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Welche Rennrad Bremsen?

Rennrad Bremsen

Der Siegeszug der Scheibenbremse scheint derzeit auch vor dem Rennrad-Sektor nicht Halt zu machen. Irgendwo klingt es auch logisch, denn wer steile Alpenpässe wie das Stilfser Joch hinabfliegt, der erreicht gerne einmal 90 km/h und mehr. Hier freut man sich natürlich über ordentlich Bremskraft, weshalb die großen Komponenten-Hersteller bereits zahlreiche Rennrad-Discs auf den Markt gebracht haben. Dennoch werden weiterhin die meisten Rennräder mit der klassischen Felgenbremse ausgestattet. Das geringe Gewicht überzeugt einfach sportliche Fahrer. Warum sich der Blick auf Disc-Bremsen trotzdem lohnt und welche Vor- und Nachteile die jeweiligen Systeme mit sich bringen, liest du in diesem Ratgeber.

Rennrad Bremsen Allgemein
Rennrad Bremsen Vergleich
Rennrad Felgenbremse
Rennrad Scheibenbremse

Rennrad Scheibenbremsen vs. Felgenbremsen


Scheibenbremsen oder Felgenbremsen am Rennrad - Ein unendlicher Kampf im Rennradsport. Ob eine bessere Bremsleistung bei Nässen oder weniger Gewicht, lässt sich streiten. Santiago vergleicht beide Bremssysteme und zeigt euch, welches besser ist.

Allgemeine Informationen zu Rennrad Bremsen

Ganz grob lassen sich die Rennrad-Bremsen in zwei Kategorien einteilen: Disc- und Felgenbremsen. Als wäre die Vielfalt dadurch nicht schon groß genug, muss man allerdings noch weiter unterscheiden. Sowohl Disc- als auch Felgenbremsen gibt es nämlich in mechanischer (also mit Bremszug) und hydraulischer Ausführung.

Hydraulische Felgenbremsen-Systeme werden beispielsweise von SRAM und Magura angeboten. Diese sollen etwas mehr Bremskraft bieten und durch das geschlossene System beständiger gegenüber der Witterung sein. Die Verbreitung ist allerdings tendenziell gering. Die klassische mechanische Felgenbremse, wie es Traditions-Hersteller Campagnolo, SRAM oder Shimano anbieten, ist nach wie vor der Platzhirsch. Durch die schlanke und filigrane Optik passen sie in den Augen vieler Fahrer einfach am besten an Rennräder.

Bei Disc-Bremsen ist es allerdings genau umgekehrt. Hier sind hydraulische Systeme (z.B. SRAM und Shimano) verbreiteter als die Bremszug-Varianten. Man ist sich jedoch recht uneinig, was die Optik betrifft. Einige Rennradler finden die Bremsscheiben an den windschnittigen Rennrädern einfach zu bullig. Nicht zuletzt weil damit auch ein erhöhter Luftwiderstand verbunden wird. Was der Windkanal zu dieser Einschätzung sagt, kannst Du im Abschnitt “Scheibenbremsen am Rennrad” nachlesen.

Andere Fahrer schätzen hingegen die Optik und das Plus an Bremsleistung, was gerade bei hoher Geschwindigkeit entscheidend sein kann.

Da der Disc-Bremsen Markt von den großen Playern SRAM und Shimano bedient wird, hat auch die UCI erste Experimente im Profi-Rennradsport gestartet. Nachdem die Scheibenbremse anfangs aus verschiedenen Gründen etwas kritisch betrachtet wurde, konnte Marcel Kittel 2017 als erster Athlet samt Scheibenbremsen einen Tour-Sieg nach Hause fahren. Seither drängen auch immer mehr kleinere Hersteller auf den Markt, so dass es ein wachsendes Angebot gibt. Die Deutsche Triathlon Union hat außerdem ebenfalls die Verwendung von Scheibenbremsen generell erlaubt. Dennoch sollte man sich vor Wettkämpfen immer informieren, welche Bremssysteme zulässig sind, da Abweichungen von dieser Regelung nicht auszuschließen sind.

