Jun 14

Alle an Bord – Kindertransport mit dem Lastenfahrrad

Sie sind praktisch, können Lasten von 200 kg bewegen und sehen gleichermaßen schnittig und elegant aus: Lastenräder sind für das Stadtleben einfach ideal. Du kannst mit ihnen deinen kompletten Wocheneinkauf transportieren, das Kind von der Kita abholen und sogar im Baumarkt einkaufen. Doch ist der Kindertransport mit dem Lastenrad wirklich besser als mit einem Kinderanhänger? In diesem Blogbeitrag erfährst du mehr zu den Vorteilen von Lastenrädern.

Welche Vorteile haben Lastenräder gegenüber Kinderanhängern?

Mit einem Lastenrad hast du dein Kind immer im Blick. Du musst dich nicht umdrehen oder in den Rückspiegel schauen. Dies ist der wohl größte Vorteil, den Lastenräder gegenüber Kinderanhängern haben. Du kannst dich mit den kleinen Mitfahrern unterhalten, siehst, ob es ihnen gut geht, oder wann sie schlafen. Die Kinder selbst haben dabei einen tollen Ausblick. Außerdem gibt es für den Transport von Kindern in Lastenrädern kein Mindestalter. In einem Kinderanhänger kannst du nur zwei Kinder bis zu einem Alter von sieben Jahren mitnehmen. Je nach Größe des Lastenrads haben dort hingegen bis zu vier Kinder Platz. Ideal für Familien mit mehreren Kindern, die in der Stadt wohnen und das Auto nicht oft benutzen müssen.

Welches Zubehör benötige ich für den Transport von Kindern im Lastenrad?

Viele Hersteller bieten zu ihren Rädern eine große Palette an zusätzlichem Equipment an: von wärmenden Wintersitzkissen, Rückenlehnen und Nackenstützen, Anschnallgurten, Halterungen für Flaschen und Gepäck bis zu wasserdichten Verdecken. Einige Modelle sind bereits mit einer Sitzbank für größere Kinder ausgestattet. Sind die Kinder aber noch klein, empfiehlt sich der Einbau eines Kindersitzes. Sogar Babys und Kinder unter einem Jahr können in einem Maxi-Cosi, oder einer für das Rad passenden Babyschale mitfahren. Je nach Alter und Fähigkeiten deines Kindes erkundigst du dich am besten beim Händler, welchen Sitz du wählst.

Vorschriften seitens der StVO gibt es generell wenig. Für den Transport von Mitfahrern auf einem Fahrrad, worunter der Kindertransport mit dem Lastenrad fällt, musst du laut StVO lediglich darauf achten, dass „besondere Sitze vorhanden sind“, und „durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, dass die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können“.

Ist ein Lastenrad das richtige für mich, um Kinder zu transportieren?

Auch wenn Lastenräder ihren Preis haben, lohnt es sich vor allem in der Stadt über eine Anschaffung nachzudenken. Du bist flexibler als mit dem Auto, da du keinen Parkplatz suchen musst und quasi immer vor die Haustüre fahren kannst. Du sparst Geld für den Sprit, Parkgebühren und hast keine Kosten für Versicherung oder Steuern. Wenn du oft mit mehr als einem Kind und schwereren Lasten unterwegs bist, lohnt bereits die Anschaffung eines elektrisch betriebenen Lastenrads. Du bist so schneller und kommst weit weniger ins Schwitzen. Lastenräder lassen sich zwar mit einem Elektroantrieb nachrüsten, dies ist allerdings sehr kostenintensiv. Greife daher am besten gleich zum E-Bike, wenn du ein Vielfahrer bist, viele Steigungen auf deinen Strecken bewältigen musst und schwere Lasten zu fahren hast.

Welche Arten von Lastenräder gibt es und wie teuer sind sie?

Lastenräder, auch Cargobikes genannt, gibt es in drei Grundformen: Das sogenannte Post- oder Bäckerrad bietet dir mit einem großen Vorder- und Hinterradgepäckträger viel Platz für eine Transportbox, Kindersitz und schweres Gepäck.

Sogenannte Long Johns gibt es bereits seit den 1920er Jahren. Sie macht ein verlängerter Radstand mit einer vorderen Transportfläche einzigartig.

Der dritte Cargobike-Typ hat im Gegensatz zu Posträdern und Long Johns drei Räder. Diese Lastenräder bieten dir viel Stauraum durch eine große vordere Transportbox.

   

Einfach gestaltete Räder ohne zusätzliche Ausstattung sind um 1.000 Euro erhältlich. Mittelklasse-Modelle liegen um 2.500 Euro. Wer aber wirklich eine Radalternative zum Auto sucht, sollte um 6.000 Euro einkalkulieren. Je nachdem, ob ein Elektroantrieb dabei ist und Zusatzelemente, wie ein Kindersitz oder eine Federgabel montiert werden sollen, variieren die Preise. Auch in Bezug auf die Lenkung solltest du dich am besten vorab informieren, ob du das Rad Probe fahren kannst. Denn so viele Vorteile, wie Cargobikes dir bieten, haben sie den kleinen Nachteil, dass sie sich nicht ganz so wendig und schwungvoll fahren. Bei einer Drehschemellenkung bilden Lenker, Transportbox und Vorderräder ein Element, während du mit der Achsschenkellenkung nur die Laufräder bewegst. Im Handel sind mittlerweile sogar Lenkungen mit Neigetechnik erhältlich. Damit bist du auch mit einem Dreirad sehr sportlich unterwegs. Diese Räder benötigen aber mehr Fahrgefühl und vor allem viel Übung.

Drehschemellenkung Achsschenkellenkung Neigetechnik
Kleinder Wendekreis Großer Wendekreis Großer Wendekreis
Langsam zu lenken Leicht zu lenken Dynamischer Fahrstil
Benötigt mehr Eingewöhnungszeit Benötigt wenig Eingewöhnungszeit Benötigt viel Übung

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

1 Kommentar

  1. Michael
    26. Juli 2019 at 13:48 · Antworten

    Moin Zusammen,

    ich sah kürzlich ein Bäckerrad mit einer Holzkiste und darin einen Kindersitz bzw. Gurte verbaut. Das ist für mich die perfekte Lösung.

    Im Netz kann ich das nicht finden. Ist das grundsätzlich nicht zulässig bzw. gibt es fertige Lösungen hierfür?

    Herzlichen Dank & Gruß
    Michael

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