Dez 05

Mountainbike vs. Cyclocross – was passt zu dir?

Wenn du mit deinem Fahrrad am liebsten im Gelände unterwegs bist, gibt es mit Mountainbikes und Cyclocrossern hervorragend geeignete Räder, mit denen du offroad so richtig viel Spaß haben kannst. Beide Radtypen interpretieren das Thema Gelände jedoch von unterschiedlichen Seiten und setzen andere Schwerpunkte, was sich in der Geometrie, dem Aufbau und den Komponenten deutlich zeigt. In beiden Kategorien bekommst du jeweils gutes und günstiges Einsteigermaterial für gelegentliche Hobbyeinsätze bis hin zur wettkamptauglichen High-End Maschine – hier kannst du je nach Anspruch und Budget frei wählen. Für welche Zwecke du ein Mountainbike wählen solltest, wann ein Cyclocrosser die richtige Wahl ist und worin die Unterschiede dieser beiden Gattungen liegen, haben wir für dich in diesem Beitrag zusammengestellt.

Offroad-Spezialist oder geländetaugliches Rennrad? 

Der Begriff Mountainbike steht für viele unterschiedliche Bikes mit differenzierter Ausstattung – vom einfachen Hardtail über das universelle Touren-Fully und das alpin einsetzbare Enduro bis hin zum aggressiven Downhill Bike. Ein breiter und gerader Lenker, eine dem Einsatzzweck entsprechende Federung und die Option unterschiedlicher Laufradgrößen sind wohl die größten Unterschiede zum Cyclocrosser, dessen Einsatzgebiet deutlich schmaler, dafür spezialisierter ist. 

Der Cyclocrosser ist ein geländetaugliches Rennrad und verzichtet für ein geringes Gewicht und maximalen Vortrieb auf jegliche Federelemente. Als reines Wettkampfgerät konzipiert, sind die sportliche Geometrie, der gebogene Rennlenker und die schmale 28 Zoll Bereifung charakteristische Merkmale dieser Bike Kategorie. 

Für die Wahl des richtigen Offroadbikes für dich sollte zunächst die Federung das ausschlaggebende Argument sein: Je gröber und unwegsamer das Gelände ist und je öfter du Trails fährst und Sprünge einbaust, desto eher sollte dein Bike über eine Federung verfügen. Cyclocrosser werden in ganz grobem Gelände nicht eingesetzt und überbrücken solche Passagen meist vom Fahrer geschultert. 

Im Folgenden haben wir die charakteristischen Merkmale beider Bike-Typen für dich aufgelistet:

Was ist ein Mountainbike? 

Mountainbikes können praktisch überall fahren und kommen auch in grobem Gelände bestens klar. Auf Wald- und Schotterwegen, auf losen und matschigen Untergründen bis hin zu anspruchsvollen Trails und extra angelegten Pisten spielen die Geländespezialisten unter den Fahrrädern ihre Stärken aus.  

Reifen: Grob profilierte Reifen mit einer Breite ab 2 Zoll bieten im Gelände hervorragenden Grip und dämpfen Sprünge und Unebenheiten zusätzlich über ihr großes Luftvolumen. Im MTB Bereich kannst du bei den meisten Bikes zwischen den agilen 27,5 Zoll (650b) und den etwas laufruhigeren 29 Zoll großen Laufrädern wählen. 

Antrieb: Der Antrieb deckt in der Regel einen großen Einsatzbereich ab, denn von steilen Kletterpassagen bis zu temporeichen Abfahrten benötigt der Mountainbiker den jeweils passenden Gang. Aktuell ist im MTB Bereich über alle Preis- und Qualitätsstufen hinweg die Kettenschaltung mit Zweifachkurbel gängiger Standard, allerdings werden höherwertige Mountainbikes zunehmend mit dem noch jungen Einfachkurbel Antrieb ausgestattet.  