Scheiben- und Felgenbremsen im direkten Vergleich

Das Thema Felgen- vs. Scheibenbremsen ist recht komplex und unübersichtlich. Um also die wichtigsten Vor- und Nachteile auf einen Blick zu haben, gibt es hier eine direkte Gegenüberstellung der beiden Systeme. Solltest Du danach noch mehr Detailinformationen benötigen, kannst du in den folgenden Abschnitten jeden Punkt nochmals ausführlicher nachlesen.

Felgenbremsen Scheibenbremsen
Bremsleistung und Dosierbarkeit - Für die meisten Anwendungen genügend Bremskraft
- Bei Nässe leidet die Bremskraft sehr deutlich
- Mehr Bremskraft bei engefahrener Bremsanlage
- Gleichbleibende Bremskraft bei Nässe
- Bessere Dosierbarkeit
Gewicht und Aerodynamik - ca. 500g leichter als Scheibenbremsen
- spezielle Aero-Bremsen an Aero-Rad verbessern die Aerodynamik
- ca. 500g schwerer als Felgenbremsen
- keine spezielle aerodynamische Integration möglich
Verschleiß, Wartung und Kosten - Bremsvorgang verschleißt die sicherheitsrelevante Felge
- Wartung sehr einfach und mit Standardwerkzeug möglich
- Geringe Anschaffungskosten
- Bremsvorgang verschleißt nur die Bremsscheibe, daher geringere Folgekosten
- Wartung nur mit Spezialwerkzeug möglich
- Anschaffungskosten sehr hoch (300 - 1000€ teurer als Felgenbremse)
Montage - Sehr einfache Montage und mit Standardwerkzeug möglich - Erstmontage (v.a. bei Innenverlegung) sehr aufwändig, da anschließend mit Spezialwerkzeug entlüftet werden muss
Sicherheit - Durch extreme Wärmeentwicklung (bei Dauerbremsung) können Schläuche platzen
- Carbonfelgen können bei extremer Hitze delaminieren 
- Sehr schwere Fahrer oder Dauerbremsung können die Bremsscheibe überhitzen (Bremsbelag verglast)
Bremsgeräusche - Carbonfelgen quietschen gerne bei Nässe und starker Belastung - Scheiben mit minimalem Schlag "klingeln" manchmal
- Scheibenbremsen quietschen gerne bei Nässe
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Felgenbremsen am Rennrad

Sram Felgenbremse

Denkt man an ein klassisches Rennrad, dann denkt man an ein Fahrrad mit Felgenbremsen. Zugegeben, an den windschnittigen Rennern machen die filigranen Stopper optisch vielleicht auch den besseren Eindruck. Aber natürlich gibt es zudem einige funktionelle Vorteile, die der Felgenbremse ihre Legitimation verleihen.

Durchgesetzt hat sich am Rennrad die sogenannte Seitenzugbremse durchgesetzt. Da die Konstruktion nur recht schmale Reifen zulässt, ist die Seitenzugbremse fast nur am Rennrad zu finden. Welche konstruktionsbedingten Einschränkungen und Vorteile sonst noch entscheidend sind, kannst du in den folgenden Abschnitten nachlesen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
  • Felgenbremsen sind in etwa 500g leichter als Scheibenbremsen
  • Einfache Wartung
  • Aerodynamisch und optisch gut integrierbar
  • große Auswahl an verschiedenen Komponenten
  • günstiger in der Anschaffung als Disc-Bremsen 

Bremsleistung und Dosierbarkeit

Ganz vorne weg: Die Bremsleistung von Felgenbremsen ist natürlich in den allermeisten Fällen vollkommen ausreichend. Selbst auf langen Alpenpässen überzeugen die Stopper, auch wenn eine Scheibenbremse etwas mehr Komfort und Sicherheit bietet. Kritisch wird es mit Felgenbremsen erst dann, wenn es nass wird. Hier lässt die Bremskraft sehr stark nach, weshalb sich ein Blick auf Hersteller wie Zipp lohnt. Diese bearbeiten die Bremsflanken sepziell, so dass durch die Oberflächenbearbeitung auch bei feuchten Verhältnissen eine hohe Bremswirkung gewährleistet ist.

