Jul 01

Die Geschichte des Mountainbikes – Teil 1: die Anfänge

Im ersten Teil unserer Serie „Die Geschichte des Mountainbikes“ möchten wir dich mit auf eine spannende Reise in die Vergangenheit nehmen; eine Reise, die uns in das Amerika der 70er Jahre und zu den Anfängen des modernen Mountainbikes führt.

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Die Geburtsstunde einer Idee

Wir schreiben das Jahr 1973. Am Mount Tamalpais, Kalifornien, stehen Gary Fisher, Joe Breeze und Charles Kelly, drei Freunde, die es sich zum Ziel gesetzt haben, den knapp 800 Meter hohen Berg mit dem Rad zu erkunden. Das Problem: Die Berghänge bestehen aus steilen Schotterpisten, die mit einem herkömmlichen Rad nicht zu befahren sind.

Aber der Ehrgeiz der drei Freunde ist geweckt: Es muss doch möglich sein, auch diesen Untergrund zu bewältigen! Von Schrottplätzen besorgen sie sich Fahrräder aus den 30er Jahren, die sogenannten Schwinn Cruiser: Ballonreifen, 26-Zoll-Felgen, breite Lenker, keine Gangschaltung – alte Räder für eine neue Idee.

Der Weg hinauf auf den Berg ist mühsam: An Fahren ist nicht zu denken, sie müssen ihre weit über 20kg schweren Räder schieben. Erste Zweifel machen sich breit: Wird alles so klappen, wie sie es sich vorgestellt haben? Doch dann kommt die Abfahrt und alle Zweifel sind wie weggeblasen. Als sie die Schotterpisten hinunterdonnern, über holprige Waldwege dahinrasen, ist ihnen klar: Das kann noch nicht alles gewesen sein!

Erste Rennen, viele Innovationen

Mit ihrer Begeisterung für diese neue Art des Bikens stehen die drei Freunde nicht alleine da: Im Jahr 1976 trifft man sich zu ersten sportlichen Wettkämpfen. Die rund 3 km lange Strecke rund um den Mount Tamalpais ist eine Herausforderung für Fahrer und Material. Die Rücktrittbremse ist solch hohen Belastungen ausgesetzt, dass das Fett qualmend aus den Naben tritt. Nach jeder Abfahrt müssen die Bremsen neu geschmiert werden (Englisch: to repack). Liebevoll wird der Kurs in „Repack“ umgetauft.

Der Wille, bei jedem Rennen als Schnellster ins Ziel zu kommen, ist zugleich der entscheidende Ansporn, die Räder stetig weiterzuentwickeln. Vom Rennrad wird die Gangschaltung übernommen, vom Motorrad der massive Lenker mit Bremshebeln. Es folgt der Einbau von Daumenschaltung und Trommelbremsen. Vom alten Schwinn Cruiser ist nicht mehr viel übrig geblieben.

Das erste Mountainbike der Geschichte

Die Konstruktion des ersten „echten“ Mountainbikes wird Joe Breeze zugeschrieben. Dieser baut im Jahr 1977 ein Rad, das kein nachträglich umgerüsteter Cruiser ist, sondern aus einem eigenständig entwickelten Rahmen besteht.

Breeze weiß: Um das neue Rad noch geländetauglicher zu machen, muss er das Gewicht deutlich reduzieren. Bei der grundsätzlichen Rahmengeometrie orientiert er sich am Vorbild der Schwinn Cruiser, verwendet dabei jedoch dünnwandige Chrom-Molybdän-Rohre. Für eine bessere Stabilität bringt er Versteifungsrohre an. Das Ergebnis ist ein voller Erfolg. Das Bike ist äußerst robust und mit seinen etwa 17kg deutlich leichter als seine Vorgänger.

Als Tim Ritchey zwei Jahre später zu der Gruppe der Mountainbike Pioniere stößt, gelingt es ihm, das Gewicht noch einmal um rund 1,5kg zu reduzieren. Ein weiterer Meilenstein der Mountainbike-Geschichte ist gelegt.

Eine Idee breitet sich aus

Trotz aller technischen Fortschritte ist das Mountainbike vom großen Durchbruch zunächst noch weit entfernt. Und wer weiß, wie die Fahrradwelt heute aussähe, wenn es Charles Kelly nicht gegeben hätte. Er ist es, der die ersten Rennen organisiert, er ist es aber auch, der die neue Idee über die Grenzen des 5000-Seelen-Ortes Fairfax hinausträgt.

Voller Enthusiasmus berichtet er in mehreren Artikeln, unter anderem im bekannten Outside Magazine, über die Bike-Szene rund um den Mount Tamalpais. Er beschreibt die Erfolge und Rückschläge bei der Weiterentwicklung der Räder; er lässt die einmalige Atmosphäre der „Repack“-Rennen greifbar werden; er bringt die Philosophie einer völlig neuen Outdoor-Sportart zu Papier. Und der Funke springt über: Immer mehr Leser beginnen sich für diese Idee zu interessieren, die schon bald überregional bekannt ist.

Von der Resonanz überwältigt ruft Kelly 1981 eine eigene Zeitschrift ins Leben: Mit dem Fat Tire Flyer Magazine ist das erste Mountainbike-Magazin der Welt geboren.

Wie es mit der Entwicklung des Mountainbikes weitergeht, erfahren Sie im zweiten Teil dieser Serie.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

  • 1973: Idee des Mountainbikes wird geboren
  • 1976: erstes „Repack“-Rennen findet statt
  • 1977: erstes „echtes“ Mountainbike wird konstruiert
  • 1979: Tim Ritchey schließt sich der Gruppe um Fisher, Breeze und Kelly an
  • 1981: Gründung des ersten Mountainbike-Magazins der Welt

Weiter zum zweiten Teil der Mountainbike Geschichte!

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

2 Kommentare

  1. Lena
    2. Juli 2014 at 07:44 · Antworten

    Schööön 🙂 !
    Und… tolle Socken hat der Herr da an :-P.

  2. Jan
    2. Juli 2014 at 07:41 · Antworten

    🙂 Cool…. schöner Beitrag. Da freut man sich ja glatt auf Teil 2.
    Und mal schauen wie viele Teile es werden… vll gibts ja dann auch einen Ausblick in die Zukunft! 🙂
    okok…. dann schaun wir mal was passiert.

    LG.
    Jan

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