neematic Freeride [© Neematic]Neematic Freeride [© Neematic]

Neematic Freeride

Schnell, schneller, am schnellsten: den Auftakt des Höchstgeschwindigkeits-Reigens macht das Neematic mit

  • seinem 15 KW Motor
  • den 52 kg Gewicht
  • 2.2 kWh Akku
  • 100 km Reichweite
  • 80 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • 9-Gang Piniongetriebe

Über Preis und Lieferfähigkeit schweigt sich die Homepage des Herstellers leider aus…

Gulas Pi1 [© Gulas UG]Gulas Pi1 [© Gulas UG]

Gulas „Pi1“; baugleich „eROCKIT“

Vor nicht allzu langer Zeit machte ein Video auf YouTube von sich reden:

Zu sehen war ein lässig per Pedale bewegtes Zweirad mit der Aufschrift „eROCKIT“ bei Tempo 80 auf einer deutschen Autobahn. Das unkonventionelle Gefährt, „Made in Germany“(Berlin) bedient sich einer Geschwindigkeitssteuerung, welche auf den ersten Blick als herkömmliches Pedalieren daherkommt. Dem ist jedoch nicht so: über langsames oder schnelleres Treten wird ausschließlich die Geschwindigkeit der Pi1 reguliert – für den Erfinder, Stefan Gulas irgendwie „ganz logisch“…

Die Pi1, bzw. eROCKIT will allerdings gebändigt werden

  • 128 kg Gewicht
  • 38 PS
  • 100 Nm Drehmoment
  • bis zu 115 km/h Höchstgeschwindigkeit

und bedarf eines gut gefüllten Portemonnaie (der Preis liegt je nach Ausstattung bei etwa 25.000 €)

M55 Terminus [© M55-bike]M55 Terminus [© M55-bike]

M55 Terminus

Höchstgeschwindigkeit, „die Dritte“: das 27.000 € „Terminus“ glänzt mit

  • seinem 2 KW Motor
  • den >30 kg Gewicht
  • 1.6 kWh Akku
  • 80 km Reichweite
  • 120 km/h Höchstgeschwindigkeit
  • Titan gefertigten Komponenten

M55 beansprucht für das „Terminus“ den Status des „derzeit schnellsten E-Bikes mit Pedelec Technologie“.

Ausdauer – E-Bikes mit der größten Reichweite

Delfast Prime [© Delfast Inc.]Delfast Prime [© Delfast Inc.]

Delfast

Unglaubliche 380 km Reichweite verspricht die Firma Delfast für ihr „Prime“, ein 43 kg schweres E-Bike mit einem wahren Akku Monster an Bord.

Rechnen wir in Sachen Reichweite doch einmal grob nach:

Bei einer Betriebsspannung von 48 Volt und 64 Amperestunden elektrischer Ladung errechnet sich ein Akku mit etwa 3 kWh Kapazität. Um die 43 kg Gewicht vernünftig auf Trab zu halten sind sicherlich mindestens 200 Wh erforderlich. Die Rekuperation einmal außen vor, reicht die Batterie also für 15 Stunden. Ergibt bei 15 Stunden Betriebsdauer  und einer optimistischen Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 km/h: 375 km Reichweite – die fehlenden 5 km sind sicherlich via Rekuperation zu bewerkstelligen…

Gewicht – das leichteste E-Bike

Sonnblick E-Assist [© Steinbach Bike]Sonnblick E-Assist [© Steinbach Bike]

Steinbach Sonnblick E-Assist

Das Sonnblick E-Assist nimmt für sich in Anspruch, das leichteste Elektro-Rennrad zu sein, das je in Serie gebaut wurde. Der in präziser Handarbeit gefertigte Carbon Rahmen ummantelt das nahezu unsichtbare Antriebsmodul. Es sollen 100 Minuten Unterstützung bzw. 1000 Höhenmeter realisierbar sein. Das Rad bringt in seiner besten Ausstattung lediglich 8.5 kg auf die Waage.