Problematisch ist außerdem, dass Dreck und Regen die Dosierbarkeit und Leichtgängigkeit der Felgenbremse stark beeinträchtigen können. Für Schönwetter-Fahrer an sich kein Problem, kann man gerade im Gebirge dennoch von einem plötzlichen Wolkenbruch überrascht werden. Geschlossene hydraulische Systeme schaffen hier Abhilfe und bieten außerdem mehr Bremsleistung und bessere Dosierbarkeit als ihre Bremszug-Brüder.

Eine in der Regel bei Felgenbremsen unterschätzte Gefahr ist das Problem der Hitzeentwicklung. Bei langen Abfahrten können sich die Bremsflanken durch dauerbremsen nämlich so stark erhitzen, dass die Schläuche im Inneren platzen. Das passiert v.a. bei Felgen ohne Felgenband. Nicht gerade ideal, während man sich eine steile Abfahrt hinunterstürzt.

Kurz zusammengefasst:
  • die Bremsleistung von Felgenbremsen ist in den meisten Fällen absolut ausreichend
  • die Dosierbarkeit ist im Vergleich zu Scheibenbremsen schlechter
  • Bei Nässe verlieren Felgenbremsen (insbesondere Carbonfelgen) an Bremsleistung
  • Durch Hitze an den Bremsflanken können Schläuche platzen

Gewicht & Aerodynamik

Der größte Vorteil von Felgenbremsen gegenüber Scheibenbremsen ist eindeutig das Gewicht. Satte 500g kann man nämlich sparen, wenn man nicht auf Disc-Modelle setzt. Je nach Rad können das in etwa 8% des Gesamtgewichts sein. 250g entfallen dabei auf das höhere Systemgewicht einer Scheibenbremse. In etwa 150g kommen auf das Gewicht des Laufrades und in etwa 100g auf das des Rahmens, da die Aufnahme für eine Scheibenbremse mehr Material erfordern und durch die auftretenden Bremskräft manche Bereich verstärkt werden.

Entgegen der Erwartungen vieler Fahrradfahrer können sich Felgenbremsen im Windkanal jedoch nicht nennenswert vor der Scheibenbremse platzieren. Der Luftwiderstand ist bei Standardbremsen in etwa gleich groß.

Spezielle Aero-Felgenbremsen bieten hingegen einen marginalen Vorteil. Hier ist die Bremszange quasi in den Rahmen bzw. die Gabel integriert, so dass die Luft störungsfrei vorbeifließen kann. Möglich macht es eine beinahe bündige Fläche aus Rahmen, Gabel und Bremse. Bei Scheiben ist dieses Maß an Integration leider nicht möglich. Wer also reinrassigen Wettkampfsport betreiben will, ist mit solchen Felgenbremsen eine Spur besser beraten.

Kurz zusammengefasst:
  • Felgenbremsen sparen etwa 500g Gewicht gegenüber Scheibenbremsen
  • Der Luftwiderstand von Standard-Felgenbremsen und Scheibenbremsen ist quasi gleich
  • Spezielle Aero-Felgenbremsen bringen hingegen einen leichten Vorteil hinsichtlich der Aerodynamik

Verschleiß, Wartung und Kosten

Bremsbeläge an Felgenbremsen verschleißen zwar schneller als bei Scheibenbremsen, dafür sind die Kosten pro Belagpaar deutlich geringer. Hier ist es wichtig, den zur eigenen Felge passenden Belag zu wählen. Es gibt Unterschiede in der Härte der Beläge und der Belagmischung, Single-Compound oder Triple-Compound, Beläge für speziell konstruierte Bremsflanken oder Carbonfelgen. Hier sollte man unbedingt auf die Empfehlungen des Felgenherstellers achten. Auch beim Wechsel von Alu- auf Carbonfelgen ist Vorsicht geboten: die gebrauchten Beläge können nämlich mit Aluspänen verschmutzt sein, die Carbonfelgen beschädigen würden. Laufradwechsel bedeutet also auch ein Belagwechsel.

