Sep 19

Mountainbike oder Crossbike – welches Fahrrad passt zu dir?

Wenn dich deine sportlichen Fahrten regelmäßig ins Gelände führen, bist du mit einem Mountain- oder Crossbike grundsätzlich schon einmal gut aufgestellt. Beide Biketypen bieten dir jede Menge Fahrspaß on- und offroad und überzeugen zusätzlich mit einer guten Alltagstauglichkeit. Gerader Lenker, Federgabel, Profilreifen – darüber verfügen beide Bikes, doch sie haben auch deutliche Unterschiede hinsichtlich der Ausstattung und der sportlichen Ausrichtung. Wann du mit einem Crossbike gut beraten bist und für welche Zwecke du besser ein Mountainbike wählst, haben wir für dich hier zusammengestellt.

Offroad-Spezialist vs. Bike für das leichte Gelände 

Mountainbikes verstehen sich als reine Offroad-Vertreter und sind je nach Schwerpunkt unterschiedlich ausgestattet und aufgebaut. Vom einfachen Hardtail bis zum vielseitigen Touren-Fully und von dem alpin einsetzbaren Enduro- bis zum langhubigen Downhillbike variiert die vorhandene Ausstattung besonders bei den Federelementen und der Bereifung. Von leichtem bis schwerem Gelände gibt es jeweils passend ausgerüstete Mountainbikes, die dich sicher durch alle Arten von Gelände bringen. 

Crossbikes interpretieren das Thema Offroad nicht so sportlich wie die MTBs, sie eignen sich dennoch hervorragend für schnelle Runden in leichtem Gelände. Für Allwetter-Pendelfahrten über Wald- und Schotterböden, sportliche Radtouren und Abenteuerreisen ist dieses Bike wie geschaffen: leicht und reduziert im Aufbau, aber vortriebsstark genug, um als echtes Sportgerät gelten zu können. Das Crossbike kann durchaus als Vater der jungen Gravelbike Generation gesehen werden – ein Bike, das schnell auf der Straße ist und dabei vor unwegsamem Strecken nicht zurückschreckt. 

Im folgenden Text haben wir die charakteristischen Merkmale beider Bike-Typen für dich aufgelistet:

Was ist ein Mountainbike? 

Mountainbikes sind für den Einsatz in grobem Terrain gebaut worden. Von Wald- und Schotterwegen, über lose und matschige Untergründe bis hin zu anspruchsvollen Trails und extra angelegten Pisten beherrscht das Mountainbike jede Art von Gelände.  

Reifen: Stark profilierte Reifen mit einer Breite ab 2“ Zoll bieten reichlich Traktion und federn Sprünge zusätzlich über ihr großes Luftvolumen ab. Im MTB Bereich kannst du bei den meisten Bikes häufig zwischen den wendigen 27,5“ Zoll (650b) und den spurtreuen 29“ Zoll großen Laufrädern wählen – die bis vor kurzer Zeit noch verbaute Laufradgröße 26“ Zoll ist mittlerweile nur noch selten vertreten. 

Antrieb: Der Antrieb deckt in der Regel einen großen Einsatzbereich ab, da der Mountainbiker von steilen Kletterpassagen bis zu temporeichen Abfahrten den jeweils passenden Gang benötigt. Die am häufigsten vertretene Schaltung im MTB Bereich ist immer noch die Kettenschaltung mit Zweifachkurbel, allerdings werden höherwertige Mountainbikes zunehmend mit dem Einfachkurbel-Antrieb ausgestattet.  

Bremsen: Bei den Bremsen waren die Mountainbikes technischer Vorreiter und haben die Scheibenbremse am Fahrrad erfolgreich etablieren können. Von der einfachen und mechanisch betätigten Variante bis hin zum leistungsstarken und hydraulisch betätigten Exemplar bietet die Scheibenbremse unabhängig von Schmutz und Wetter maximale Verzögerung und ist daher wie geschaffen für den anspruchsvollen Offroadeinsatz. 

