Okt 17

Im Test: Lupine SL A – weltweit hellste StVZO Fahrradlampe mit externem Akku

Die Tage werden wieder kürzer und damit ist die Zeit längst vorbei, in der man frühmorgens ohne Beleuchtung Radfahren kann. Da ich meinen Arbeitsweg zum Großteil mit dem Berufsverkehr teile, sollte die Fahrradleuchte also für den Straßenverkehr zugelassen sein. Diese Voraussetzung machte mich auf die SL A von Lupine aufmerksam, die erste StVZO-zugelassene Leuchte des oberpfälzischen Unternehmens. Doch kann die neue Lampe mit seinen Geschwistern, die sich über viele Jahre im MTB- und Outdoor-Bereich bewährt haben, mithalten? Bei einem zurückgelegten Morningride machte ich meine Erfahrungen.

Technische Daten der Lupine SL A

Ehe ich auf meine Erlebnisse mit der Leuchte eingehen werde, möchte ich zunächst die technischen Leistungen erläutern. Die SL A gibt es in zwei Ausführungen: als SL A 4 und SL A 7 StVZO. Das mit der „7“ dekorierte Produkt verfügt über einen größeren Akku, jegliche Hardware ist mit dem 4er identisch. Welche Unterschiede die Modelle aufweisen und inwiefern sich der größere Akku bemerkbar macht, zeigt dieser Überblick:

SL A 4 StVZO SL A 7 StVZO
Leuchtdauer 16 W / 900 Lumen 1:30 Stunden 3 Stunden
Leuchtdauer 8 W / 500 Lumen 3 Stunden 6 Stunden
Leuchtdauer 1 W / 0 Lumen 16 Stunden 32 Stunden
ECO Modus 12 W / 725 Lumen 2 Stunden 4 Stunden
ECO Modus 6 W / 380 Lumen 4 Stunden 8 Stunden
Gewicht 215 g 320 g
Akku Eigenschaften
Ampere Stunden 3,5 6,9
Watt Stunden 25 50
Gewicht 135 g 240 g
Abmessungen (LxBxH) 79x41x30 mm 79x41x48 mm
Akkumontage Klettband
Akustisches Signal 60 dB
Lampenkopf Eigenschaften
Leuchtstufen 1,6 W Tagfahrlicht; 8W; 16W
Spezialstufen Automatikmodus
Material CNC-gefrästes Aluminium
Umgebungstemperatur – 30°C bis +70°C
Gewicht 80 g
Abmessungen (LxBxH) 40x50x48 mm

Lieferumfang und Montage

Bevor wir auf die Montage eingehen, findest du hier eine Auflistung, welche Einzelteile zu dem Leuchtsystem gehören:

  • 1 Lampenkopf
  • 1 SmartCore (Akku) mit 3,5 Ah (SL A 4) oder mit 6,9 Ah (SL A 7)
  • 1 Ladegerät
  • 2 SL Lenkerhalter mit 31,8 mm
  • 2 SL Halterschrauben
  • 2 Torx-Schlüssel (T6 und T15)
  • 1 kurzes Klettband
  • 1 langes Klettband

Hat man alle Teile aus der Verpackungsbox geholt, kann es an die Montage gehen. Diese fällt recht einfach aus und funktioniert auch problemlos. Vorausgesetzt, der Lenkerdurchmesser beträgt 31,8 mm. Mein Lenker misst im Durchmesser jedoch 25,4 mm, sodass der mitgelieferte Lenkerhalter beim Befestigen zu locker ist. In diesem Fall muss man zusätzlich einen sogenannten Stangenhalter (Schnellspanner-System) mit dem passenden Durchmesser erwerben.

Passen die Maße aber, dann ist die Montage ein Kinderspiel: Zunächst werden die beiden Halterarme mit dem T6 Torx-Schlüssel neben dem Vorbau befestigt. Je nach Breite des Vorbaus musst du die Halteschellen entweder nach innen oder nach außen drehen. Die Halterarme und die Schrauben sind sehr filigran verarbeitet. Rein aus optischer Sicht haben sie den Anschein, dass sie schnell kaputt gehen könnten. Das wäre wieder ein Argument für das Schnellspanner-System.

Befestigung der Halterarme

Sind die Halterarme angebracht, kann anschließend mit dem T15 Torx-Schlüssel der Lampenkopf mit den mitgelieferten Halterschrauben an den beiden Halterarmen festgeschraubt werden.

Anschließend kannst du den Akku mit einem der Klettverschlussbändern am Ober- oder Unterrohr deines Fahrrad-Rahmens befestigen.

Der Akku kann am Unter- oder Oberrohr befestigt werden.