Hinsichtlich der Wartung können bei Felgenbremsen hohe Kosten auf den Fahrer zukommen. Natürlich liegt das weniger daran, dass Bremszüge öfters getauscht werden müssen, sondern viel mehr daran, dass Felgen beim Bremsvorgang verschleißen. Durch die Reibung zwischen Bremsbelag und Bremsflanke wird permanent Material abgetragen. Wird die Seitenwand der Felge zu schwach, muss die Felge bzw. das ganze Laufrad getauscht werden. Je leichter die Felge, desto schneller ist die Verschleißgrenze in der Regel erreicht. Carbonfelgen können durch häufiges, kräftiges Bremsen außerdem delaminieren. Delamination entsteht, wenn sich die einzelnen Carbonlagen in der Bremsflanke durch die entstehende Hitze ablösen. Dadurch entsteht ein Totalausfall. Auch hier muss dann eine neue Felge oder ein neues Laufrad her, was bei Carbonfelgen den Geldbeutel besonders belastet.

Kurz zusammengefasst:
  • Die Kosten für Bremsbeläge sind bei Felgenbremsen geringer als bei Scheibenbremsen
  • Aluminium- und Carbonfelgen benötigen verschiedene Beläge
  • Beim Laufradwechsel von Alu zu Carbon sollten unbedingt die Bremsbeläge getauscht werden
  • Bremsvorgänge belasten die Felgen, die daher regelmäßig getauscht werden müssen
  • Carbonfelgen können durch “heiße” Bremsvorgänge delaminieren

Montage & Standards

Wie immer in der Fahrradwelt bringt jedes Bauteil seinen eigenen Standard mit sich. Seitenzugbremsen müssen daher an speziellen Aufnahmen befestigt werden. Die Bremsen werden in der Regel mittels einer Schraube an der Gabel / am Rahmen befestigt, die mittig in die Bremse geht: Man spricht von der sogenannten Center Bolt Aufnahme. Eine zweite Möglichkeit bei Seitenzugbremsen ist der Direct Mount Standard. Hier wird die Bremsen nicht zentral, sondern jeder Bremsschenkel einzeln am Rahmen bzw. an der Gabel befestigt. Die doppelte Abstützung soll steifer sein und dadurch eine bessere Dosierbarkeit bieten. Beide Aufnahmen sind dabei nicht mit Cantilever / V-Brake Bremsen kompatibel.

Nachträglich können grundsätzlich keine anderen Befestigungsmöglichkeiten angebracht werden. Es gibt zwar allerhand Adapter und Bastellösungen, aber an einem schnellen Rennrad haben die nichts verloren. Die Funktion und Sicherheit kann damit nämlich nicht gewährleistet werden. An den Bremsen sollte man einfach keine halben Sachen machen.

Kurz zusammengefasst:
  • Felgenbremsen passen für Center-Bolt- und Direct Mount-Aufnahmen
  • V-Brakes/Cantilever-Bremsen können nicht an diesen Aufnahmen montiert werden

Einsatzzweck

Die mechanische Felgenbremse ist mit Abstand am meisten verbreitet, und das zurecht. Die Bremsleistung ist einfach ausreichend für jeden Freizeitsportler und Racer. Reparaturen gestalten sich weniger kompliziert und kompatible Teile gibt es in Hülle und Fülle. Hier kann man einfach nichts falsch machen. Felgenbremsen findet man daher auch an allen möglichen Arten von Rennrädern.

Wer häufig Wettkämpfe fährt, freut sich über das gesparte Gewicht. Außerdem sind nur mit Felgenbremsen richtige Aero-Bikes zu realisieren. Wie groß der Effekt des verminderten Luftwiderstands ist, sei jedoch dahingestellt.

Dennoch ist die Felgenbremse einfach ein gut funktionierendes System, das Schönwetterfahrern quasi keine Probleme bereiten wird. Wer aber auch bei Wind und Wetter unterwegs sein will, der sollte einen Blick auf den übernächsten Abschnitt “Scheibenbremsen am Rennrad” werfen.

