Feb 13

Smart Bike: Welche Rolle spielt Connected Biking in der Zukunft?

Ein intelligenter Kühlschrank weiß, wann die letzte Milchschnitte genascht wurde. Rollläden, Licht und Heizungen können bequem von unterwegs per App bedient werden, und PKW rollen unter Verknüpfung verschiedener Daten völlig autonom. In immer mehr Lebensbereichen halten Digitalisierung und Vernetzung Einzug und machen seit geraumer Zeit auch vor dem geliebten Drahtesel nicht Halt. Die sogenannten Connected Bikes sind vernetzt, erstrahlen in ansprechender Optik und beinhalten aufgrund innovativer Elektronik Smartphone-Schnittstellen und Hightech-Features, wie man sie von modernen Autos kennt. Die Redensart „das Rad neu erfinden“ könnte die Entwicklung der Bike-Branche nicht treffender beschreiben. Doch wohin führt dieser Weg des vernetzten Radelns und welche Rolle wird es in der Zukunft spielen?

Connected Biking in der Gegenwart

Aktuell haben wir es neben den herkömmlichen Rädern mit sogenannten Smart (E-)Bikes zu tun, bei denen du auch im Sattel mit der digitalen Welt verbunden bist und Zugriff auf verschiedene Smartphone-Dienste hast: Du kannst dich auf dem schnellsten, kürzesten oder landschaftlich schönsten Weg von A nach B navigieren und dabei von deiner Lieblingsband berieseln lassen. Die Musik pusht dich? Richtig, genau das sagt dir auch die im Hintergrund laufende Sport-App, die dich ganz nebenbei auf das nächste Fitness-Level hebt. Ein ganz neues Level bieten die intelligenten Bikes auch beim Diebstahlschutz. Das wohl älteste und nervigste Problem beim Radfahren wird durch die neuen Technologien endlich gelöst: Dabei kommen versteckte GPS-Module/Onboard-Units zum Einsatz, die mit einer Smartphone-App kommunizieren und eine genaue Ortung des gestohlenen Rades ermöglichen können.

Das Unternehmen COBI steht für Connected Biking. Wir haben das System getestet!

Connected Biking in der Zukunft

Diebstahlschutz per Cloud-Unterstützung

Zukünftig soll eine am Rahmen verbaute Onboard-Unit über das Mobilfunknetz Informationen direkt in die Cloud übertragen. Wird also ein Rad gestohlen, dann wird die Cloud permanent mit GPS-Daten gefüttert, welche die Polizei von überall abrufen kann; ein enormer Vorteil, um die Aufklärungsrate von Fahrrad-Diebstählen zu erhöhen.

Nachhaltige Postzustellung

Der nächste Bereich, bei dem die smarten Bikes nicht mehr wegzudenken sind, ist der Einsatz in Städten. Wo Autos – auch durch drohende Dieselfahrverbote – vermehrt an ihre Grenzen stoßen, schlummert ein gigantisches Potenzial im Zweirad. Postautos, die Pakete durch verstopfte Straßen chauffieren, könnten vermehrt durch Lastenräder ersetzt werden; und zwar effizient mithilfe von vernetzten Diensten. Wie das funktioniert? In Frankfurt könnte ein Pilotprojekt Aufschluss geben: Hier sollen Pakete künftig per Straßenbahn in die vom Autoverkehr überlastete Innenstadt zu einem Umschlagplatz gebracht und von dort mit E-Lastenrädern zum Empfänger transportiert werden. Bahn und E-Bike kommunizieren via App-Vernetzung miteinander und sorgen so für einen reibungslosen Ablauf bei der Paketübergabe. Im nächsten Schritt können mithilfe von smarten Navigationseinstellungen viel befahrene Straßen umfahren und Pakete schnell bei den Besitzern abgeliefert werden; und das auf nachhaltige Art und Weise.

Wenn wir die urbane Mobilität und das Thema Postzustellung etwas weiterdenken, können wir den Kurierdienst neu organisieren. Eine App zeigt Radfahrer mit der passenden Route in deiner Nähe an. Diese bekommen die Anfrage als Push-Nachricht direkt per App auf ihr Smartphone, kommen vorbei, schnappen sich das Päckchen und noch bevor man sonst einen (Fahrrad-)Kurier in seiner Nähe hatte, ist jetzt schon die Lieferung zugestellt.

Smarte Sensorik

Beim Connected Biking wird künftig neben der Soft- auch die Hardware eine immer wichtigere Rolle spielen. Denn dank eingebauter Sensoren ist das intelligente Rad in der Lage, Fahrsituationen zu analysieren. So kann ein auffallend starkes Abbremsen, in Kombination mit einer Schräglage des Fahrrads, einen Unfall bedeuten. Wird dieser Fall vom System erkannt, erfragt es eine Reaktion vom Fahrer. Bleibt diese aus, wird eine Notruf-Benachrichtigung mit Angabe des Standortes via App an einen festgelegten Notfallkontakt abgesetzt. Außerdem kann die Sensorik Rückschlüsse auf bevorstehende Wartungsarbeiten ziehen: Sind die Reifen zu stark abgefahren? Sollten Bremsen, Lichter oder Antriebselemente getauscht werden?

Im Bereich der Bike Connectivity ist Haibike mit der Flyon Serie eConnect 2.0 Vorreiter. Schon jetzt kann das System Leben retten, indem es ungewöhnliche Situationen erkennt, und, sobald die Fahrerin oder der Fahrer nicht mehr reagiert, eine Notfall-SMS mit Angabe der Position des Bikes an bis zu zwei zuvor festgelegte Notruf-Nummern sendet.

Fazit

Connected Biking wird eine immer bedeutendere Rolle für das sichere und komfortable Radfahren einnehmen – gerade in den Bereichen der automatischen Unfallerkennung und beim Diebstahlschutz. Zudem gibt es für das vernetzte Radfahren noch viel Spielraum, um in den Städten für ein nachhaltiges Leben zu sorgen. Man kann definitiv gespannt sein, wie das Thema „Bike Connectivity“ künftig vorangetrieben und in welchen Bereichen es Einzug nehmen wird.

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

1 Kommentar

  1. Alex
    28. April 2019 at 12:53 · Antworten

    Einige Funktionen sind okay aber man sollte trotzdem immer mit der Wahrnehmung, auf die Natur und den Verkehr fokussiert sein

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