Bremsen: Bei den Bremsen waren die Mountainbikes Vorreiter und haben die Scheibenbremse am Fahrrad zur Serienreife entwickelt. Von der günstigen und mechanisch betätigten Variante bis hin zum hochwertigen und hydraulisch betätigten Exemplar bietet die Scheibenbremse unabhängig von Schmutz und Wetter maximale Verzögerung und ist daher ideal für den ruppigen Offroadeinsatz. 

Federelemente: Federgabel und Dämpfer folgen von der Ausrichtung her dem Schwerpunkt des Bikes und sollen Unebenheiten im Gelände abfedern sowie eine gute Traktion und Bodenhaftung gewährleisten. Einfache Hardtails verfügen für schnelle Touren und leichtes Gelände meist über 100mm Federweg an der Front, Touren-Fullys besitzen für den längeren Einsatz in mittelschwerem Gelände Federwege zwischen 120mm und 140mm. Das Enduro mit der Eignung für mittelschweres und alpines Gelände weist in der Regel Federwege zwischen 150mm und 180mm auf, was nur noch vom Downhillbike überboten wird: Für den Fahrspaß auf extra angelegten und abgesperrten Strecken sind Federwege zwischen 180mm und 240mm Voraussetzung und gängiger Standard. 

Im unteren bis mittleren Preissegment gibt es vereinzelt Hybridlösungen, die das Mountainbike mit einer StVZO Ausstattung alltagstauglicher machen, in der Regel werden Schutzbleche und Beleuchtung jedoch nur bei echtem Bedarf und dann meist als leicht zu entfernende Steck-Variante verwendet. 

Die Kombination aus robustem Aufbau, standfesten Bremsen und breit abgestufter Schaltung macht das Mountainbike auch interessant für Sonderaufgaben. So sieht man nicht selten auf Alltagstauglichkeit getrimmte MTBs mit Kinder-, Hunde- oder Transportanhänger.

  • MTB im Detail
  • MTB im Detail
  • MTB im Detail
  • MTB im Detail
  • MTB im Detail
Entdecke unsere Mountainbikes

Was ist ein Cyclocross Bike?

Cyclocrosser liegen konzeptionell zwischen Rennrad und Mountainbike und sind perfekt für Fahrer, die ihr Bike sehr sportlich und hauptsächlich abseits befestigter Straßen bewegen. Rein in den Wald, matschige Pisten hoch und runter, querfeldein über Wiesen und Schotter, Tragepassagen mit geschultertem Rad – der Cyclocrosser ist ein sportliches Wettkampfgerät, ein auf das Nötigste reduzierte Mountainbike mit Rennlenker. 

Reifen: Die Reifenbreite liegt zwischen 32mm und 35mm, wobei die Reifen für guten Grip im Gelände meist stark profiliert sind. Bei Cyclocross-Rennen sind laut UCI max. 33mm breite Reifen zugelassen; 28 Zoll große Felgen sind durchweg Standard. 

Antrieb: Cyclocrosser benötigen eine robuste Schaltung mit kleinen Gängen für steile Passagen und schnelle Antritte. Bei Zweifachkurbeln sind die Abstufungen 46/36, 44/34 und 42/32 üblich, hinten kommt meist eine 11-25 oder 11-28 Kassette zum Einsatz. Die Einfachkurbel wurde aus dem MTB Bereich übernommen und bietet dem Cyclocrosser wie auch dort die gleichen Vorteile: weniger Gewicht durch weniger Bauteile und somit eine geringere Wartungs- und Pannenanfälligkeit bei gleichzeitig einfacherer Bedienung. 

Bremsen: Da im Cyclocross Sport die ähnlichen Bedingungen wie im MTB Sport herrschen, hat sich auch hier die Scheibenbremse als Standard etabliert, je nach Qualitätsstufe mechanisch oder hydraulisch betätigt. Nur noch an Modellen der untersten Preiskategorie finden sich die einfachen, aber technisch überholten Cantilever-Bremsen, die zwar wartungsärmer sind, aber mit der Scheibenbremse in puncto Bremsperformance und Standfestigkeit nicht mithalten können. 