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Scheibenbremsen am Rennrad

Bremsscheiben

Der Trend im Rennradbereich scheint sich in Richtung der Disc-Bremsen zu bewegen. Dabei funktionieren die Bremsen grundlegend gleich wie MTB-Scheibenbremsen. Mittels des Bremshebels wird eine Membran bewegt, die die Kraft durch das nicht komprimierbare Bremsmedium (bspw. DOT oder Mineralöl) auf die Kolben überträgt. Die Kolben fahren dann aus und drücken die Bremsbeläge an die Scheibe. Eine detaillierte Beschreibung kannst du in unserem Bremsen-Ratgeber nachlesen. Aber warum hat es so lange gedauert, bis die im MTB-Bereich längst etablierten Scheibenbremsen an Rennräder Verwendung gefunden haben? Hierfür sollte man sich einige Vor- und Nachteile ansehen.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
  • Scheibenbremsen bieten mehr Bremskraft als Felgenbremsen
  • Die Dosierbarkeit bei Scheibenbremsen ist extrem gut
  • Bremsvorgänge benötigen weniger Kraft, was bei langen Abfahrten die Sicherheit und den Komfort erhöht
  • Scheibenbremsen benötigen auf kurze Sicht meist wenig Wartung und funktionieren auch bei miesem Wetter gleichmäßig gut
  • Felgen verschleißen nicht durch den Bremsvorgang

Bremsleistung und Dosierbarkeit

Die Bremsleistung einer Scheibenbremse ist abhängig von der verwendeten Scheibengröße. Zumeist wird an der Front auf 160mm große Scheibenbremsen gesetzt und am Heck auf 140mm. Für beide Scheibengrößen gilt, dass im Vergleich zu einer Felgenbremse mehr Bremskraft vorhanden ist. Bevor eine Scheibenbremse jedoch ihre volle Leistung entfalten kann, muss diese unbedingt eingebremst werden.

Ein wichtiges Thema bei Scheibenbremsen ist das sogenannte Verglasen. Gerade schwerere Fahrer können die kleinen Scheiben bei langen Pässen zum Überhitzen bringen. Vollstahlscheiben mit 160mm Durchmesser schaffen hier Abhilfe. Eleganter sind jedoch Kühlrippen an den Bremsbelägen. Durch die vergrößerte Oberfläche kann die Wärme besser an die Luft abgegeben werden, wodurch die Beläge nicht so schnell verglasen können. Kombiniert man solche Bremsbeläge mit großflächigen Bremsscheiben mit Lüftungen, sollten auch kräftige Fahrer keine Probleme bekommen.

Shimano Bremsscheibe IceTech Freezer

Ein anderer Vorteil von Disc-Bremsen ist die Dosierbarkeit. Diese ist unabhängig von der Verlegung im Rahmen und äußeren Umständen (z.B. verdreckte Bremszüge). Dadurch hat man mit einem Finger immer die volle Bremsleistung parat. Das spart gerade auf langen Abfahrten einiges an Kraft. Außerdem verlieren sie bei Nässe kaum an Bremsleistung. Dafür neigen Scheibenbremsem zu nervigen Geräuschen: nicht richtig eingebremste Bremsen quietschen gerne und Bremsscheiben schleifen oft an verdreckten Bremssätteln. Außerdem müssen Scheibenbremsen meist neu eingestellt werden, wenn das Laufrad getauscht wird.

Kurz zusammengefasst:
  • Scheibenbremsen bieten allgemein mehr Bremskraft als Felgenbremsen
  • Gleichbleibende Dosierbarkeit, unabhängig von der Verlegung und Umwelteinflüssen
  • Bessere Bremsleistung bei Nässe, allerdings Neigung zum Quietschen bei Nässe und Schleifen bei Dreck
  • Während langer Abfahrten besteht bei schweren Fahrern die Gefahr der Überhitzung, Stahlscheiben oder Kühlsysteme helfen hier
  • Nach einem Laufradwechsel musst eine Scheibenbremse meist neu eingestellt werden

Gewicht & Aerodynamik

Gramm und Kilogramm sind des Rennradlers liebste Einheiten. Dabei gilt: je weniger, desto besser. Hier liegt daher der größte Negativpunkt von Scheibenbremsen. Die ganze Anlage (Hebel, Leitung und Bremszange) bringt nämlich ca. ein halbes Kilo zusätzlichen Ballast gegenüber Felgenbremsen. Da in Kombination mit Scheibenbremsen auf Steckachsen gesetzt wird, fällt auch hier etwas Mehrgewicht an.