Federelemente: Die Federwege von Gabel und Dämpfer werden von der Ausrichtung und dem Schwerpunkt des Bikes bestimmt, sollen Unebenheiten abfedern und für eine gute Traktion und Bodenhaftung sorgen. Einfache Hardtails für leichtes Gelände verfügen meist über 100mm Federweg an der Front, Touren-Fullys besitzen für den längeren Einsatz in mittelschwerem Gelände Federwege zwischen 120mm und 140mm; die Enduros mit der Eignung für alpines Gelände weisen Federwege zwischen 150mm und 180mm auf. Downhillbikes müssen Sprünge aus großen Höhen verkraften und benötigen deshalb verstärkte Federelemente mit üppigen Federwegen zwischen 180mm und 240mm und verstärkte Rahmen. 

Vereinzelt bieten Hersteller im unteren und mittleren Preissegment Mountainbikes mit StVZO Ausstattung an, um die Alltagstauglichkeit zu erhöhen. In der Regel werden Schutzbleche und Beleuchtung jedoch nur bei echtem Bedarf und dann meist als leicht zu entfernende Steck-Variante verwendet. 

  • MTB im Detail
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  • MTB im Detail
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Was ist ein Crossbike? 

Crossbikes sind die Vorgänger der aktuell sehr beliebten und jungen Generation der Gravelbikes. Sie schließen die Lücke zwischen Fitnessbike und Mountainbike und eignen sich perfekt für Fahrer, die ihr Rad zu etwa 50% auf der Straße und 50% auf Schotter- und Waldböden bewegen. Sportliche Fahrten auf wechselnden Untergründen und in gemäßigtem Gelände sind das bevorzugte Revier dieser Bikes, die zwar nicht für schweres Gelände ausgelegt sind, dafür jedoch mehr Alltagstauglichkeit bieten. 

Reifen: Die Reifenbreite spiegelt das breite Einsatzgebiet wider und liegt größtenteils zwischen 35mm und 42mm. 28“ Zoll große Felgen sorgen in Verbindung mit den grob profilierten Reifen für ausreichend Komfort auf der Straße und soliden Grip auf losen Untergründen. 

Übersetzung: An Crossbikes findest du je nach Interpretation des Herstellers zahlreiche Varianten von Übersetzungen: Von der klassischen Rennradübersetzung mit Kompaktkurbel, über kleine Crossübersetzungen aus dem MTB Bereich, bis hin zur guten alten Dreifachkurbel aus dem Trekkingbereich. 

Bremsen: Da Crossbikes von der Grundidee her im Gelände bewegt werden sollen, haben sie die Bremsen aus dem MTB Bereich übernommen: Hier werden ebenfalls Scheibenbremsen verbaut, da sie bei schlechter Witterung und hoher Zuladung nachweislich über die bessere Bremsperformance als klassische Felgenbremsen verfügen. Günstige Modelle haben mechanisch betätigte Scheibenbremsen, höherwertige Bikes bremsen mit hydraulischen Scheibenbremsen.  

Sitzposition: Die Sitzposition auf einem Crossbike lässt sich am besten mit sportlich-komfortabel beschreiben. Nicht selten verwenden die Hersteller als Basis für ihre Crossbikes den gleichen Rahmen wie für ihre Fitnessbikes oder Rennräder, jedoch bringt der gerade Lenker und eine teilweise vorhandene Federgabel den Oberkörper in eine aufrechtere Sitzhaltung. 

Crossbikes haben oft die Möglichkeit, nachträglich Schutzbleche und Gepäckträger zu installieren, manche Modelle können sogar von Werk aus mit einer kompletten StVZO Ausstattung aufwarten. Durch diese Eigenschaft sind sie für Fahrten bei jedem Wetter gerüstet und eignen sich perfekt als Basis für den Aufbau zum Reiserad, Pendlerrad oder Allwetter-Sportrad.