Rahmengeometrie: Cyclocrosser besitzen eine kompakte, aber sportliche Sitzposition, was sich durch ein kurzes Oberrohr und ein kurzes Steuerrohr zeigt. Die daraus resultierende stärkere Sattelüberhöhung hat eine deutlich sportlichere Haltung zur Folge, zudem sitzt für mehr Bodenfreiheit das Tretlager höher, was zu einem höheren Schwerpunkt des Rades führt. Ein Stack-to-Reach-Wert von 1,5 (beschreibt die goldene Mitte) bis 1,35 (sehr sportlich) kennzeichnen die eher sportlich ausgelegte Geometrie.  

Ein weiteres charakteristisches Merkmal für einen Cyclocross-Rahmen ist sein auf der Unterseite abgeflachtes Oberrohr, damit das Rad bei Tragepassagen bequem geschultert werden kann. Extern verlegte Bowdenzüge verlaufen bei diesen Rahmen deshalb auf dem Oberrohr. 

Cyclocrosser sind vom Grundkonzept her Wettkampgeräte und haben aufgrund ihrer sportlichen Auslegung den Fokus auf geringes Gewicht und maximale Performance, daher sind selten Schutzbleche und noch seltener Gepäckträger durch werksseitige Befestigungsmöglichkeiten vorgesehen. Durch ihre Robustheit werden Cyclocrosser von Rennradfahrern gerne als Pendler- oder Allwetterrad genutzt.

  • Cannondale SuperX
  • Cannondale SuperX Force 1 Cyclocross
  • Cannondale SuperX Force 1
  • Cannondale SuperX Sram Force
Entdecke unsere Cyclocross Bikes

Mountainbike oder Cyclocross? – Gegenüberstellung beider Bikes 

Beide Bikes sind weitestgehend offroad- und wettkampftauglich, jedoch in unterschiedlichen Arten von Gelände zuhause. 

Während das Mountainbike viele Talente von Uphill bis Downhill besitzt, ist der Cyclocrosser der Spezialist für hohes Tempo auf matschigen und losen Böden.  

Je ruppiger und unwegsamer das Gelände wird, desto eher benötigst du eine Federung, um das Bike in der Spur zu halten. Sollten zudem Sprünge zu deinem Fahrstil gehören, ist eine (Voll)Federung unausweichlich – dieses Terrain kannst du nur mit einem Mountainbike bewältigen. 

Im Wettkampfmodus auf Wald-, Wiesen-, und Sandböden unterwegs zu sein ist das bevorzugte Gebiet von Cyclocrossern. Wenn es zu ruppig wird, wird das Bike geschultert und nach dem Hindernis im Laufschritt wieder aufgesprungen – in eigenen Wettbewerben werden meist mehrere kräftezehrende Runden auf einem abgesteckten Parcours unter den lauten Anfeuerungsrufen der Zuschauer gefahren.

Wahlmöglichkeiten bei Mountainbikes und Cyclocrossern 

Wenn du dir Modelle beider Kategorien anschaust, wirst du je nach Preisklasse und Interpretation des Herstellers eine breite Auswahl an potentiellen Bikes für deine Zwecke vorfinden.  

In der Übersicht kannst du die Gewichtung der einzelnen Kategorien beider Bikes gut erkennen:

Kategorie Mountainbike Cyclocross
Straße + ++
Lose und matschige Böden +++ +++
Trails +++ +
Sprünge/Downhill +++
Tempo ++ +++
Gewicht + +++
Training +++ +++
Wettkampf +++ +++

Qualität und Budget 

Ein Mountainbike bekommst du schon ab schlanken 300 € – dafür gibt es einfachste und robuste Technik, mit der du in den Offroad Sport reinschnuppern kannst. Mit etwas Glück verfügt dein Wunschbike schon über eine mechanische Scheibenbremse, die der Felgenbremse in jedem Fall vorzuziehen ist. Der Preis schraubt sich durch alle Klassen bis auf ca. 10.000 € hoch, wobei du mit zunehmendem Preis leichtere Rahmen, hochwertigere Materialien, bessere Komponenten und ein geringeres Gesamtgewicht erwarten darfst. Ein Großteil des Preises entfällt in der gehobenen Klasse dabei auf die Federelemente und aufwendig gestaltete Rahmen. 