Mit dem größeren Gewicht geht eine größere Oberfläche der Bauteile einher. Man würde daher also vermuten, dass der Luftwiderstand steigt und man somit die entscheidenden Extrawatt für den Wind verbrauchen muss. Untersuchungen im Windkanal zeigen jedoch, dass sich die Unterschiede im Rahmen der Messungenauigkeit des Versuchsaufbaus bewegen. Disc- und Felgenbremsen haben also quasi den gleichen Luftwiderstand. Dennoch ist die Integration der Scheibenbremse ein großes Thema. Durch das Wegfallen der Bremsflanke an der Felge kann die Felge aerodynamischer und leichter gebaut werden, wodurch der Gewichtsunterschied zwischen Felgen- und Scheibenbremsen in Zukunft noch etwas verringert werden könnte. Gleichzeitig sorgt die Scheibe selbst jedoch für mehr Luftwiderstand. Hier kommt der sogenannte Flatmount-Standard (siehe Abschnitt “Montage & Standards”) ins Spiel, der zumindest die Bremszange möglichst dicht an den Rahmen bringt. Daher sind Aero-Rennräder bis zu einem gewissen Maß auch mit Scheibenbremsen möglich. Richtig aerodynamisch wird es aber erst mit speziellen Felgenbremsen.

Kurz zusammengefasst:
  • Scheibenbremsen bringen ca. 500g zusätzliches Gewicht
  • die aerodynamischen Eigenschaften sind ähnlich zu Felgenbremsen
  • Scheibenbremsen können auch an Aero-Rennern Sinn machen 

Verschleiß, Wartung und Kosten

Trotz der höheren Bremskraft verschleißen die Bremsbeläge von Scheibenbremsen in der Regel etwas langsamer als die Pendants der Felgenbremsen. Dies ist jedoch mehr als grobe Faustregel zu verstehen, da die Ergebnisse je nach Belagmischung, Fahrweise und Witterung deutlich abweichen können.

Apropos Witterung: einmal fachgerecht montiert und entlüftet, funktioniert eine Scheibenbremse selbst bei Sauwetter ohne Murren. Weitere Wartungen (bspw. Entlüften) oder Pflege sind auf kurze Sicht meistens nicht notwendig. Viele Hersteller empfehlen zwar, regelmäßig die Bremsflüssigkeit zu tauschen, aber das ist kein Muss. Es reicht, die Bremsflüssigkeit dann zu tauschen, wenn sich die Performance verschlechtert. Eine Scheibenbremse hat somit recht geringe Folgekosten, außer ein Besuch beim Fachhändler wird nötig. Ein Entlüften beider Bremsen kostet ca. 50€ und sollte unbedingt vom Profi gemacht werden - wer hier pfuscht, riskiert böse Folgen. Hier liegt auch einer der großen Schwachpunkte der Scheibenbremse: Wenn einmal eine Wartung notwendig wird, ist es relativ kompliziert und nur mit Spezialwerkzeug und Öl zu erledigen. Das Thema Wartung kann sich außerdem auf lange Sich umkehren: Steht ein Rad mit hydraulischen Scheibenbremsen beispielsweise ein Jahr nur herum (schlimmer noch, es hängt an der Wand), kann man sich beinahe sicher sein, die Bremse vor der ersten Ausfahrt entlüften zu müssen. Ein Rad mit Bremszug nimmt man hingegen direkt von der Wand und fährt los.