Das Steinbach  Sonnblick kostet als Einsteigermodell 6.990 €, als High-End Variante 12.150€

Carbon Rahmen, -Gabel und -Anbauteile sind bei beiden Varianten Standard, die High-End Ausführung punktet mit so edlen Komponenten wie einer Shimano Dura Ace Di2 Schaltgruppe und Shimano Dura Ace Bremsanlage.

Gewicht – Riese & Müller Multicharger das Zuladungswunder

Das Cargo-Bike unter den E-Bikes.

Das Multicharger besitzt nicht nur einen 64,5 cm langen Gepäckträger, sondern optional auch einen Kofferraum. Diese großvolumigen, festmontierten Gepäcktaschen mit je ca. 33 l machen den Transport von Einkäufen und Paketen ebenso leicht und praktisch wie den von alltäglichen Gebrauchsgegenständen wie Laptop, Schlüssel, Flaschen und Ersatzakku.

Das Multicharger setzt neue Maßstäbe, was das Verhältnis von Größe und Gewicht zu den Beladungsmöglichkeiten betrifft. So stellt ein kompletter Familieneinkauf kein Problem dar. Oder auch zwei Kleinkinder – sicher in Kindersitzen untergebracht. Denn eine Zuladung bis zu 60 kg transportiert es überraschend leicht auf seinem Heck. Und wer das Multicharger ein paar Stufen hoch- oder herunter tragen muß, den wird das geringe Eigengewicht überraschen: In den meisten Modell-Varianten bringt das Multicharger weniger als 30 kg auf die Waage.

Finanzen – das günstigste und das teuerste E-Bike auf dem Markt

Xiaomi "Himo" [© Xiaomi]Xiaomi "Himo" [© Xiaomi]

Xiaomi „Himo“

Xiaomi – das kennt man doch irgendwo her? Richtig – Xiaomi ist in Deutschland in erster Linie als Hersteller von Smartphones bekannt, die sich in Produkttests durchweg sehr respektabel gegen die Konkurrenz behaupten können. Offensichtlich ist Xiaomi zudem ein Multiplayer, was das eigene Produktportfolio angeht. Das klappbare, umgerechnet etwa 230 € teure Xiaomi „Himo“ E-Bike mit 12 Zoll Bereifung soll in der Stadt bis zu 50 km weit kommen. Leider ist es für seine Größe mit knappen 17 Kilogramm doch recht schwer und eine Akku Ladung soll stolze sechseinhalb Stunden dauern. Ob und wann es den weiten Weg nach Deutschland schafft ist leider ungewiss – angeblich ist es als ganz normales Pedelec konzipiert. Ob es jedoch die strengen EU-Prüfer überzeugen kann, steht (noch) in den Sternen…

Bugatti „Diavelo“

Es gilt, die 75.000 € zu toppen, die Bugatti für sein „Diavelo“ aufruft. Welche Superlativen stehen wohl hinter diesem Preis – oder reichen bereits die Exklusivität und das Image des Herstellers, um diesen Preis zu rechtfertigen und bei entsprechend solventen Kunden auf die Weihnachts-Shopping Liste zu kommen?

Soweit bekannt hat das „Diavelo“ die folgenden Merkmale

  • 95 % aus Carbon gefertigt
  • „Autoclav-Monocoque“ Rahmen
  • 8,4 kg Gewicht
  • Hinterbau mit je einer Sitz- und Kettenstrebe
  • Carbonriemen
  • Beleuchtung in Sitzrohr und Lenker integriert
  • Innenverlegte Züge und Kabel

Das einzigartige Bugatti E-Bike wurde in Zusammenarbeit von PG, Bugatti und Diavelo entwickelt und designt.

Gerüchten zu Folge soll es im baden-württembergischen Weinstadt gefertigt werden…

Das könnte dich auch interessieren

Bitte bewerte diesen Blog-Beitrag:

War dieser Beitrag hilfreich?

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Über den Autor

Fährt gerne: Feld, Wald und Wiese

Bikes: Grace MX-S, KTM Macina Street, Cube AMS 100

Lieblings-Radrevier: Rheinhessisches Hügelland

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.