Mountainbike oder Crossbike? – Gegenüberstellung beider Bikes 

Beide Bikes sind durchaus offroadtauglich, jedoch in unterschiedlichen Arten von Gelände zuhause. 

Während das Mountainbike viele Talente von Uphill bis Downhill besitzt und auch für schwerstes Gelände geeignet ist, ist das Crossbike das schnelle Sportrad für leichtes bis mittelschweres Gelände.  

Je ruppiger und unwegsamer das Gelände wird, desto eher benötigst du eine Federung und breite Reifen, um das Bike in der Spur zu halten. Sollten zudem Sprünge zu deinem Fahrstil gehören, ist eine (Voll)Federung unausweichlich – ein solches Terrain kannst du nur mit einem Mountainbike bewältigen. 

Das Crossbike bietet dir auf der Straße und auf unbefestigten Wegen eine gleichermaßen gute Performance, dabei ist es robuster als ein Fitnessbike und schneller als ein Mountainbike. Als ergänzendes Trainingsrad für die Herbst- und Wintermonate eignet es sich ebenso gut, wie für alltägliche Trainingsfahrten in wechselndem Terrain, wobei sich die Offroadeignung auf Schotter- und Waldböden beschränkt.

Wahlmöglichkeiten bei Mountainbikes und Crossbikes 

Wenn du dir Modelle beider Kategorien anschaust, wirst du je nach Preisklasse und Interpretation des Herstellers eine breite Auswahl an potentiellen Bikes für deine Zwecke vorfinden.  

In der Übersicht kannst du die Gewichtung der einzelnen Kategorien beider Bikes gut erkennen:

Kategorie Mountainbike Crossbike
Straße + ++
Lose und matschige Böden +++ ++
Trails +++
Sprünge/Downhill +++
Tempo ++ ++
Gewicht + ++
Training +++ +++
Wettkampf +++
Reise/Gepäck + +++

Qualität und Budget 

Mountain- und Crossbikes gibt es schon ab überschaubaren 300 €. Ab diesem Preis bekommst du einfache aber robuste Technik, mit der du Offroad bereits eine Menge Spaß haben kannst. Günstige Modelle verfügen noch über eine mechanische Scheibenbremse, die du der Felgenbremse in jedem Fall vorziehen solltest. Der Preis klettert bei den MTBs durch alle Klassen bis auf ca. 10.000 € hoch, wobei du mit zunehmendem Preis leichtere Rahmen, hochwertigere Materialien, bessere Komponenten und ein geringeres Gesamtgewicht erwarten darfst. Der größte Teil des Preises machen in der gehobenen Klasse dabei die Federelemente und der aufwendig gestaltete Rahmen aus. 

Bei den Crossbikes dagegen liegt zwischen der Einsteigerklasse und dem High-End Bereich gerade mal eine Spanne von 1700 €. Von 300 € bis 2000 € bekommst du auch hier für mehr Geld den leichteren Rahmen, die besseren Materialien, die hochwertigeren Komponenten und natürlich das niedrigere Gesamtgewicht. 

Aufgrund der unterschiedlichen Preisgefüge beider Bikes orientieren wir uns in der folgenden Gegenüberstellung an der Preisspanne der Crossbikes und stellen das preislich gleichwertige MTB dagegen.

Preisklasse 300 € bis 800 €

Ab einem Budget von 300 € bekommst du solide verarbeitete Aluminiumrahmen mit einstellbaren Luftfedergabeln. Beide Bikes setzen bei den Bremsen auf kraftvolle Scheibenbremsen und auch bei der Schaltung gehen sie ähnliche Wege: Sowohl die MTBs als auch die Crossbikes verfügen über breit abgestufte Kettenschaltungen mit Zweifach- oder Dreifachkurbel. Mountainbike Hardtails und Crossbikes dieser Klasse wiegen zwischen 14 und 15 kg.