Im Hinblick auf Carbonfelgen bieten Scheibenbremsen zusätzliche Vorteile. Zum einen kann man zwischen verschiedenen Laufrädern (z.B. von Alu auf Carbon) wechseln, ohne sich über die Bremsbeläge Gedanken zu machen. Das ist bei Felgenbremsen anders. Und zum anderen entfällt der Felgen- bzw. Laufradtausch aufgrund abgenutzter Bremsflanken, da man nicht mehr auf der teuren Felge selbst bremsen muss. Dadurch hält diese quasi unbegrenzt lange. Dasselbe gilt natürlich auch für Aluminium-Felgen. Dafür müssen bei Scheibenbremsen die Verschleißgrenzen der Bremsscheiben beachtet werden. Unterschreiten diese eine gewisse Materialdicke, kann es passieren, dass die Scheiben durch den Bremsvorgang in sich zusammenfallen, was böse Stürze verursacht.
SRAM gibt hier eine Mindestdicke von 1,55mm an, Shimano empfiehlt 1,5mm.
Auch die Bremsbeläge sollten immer eine gewisse Dicke haben, um die Sicherheit zu gewährleisten. SRAM spricht von 3mm inklusive der Trägerplatte, Shimano von 0,5mm exklusive Trägerplatte.
Manche Hersteller (z.B. Magura) legen ihren Bremsen ein einfaches Tool bei, mit dem man bestimmen kann, ob die Grenzwerte unterschritten werden. Somit bleibt man immer auf der sicheren Seite.

Die Anschaffungskosten einer Scheibenbremse übersteigen meistens die Kosten einer Felgenbremse. Ein Rennrad samt Disc kostet daher mindestens 300, teilweise sogar bis zu 1000 Euro mehr. Außerdem wird es recht kompliziert, wenn eine Scheibenbremse doch einmal repariert werden muss. Ohne Spezialwerkzeug ist hier nichts zu machen, was gerade auf Tour problematisch sein kann.

Kurz zusammengefasst:
  • Beläge bei Scheibenbremsen verschleißen i.d.R. langsamer als bei Felgenbremsen
  • Carbon- und Alufelgen werden durchs Bremsen nicht abgenutzt
  • Scheibenbremsen benötigen meist wenig Wartung und Pflege...
  • ...falls jedoch eine Reparatur ansteht, braucht man Spezialwerkzeug
  • Anschaffungskosten sind deutlich höher als bei Felgenbremsen

Montage & Standards

Um eine Scheibenbremse zu montieren, muss eine spezielle Halterung vorhanden sein. Am Rennrad haben sich Postmount- und Flatmount-Aufnahmen etabliert, wobei v.a. letzterer Standard immer mehr Anteile gewinnt. Flatmount sitzt nämlich dichter am Rahmen, da die Bremszange einfach mit der Scheibengröße am Rahmen oder Gabel entlangwandert, anstatt von ihm weg zu wachsen. Das verbessert die aerodynamischen Eigenschaften und passt auch besser zur Optik von schnittigen Rennrädern.

Da ebenfalls aus aerodynamischen Gründen oft auf innenverlegte Züge gesetzt wird, sind Scheibenbremsen bei der Montage etwas heikel. Um sie zu verlegen, muss das geschlossene System nämlich geöffnet werden. Ein anschließendes Entlüften (mit Spezialwerkzeug) ist meistens nicht zu verhindern.

Einmal durch den Rahmen geführt werden sowohl Postmount- wie auch Flatmount-Bremszangen einfach mittels zweier Schrauben befestigt. Hier bitte immer einen Drehmomentschlüssel verwenden und die entsprechenden Drehmomente der Anleitung entnehmen. Durch passende Adapter können 140mm oder 160mm große Scheiben verwendet werden. Wichtig ist, dass auf die Freigabe des Rahmen- und Gabelherstellers geachtet wird. Eine zu große Scheibe kann ein Bauteil während der Fahrt beschädigen, was zu schwerwiegenden Stürzen und Verletzungen führen kann.

Kurz zusammengefasst:
  • Es gibt zwei gängige Standards: Postmount und Flatmount
  • Flatmount verbessert die aerodynamischen und optischen Eigenschaften
  • Für beide Standards gibt es Adapter für 160mm Scheiben. 140mm funktioniert i.d.R. ohne Adapter. 
  • Die Montage bei innenverlegten Zügen erfordert häufig ein Entlüften der Bremse
  • Drehmomente und Freigaben der Hersteller hinsichtlich der Größe der Scheibenbremsen sind unbedingt zu beachten 

Kompatibilität & Umrüstung

Grundsätzlich gilt, dass ein Rennradrahmen und die Gabel für eine Scheibenbremse ausgelegt sein müssen. Ein Nachrüsten der passenden Aufnahmen ist praktisch unmöglich. Wichtig ist außerdem, dass Postmount- und Flatmount-Bremsen nicht beliebig untereinander getauscht werden können. Es gibt zwar Adapter, mit denen Postmount-Bremsen auf Flatmount-Aufnahmen gefahren werden können, umgekehrt funktioniert das jedoch nicht.