Da man auch auf dem Fahrrad hohe Geschwindigkeiten erreichen kann, sollte man den Lampenkopf noch korrekt bzw. blendfrei einstellen, um weit genug zu sehen. Ein Beispiel: Gehen wir davon aus, dass du sportliche 30 km/h fährst, dann legst du pro Sekunde 8,3 m zurück. Der Bremsweg errechnet sich nach der Faustformel: (Geschwindigkeit (km/h) / 10) zum Quadrat. In unserem Beispiel also: 9 m/s². Nun benötigen wir noch den Reaktionsweg. Hier geht man von einer Reaktionszeit von einer Sekunde aus; also sind das 8,3 m. Beides addiert, wäre der Anhalteweg demnach 17,3 m. Natürlich musst du jetzt nicht mit dem Maßband neben dem Lichtkegel herlaufen und dessen Weite ausmessen – dieser kleine Exkurs in die Physik soll dich nur dahingehend sensibilisieren, dass man auch auf dem Fahrrad weit genug sehen sollte, um sicher unterwegs zu sein. Die Lupine hat den Vorteil, dass sie aufgrund der klaren Hell-Dunkel-Kante den Verkehr nicht blendet. Daher kannst du die Leuchte also etwas nach oben neigen, um noch weiter zu sehen.

Leuchtest du also in keine Gesicher, ist die Lampe schon mal gut eingestellt. Auch an der Höhe der Nummernschilder der Autos kannst du dich orientieren.

Tipp: Wenn du die Leuchte an verschiedenen Rädern verwenden möchtest, kann es schon etwas nervig sein, immer wieder die Torx-Schrauben zu lösen. Dafür, und wie bei meinem oben beschriebenen Problem bzgl. des Lenkerdurchmessers, bietet Lupine ein Schnellspanner-System in drei Größen (25,4, 31,8 und 35 mm) an, an welchem du den Lampenkopf befestigen und es so rasch zwischen den Fahrrädern wechseln kannst.

 Die Lupine SL A im Praxistest

„Dunkel war’s, die Lupine schien helle…“, um mal das allseits bekannte Gedicht für meine Erfahrungen mit der Lampe umzuschreiben. Ich war begeistert, als ich am frühen Morgen die Beleuchtung der Straßenlaternen meines Heimatdorfes hinter mir ließ und in das gar nicht mal so erdrückende Schwarz der Nacht eintauchte. Mit ihren 900 Lumen warf die SL A nämlich nicht nur einen schmalen Lichtstreifen, sondern einen komplett symmetrischen Lichtteppich auf den Asphalt. Als ob es helllichter Tag war, konnte ich meine Fahrgeschwindigkeit gleichermaßen hochhalten, ohne mich eingeschränkt oder in irgendeiner Weise unsicher zu fühlen.

Leuchtweite bei 16 Watt (900 Lumen)

Selbst als ich von 16 auf 8 W stellte, erzeugten die 500 Lumen noch immer ein ausreichendes Lichtbild.

Leuchtweite bei 8 Watt (500 Lumen)

Abblendlicht

Etwas mulmig war mir dann aber doch, ob die SL A mit ihrer Leuchtkraft nicht doch denn Gegenverkehr blendete. Laut Hersteller kann das aber nicht der Fall sein, da die Leuchte ähnlich wie ein Autoscheinwerfer konzipiert ist. Bedeutet: Ein asphärisches Linsensystem erzeugt einen nach oben und zur Seite abgegrenzten Lichtteppich – das System funktioniert also sozusagen wie das Abblendlicht beim Auto. Die Theorie schien auch in der Praxis aufzugehen – zumindest beschwerte sich kein Autofahrer in Form eines Hupens über eine eventuelle Blendung.

Sensorsteuerung

Als es schließlich heller wurde, schaltete die Lampe automatisch in den Tagfahrmodus. Diese Funktion wird über eine verbaute Sensorsteuerung geregelt, die genau die Lichtmenge liefert, die tatsächlich benötigt wird. Im Umkehrschluss schaltet die Lampe bei Eintreten der Dunkelheit auch vom Tag- auf das Nachtfahrlicht. Das „Mitdenken“ der schlauen Leuchte schont zum einen den Lampenkopf und zum anderen den Akku. Die Verzögerung der Sensorsteuerung lässt sich einstellen. Genauso kannst du aber auch selbstständig in einen Eco-Modus wechseln. In dieser Einstellung ändern sich die Grundeinstellungen nicht, das Nachtfahrlicht leuchtet jedoch in der ersten Stufe (380 Lumen) mit 6 W statt mit 8 W und auf der zweiten Stufe (725 Lumen) mit 12 W statt mit 16 W.

In der Werkseinstellung schaltet die Lampe recht früh vom Tag- in das Nachtfahrlicht. Dies kann man jedoch manuell ändern, indem man den Taster am Lampenkopf so lange gedrückt hält, bis SL drei mal aufleuchtet. Die Lampe erkennt so den Helligkeitswert und speichert ihn als künftigen Umschaltpunkt vom Tag- zum Nachtfahrlicht.