Preisklasse 800 € bis 1400 €

Im mittleren Preissegment bekommst du in beiden Kategorien hochwertige Komponenten und eine Verarbeitung auf hohem Niveau: Leichte Aluminiumrahmen sind in dieser Preisklasse üblich, ebenso die qualitativ hochwertigen Schaltgruppen wie Shimanos Deore SLX oder XT, sowie standfeste hydraulische Scheibenbremsen. Einstellbare Luftfedergabeln, stabile Laufräder mit Steckachsen und leichte Anbauteile bieten ebenfalls beide Bikes in dieser Preisklasse. Sowohl die Mountainbikes als auch die Crossbikes wiegen hier je nach Ausstattung zwischen 12 und 13 kg.

Preisklasse 1400 € bis 2000 €

In der Oberklasse bekommst du leichte und sportliche Offroad Bikes für die gehobenen Ansprüche. Steife Carbonrahmen mit Vollcarbongabel bekommst du bei den schnellen Crossbikes, sowie wie hydraulische Scheibenbremsen, leichte Laufräder und hochwertige Schaltgruppen wie beispielsweise Shimanos 105. MTB Hardtails bieten in dieser Klasse leichte und solide Technik, einen aufwendig gefertigten Carbonrahmen, eine feinfühlig ansprechende Federgabel, sowie große dimensionierte Bremsanlagen und leichte Einfachkurbel Antriebe. Das Gewicht eines Crossbikes kann schon deutlich unter 9 kg liegen, MTB Hardtails wiegen unter 12 kg.

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

7 Kommentare

  1. Silas A.
    11. Mai 2019 at 16:56 · Antworten

    Hinweis: Auf den Bildern sehe ich kein einziges Crossbike. Ein Rossbike ist ein Rennrad fürs Gelände. Das heisst, Rennlenker, Rennrahmen, keine Federung, etwas breitere Reifen mit Profil und eine kleinere Übersetzung als ein Strassenrenner. Siehe auch Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Cyclocrossrad

    Die Nicht-Mountainbikes sind eine Mischung aus Rennrad, Citybike und Mointainbike. Auch etwas Gutes. Aber kein Crossbike.

  2. Peter
    16. Februar 2017 at 09:51 · Antworten

    Mir gefällt die vielseitige Nutzung des Cross-Bikes. Das macht dieses Fahrrad für mich enorm attraktiv!

  3. Dimi
    5. Dezember 2016 at 20:05 · Antworten

    Danke für den kurzen informativen Text. Für mich persönlich ist das Crossbike eher was, da meine Freundin und ich gerne längere Strecken auf meist ebenem Gelände fahren.

  4. Andreas Uphues
    11. April 2016 at 21:55 · Antworten

    Hallo zusammen,
    ich möchte in Zukunft vom PKW aufs Rad umsteigen um zur Arbeit zu fahren. Wegstrecke 37-39 km einfach, leicht hügeliges Gelände, alles Asphalt 39 km oder Asphalt mit befestigten Schotterweg 37 km. Mit dem MTB brauche ich Ca. 90 min je nach Windrichtung. Lichtanlage und feste Schutzbleche sind schon eingeplant. Die Frage an euch: Crossrad wie ein Rennrad oder Crossrad bequem ? Geplant ist bei Wind und Wetter zu fahren! Gibt es noch weitere Radfahrer die gleiches machen! Gruß A. Uphues

    • Melanie
      14. April 2016 at 12:59 · Antworten

      Lieber Andreas,

      wende dich bitte zu dieser Frage an unser Serviceteam. Gerne per E-Mail an service@fahrrad-xxl.de.

      Beste Grüße
      Dein Fahrrad XXL-Team

    • Melanie
      14. April 2016 at 13:00 · Antworten

      Lieber Andreas,

      wende dich bitte zu dieser Frage an unser Serviceteam. Gerne per an E-Mail service@fahrrad-xxl.de.

      Beste Grüße
      Dein Fahrrad XXL-Team

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