Auch einzelne Komponenten können nicht zwischen verschiedenen Herstellern getauscht werden. Ein Shimano Bremshebel funktioniert mit einer SRAM Bremszange und -leitung nicht per Plug & Play, da sich Olive und Anschlusspin unterscheiden. Auch interne Hebelverhältnisse und verschiedene Bremsmedien (Mineralöl bei Shimano, Dot bei SRAM) sorgen für Inkompatibilitäten. Das bedeutet, dass eine neue Bremszange meist eine komplett neue Anlage samt Bremshebel und Leitung bedeutet, inklusive Entfernung von Lenkerband und Co.

Kurz zusammengefasst: 
  • Rahmen und Gabel müssen für die Montage einer Scheibenbremse vorbereitet sein
  • Postmount-Bremsen passen per Adapter auf Flatmount-Aufnahmen, umgekehrt ist es jedoch nicht möglich
  • Die Auswahl an kompatiblen Disc-Laufrädern ist momentan noch nicht so zahlreich wie für Felgenbremsen 

Einsatzzweck

Wo liegt nun also der Einsatzbereich von Scheibenbremsen am Rennrad? Einige Fahrer werden schließlich behaupten, dass ihre Felgenbremsen so gut funktionieren, dass sie gar keine Verbesserung brauchen. Und tatsächlich muss man sagen, dass die Frage nach Scheiben- oder Felgenbremsen eher eine Frage des persönlichen Geschmacks ist. Einen klaren Sieger kann man nicht küren.

Scheibenbremsen machen aber immer dann Sinn, wenn auch bei Wind und Wetter gefahren wird. Die Bremsleistung ist nämlich auch bei Regen konstant hoch, während Felgenbremsen hier extrem nachlassen. Zudem können breitere Reifen verbaut werden, da die Felgenbremse bauraumbedingt Grenzen setzt, die bei Scheibenbremsen entfallen. Daher werden auch Gravelbikes und Tourenrennrädern gerne mit Scheibenbremsen ausgestattet. Die breiteren Pneus bieten nämlich mehr Traktion und Sicherheit.

Auch auf langen Abfahrten spielen die Disc-Stopper ihre Stärken aus: nicht nur weil sie etwas mehr Bremskraft bieten, sondern weil jeder Bremsvorgang weniger Kraft benötigt. Das schont die Unterarme und Hände. Außerdem sind sie besser zu dosieren, wodurch sich Kurven präziser anbremsen lassen. Hier lassen sich also wichtige Sekunden gewinnen, wodurch Scheibenbremsen auch für Wettkampf-Fahrer interessant werden. Aber Vorsicht: Vor jedem Rennen muss überprüft werden, ob Scheibenbremsen zugelassen sind. Andernfalls droht eine unerwartete technische Disqualifikation. Da die UCI sogar im Profi-Peloton die Discs zugelassen hat, stehen die Chancen für Jedermann-Rennen und Co. auch gut.

Kommt es Dir also nicht auf jedes Gramm an und stattdessen freust du dich über hohe Bremskraft, gute Dosierbarkeit und mehr Komfort, dann bist du bei einem Rennrad mit Scheibenbremsen genau richtig.

Kurz zusammengefasst:
  • Scheibenbremsen machen Sinn für Allwetter-Fahrer
  • Es können breitere Reifen verbaut werden
  • Man profitiert bei langen Abfahrten
  • Kurven können durch die bessere Dosierbarkeit präziser angebremst werden
  • Man sollte immer auf die Wettkampf-Regularien achten: Scheibenbremsen sind nicht bei jedem Rennen erlaubt
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