Leuchtweit bei 1 Watt

Akkuleistung

Je nachdem, welchen Modus du wählst, variieren die Leuchtzeiten bei der SL A 4 (3,5 Ah / 7,2 V Li-Ion Akku) von 1,5 bis 3 h. Bei meinem Test kann ich diese Werte bestätigen. Bei einem Verbrauch von 16 W war der Akku nach 1,5 h leer. Wer länger unterwegs ist, sollte bei der 4er Ausführung definitiv überlegen, 8 W einzustellen, um eine Leuchtdauer von 3 Stunden zu erreichen; oder gleich die Lampe mit dem etwas größeren Akku zu besorgen. Die SL A 7 leuchtet bei 16 W (900 Lumen) 3 Stunden und bei 8 W (500 Lumen) 6 Stunden (für weitere Infos siehe Tabelle oben).

Einen genauen Stand über die Akkukapazität kannst du dir akustisch oder optisch einholen. Bei Drücken auf das Tastfeld erfolgt zunächst ein akustisches Signal, das eine schnelle, in 20%-Stufen genaue Überprüfung der Restkapazität ermöglicht. Dabei bedeutet ein Ton 20% und 5 Töne 100% Kapazität. Bei optischer Überprüfung der Ladekapazität gilt: Die optische LED-Anzeige erfolgt durch 5 rote Kontroll-LEDs. Dabei kennen die LEDs zwei Betriebszustände: blinkend und dauerhaft leuchtend. So steht eine dauerhaft leuchtende LED für einen 20-%-Schritt, eine blinkende LED für einen 10-%-Schritt.

Ist die Lupine SL A auch für E-Bikes nachrüstbar?

Der Einsatzzweck der Lupine ist mit der StVZO-Zulassung eindeutig geklärt – die Straße. Die Lampe ist aber nicht nur etwas für die sportlichen Straßenfahrer unter uns, sondern zielt auch auf E-Biker ab, die zu ihrem hochwertigen Rad eine mindestens genauso hochwertige Lampe möchten. Damit du aber nicht einen zusätzlichen Akku an das Bike hängen musst und versehentlich mal im Dunkeln stehst, bietet Lupine für die verschiedenen E-Bike Motorenhersteller nachrüstbare Lampen an. Diese werden direkt mit dem Akku des Motors verbunden und zieht sich von dort den benötigten Strom. Durch die Einbindung in das System kann die Lampe direkt vom Display aus gesteuert werden.

Lupine bietet für folgende Motoren den Lampenkopf zum Nachrüsten an*:

  • Lupine SL B Bosch (Boschdisplays Intuvia und Nyon)
  • Lupine SL S Bosch (Boschdisplays Purion)
  • Lupine SL S Brose
  • Lupine SL A Shimano (Steps E8000)
  • Lupine SL A Yamaha (PW-X Motor)

*Je nach Motorenhersteller kann die maximale Lumenanzahl variieren.

Einsatzzweck und Vor- und Nachteile

Ich habe die SL A auf der Straße getestet – und dafür ist sie auch zu 100 Prozent gemacht. Geht es mit dem MTB jedoch ins Gelände, dann benötigt man zusätzlich zur SL A sicherlich eine Helmlampe, um spitze Kurven und Hindernisse besser auszuleuchten. Im Folgenden eine Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile.

Vorteile Nachteile
Beeindruckende Leuchtkraft Stolzer Preis
Lampe wirft einen scharf nach oben und zur Seite abgegrenzten Lichtteppich über die ganze Fahrbahnbreite und sogar leicht darüber hinaus Wenn man kein Schnellspanner-System besitzt, ist das Wechseln zwischen verschiedenen Fahrrädern zeitaufwendig
Blendfrei Verwendung/Anbringung des Akkus brint mehr Aufmerksamkeit mit sich als beispielsweise das Nutzen einer dynamogebundenen oder batteriebetriebenen Fahrradlampe
StVZO-konform Keine Bluetooth-Funktion
Lichtleistung wird per Sensorik automatisch geregelt Enge Kurven sind nicht optimal ausgeleuchtet
Hochwertige und schöne Verarbeitung
E-Bikes können damit nachgerüstet werden

Fazit

Mit der Lupine SL A bekommst du die derzeit beste StVZO zugelassene Lampe auf dem Markt: Die Qualität der Ausleuchtung mit LEDs aus der Automobilindustrie – Made in Germany – sucht seinesgleichen. Jedoch kostet die SL A 4 stolze 339 Euro, bei der 7er Ausführung mit dem größeren Akku kommen noch einmal 50 Euro on top. Zugegeben: Die Preise für das Lichtsystem sind hoch und man kann schon überlegen, ob nicht ein Standardlicht ausreichend ist. Es stellt sich aber die Frage: Welches Licht benötige ich für meinen Einsatz? Wenn ich morgens zur Arbeit fahre und einige Wegabschnitte mit Autos und LKW teile, beruhigt es mich, dass ich problemlos gesehen werde und damit sicher unterwegs bin; und dass ich selbst den Verkehr nicht gefährde, indem ich ihn möglicherweise blende. Zudem kann ich mit meinem Rennrad flott fahren, da ich einfach weit genug sehe. Und schon seit Langem träume ich davon, meinen bisherigen Morning- auf einen Nightride auszuweiten – mit der Lupine kann ich mir das jetzt absolut vorstellen.

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

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