Bei Cyclocrossern liegt zwischen der Einsteigerklasse und dem High-End-Bereich eine Spanne von gerade mal 3000 €. Von 800 € bis 3800 € bekommst du auch hier mit zunehmendem Preis leichtere Rahmen, hochwertigere Materialien, bessere Komponenten und ein geringeres Gesamtgewicht. 

Aufgrund der unterschiedlichen Preisgefüge beider Bikes orientieren wir uns in der folgenden Gegenüberstellung an der Preisspanne der Cyclocrosser und stellen das preislich gleichwertige MTB dagegen.

Preisklasse 800 € bis 1200 €

Zwischen 800 € und 1200 € bekommst du bereits kompromisslos sportliche Vertreter beider Gattungen. Solide verarbeitete Aluminiumrahmen sind in dieser Klasse durchweg üblich, im Cyclocross Bereich ist hier meist schon eine leichte Carbongabel verbaut, bei den MTBs gibt es gute Luftfedergabeln. Bei den Bremsen setzen beide Bikes konsequent auf die Scheibenbremse. Robuste Schaltgruppen wie Shimanos Tiagra kommen an den Cyclocrossern zum Einsatz, wogegen das MTB schon mit einem leichten und modernen Einfachkurbel Antrieb ausgestattet sein kann. Mountainbike Hardtails dieser Klasse wiegen ca. 12 kg, das Gewicht der Cyclocrosser liegt unter 10 kg.

Preisklasse 1200 € bis 1800 €

In der beliebten Mittelklasse bekommst du in beiden Kategorien bereits eine ansprechende Ausstattung: Hochwertige Aluminiumrahmen mit Carbongabel sind bei den Cyclocrossern in dieser Preisklasse üblich, ebenso die bewährten Schaltgruppen wie Shimanos 105 oder Ultegra in Verbindung mit hydraulischen Scheibenbremsen. Die Rahmen der MTBs dieser Klasse sind ebenfalls aus leichtem Aluminium und hochwertig verarbeitet, dazu kommt eine voll einstellbare Luftfedergabel, sowie leichtere und stabilere Laufräder mit Steckachsen. Mountainbikes wiegen in dieser Preisklasse schon unter 12 kg, während die Cyclocrosser zwischen 9 kg und 10 kg liegen.

Preisklasse 1800 € bis 2500 €

Die Oberklasse bietet eine top Ausstattung und zaubert jedem Offroad Sportler ein breites Grinsen ins Gesicht. Leichte und edle Carbonrahmen mit Vollcarbongabel gehören bei Cyclocrossern ebenso zum guten Ton wie hydraulische Scheibenbremsen, steife Laufräder mit Steckachsen, sowie hochwertige Schaltgruppen wie Shimanos Ultegra oder einem leichten Einfachkurbel Antrieb von Sram. Das Gesamtgewicht liegt in dieser Klasse unter 9 kg. Touren Fullys auf 29“ Zoll Laufrädern dieser Klasse bieten einen aufwendig gefertigten Aluminiumrahmen, hochwertige Federelemente, sowie große dimensionierte Bremsanlagen und leichte Einfachkurbel Antriebe – geballte Technik also für ausgiebige Offroad Abenteuer mit einem Gesamtgewicht von gerade mal 14,5 kg.

Das könnte dich auch interessieren

War dieser Beitrag hilfreich?
Lass es uns wissen, wenn dir der Beitrag gefällt. Das ist für uns der einzige Weg herauszufinden, ob wir etwas besser machen können.
Ja3
Nein0
Mountainbike vs. Cyclocross – was passt zu dir?
5 bei 1 Bewertung(en)
Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden!

Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

Kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.