Jul 16

E-Bike oder normales Fahrrad: Was ist (für mich) besser?

Viele Jahre waren normale Fahrräder überaus beliebt. Doch im Vergleich zu 2009 sind die Verkaufszahlen in Deutschland im Jahr 2013 teilweise auffällig gesunken. Inzwischen zeichnet sich ganz klar ein neuer Trend ab: das E-Bike.

Die neuartigen Fahrräder, die mittels eines elektrischen Motors angetrieben werden und so die Tretkraft des Fahrers um die bis zu 1,5-fache Leistung verstärken, werden immer beliebter. So zeigte sich in den vergangenen Jahren, dass sich die Verkaufszahlen der E-Bikes zwischen 2009 und 2013 nahezu verdreifacht haben.

Für wen eignet sich ein E-Bike?

E-Bikes sind echte „Renner“, sowohl in ihrer Beliebtheit als auch in der Geschwindigkeit. Denn bei einem E-Bike wird die Beschleunigungskraft des Fahrers deutlich verstärkt. Deshalb ist ein E-Bike auch besonders gut für Menschen geeignet, die sich zwar gerne mit dem Fahrrad fortbewegen möchten, allerdings in Gruppen Schwierigkeiten haben, überhaupt hinterher zu kommen und den Anschluss nicht zu verlieren. Vor allem wenn es um das Anfahren geht, hilft das E-Bike seinem Fahrer bei der Beschleunigung. Mit einem herkömmlichen Fahrrad kann man hier lediglich staunenden Blickes hinterher schauen.

Für wen E-Bike © autofocus67 - Fotolia.com

Für wen eignet sich ein E-Bike? © autofocus67 – Fotolia.com

Ein E-Bike ist perfekt geeignet, um etwa einen Berg leichter hinauf zu gelangen, gegen Gegenwind anzukämpfen und lange Strecken ohne Anstrengung hinter sich zu bringen. Gerade Berufstätige haben hier den klaren Vorteil, dass sie nicht mehr verschwitzt zur Arbeit kommen. Vor allem Pendler kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber auch im Privatleben kann ein E-Bike sehr von Vorteil sein, denn häufig ziehen Eltern einen Kinderanhänger hinter sich her. Mit einem E-Bike ist die Last gleich deutlich geringer.

Auch Senioren oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen, denen das Fahrradfahren auf einem normalen Fahrrad aufgrund der körperlichen Anstrengung bislang schwer fiel oder sogar gar nicht möglich war, können sich mit einem E-Bike problemlos fortbewegen. Nicht geeignet ist ein E-Bike hingegen für Kinder etwa unter 14 Jahren, da sie die Geschwindigkeit eines solchen Fahrzeuges unter Umständen nicht richtig einschätzen können.

E-Bike und Trekkingrad im Vergleich

Im Normalfall prüft ein E-Bike die jeweils aktuelle Geschwindigkeit und unterstützt den Fahrer bei langsamer Fahrt und auch wenn beschleunigt wird. Bei normaler Fahrt, sobald eine gewisse Geschwindigkeit erreicht wurde, schaltet der Motor eines E-Bike in der Regel ab und aktiviert sich erst dann wieder, wenn es wirklich notwendig ist. Genau dies ist dann auch der Moment, in dem ein herkömmliches Fahrrad doch seine Vorzüge zeigt. Denn während ein schwacher Fahrer bei der Beschleunigung durch die Unterstützung des Elektromotors klar im Vorteil ist, hat bei normaler Fahrt ganz klar der starke Fahrer auf einem normalen Trekkingrad die Zügel in der Hand und kann leicht wieder aufholen. Doch spätestens bei der ersten Steigung kann das E-Bike wieder seine Stärke unter Beweis stellen. Denn hier wird der Fahrer wieder optimal durch den Elektromotor unterstützt, weshalb er völlig ohne Kraftaufwand den Berg hinauf fahren kann, während der Fahrer eines herkömmlichen Fahrrads ausschließlich auf seine mit der Zeit nachlassende Muskelkraft setzen kann.

E Bike oder Trekkingrad © Fotimmz - Fotolia.com

E-Bike oder Trekkingrad © Fotimmz – Fotolia.com

Zwar gibt es auch Trekkingräder oder Mountainbikes von solchen Markenherstellern wie Carver, Ghost oder Cube, die durchaus mehrere Tausend Euro kosten können, wie beispielsweise das Ghost AMR Riot Lector 7 2014, doch beginnen gute Trekkingräder durchaus auch schon bei wenigen Hundert Euro, wie das Passat Peyo. Die Preise der E-Bikes beginnen allerdings in der Regel erst bei über 1.000 Euro und können sich durchaus schnell bei weit über 6.000 Euro einfinden. Dafür erhält man dann allerdings solch ein leistungsstarkes E-Bike wie das Hai Bike XDURO NDURO Pro 26. Daher sollte der Kauf eines E-Bikes durchaus gut überlegt sein.

Worauf man beim Kauf eines E-Bikes achten sollte

Bevor man sich für den Kauf eines E-Bikes entscheidet, sollte man einigen Punkten näher auf den Grund gehen. Da wäre beispielsweise die Distanz. Wer täglich nicht mehr als 20 oder 30 Kilometer fährt und unterwegs sogar noch eine Steckdose in greifbarer Nähe hat, der kann getrost beispielsweise auf der Arbeit den Akku des E-Bikes wieder aufladen. Wer jedoch 50 Kilometer oder mehr fahren muss und zwischendurch keine Möglichkeit zum Akkuladen hat, der sollte sich wahlweise für einen leistungsstärkeren Akku entscheiden oder stets einen Zweit-Akku im Gepäck haben. Hier empfiehlt es sich, vor dem Kauf ein E-Bike auszuleihen und dies vorerst anhand der zu fahrenden Strecke auszutesten. In vielen Cafés und Restaurants kann man übrigens inzwischen häufig sein E-Bike kostenlos wieder aufladen. Mit vollem Akku und einer stärkenden Tasse Kaffee kann es dann auch problemlos wieder weitergehen.

Welcher Antrieb ist der Richtige?

welcher Antrieb © Rumkugel - Fotolia.com

welcher Antrieb © Rumkugel – Fotolia.com

Bei einem E-Bike gibt es drei verschiedene Antriebsarten:

  • Frontmotor
  • Heckmotor
  • Mittelmotor

Alle drei Antriebsarten haben sowohl ihre Vorteile, als auch Nachteile. Der Frontantrieb beispielsweise ist eher mit Vorsicht zu genießen, denn hier ist die Anfahrt oft ruckelig. Auch kann dieser beim Anfahren häufig verzögert reagieren und nachlaufen, wofür die Sensorik verantwortlich ist. Ein Vorteil ist jedoch, dass man hier einen Rücktritt hat. Auch sieht ein E-Bike mit Frontantrieb aufgrund der kleinen Bauweise des Antriebsmotors einem normalen Bike sehr ähnlich. Je nach Getriebe kann ein solcher aber auch sehr laut werden.

Ein E-Bike mit Heckmotor hat einen deutlich günstigeren Schwerpunkt, der sich allerdings stark nach hinten verlagert, weshalb das Heck einer solchen Version recht schwer sein kann – vor allem, wenn der Akku am Gepäckträger montiert ist.

Bei einem Mittelmotor ist der Schwerpunkt hingegen optimal gelagert, da der Motor recht tief sitzt. Ein Nachteil jedoch ist die stetige Belastung der Fahrradkette, da diese dauerhaft unter Zug steht. (Weitere Infos zu dem Thema findest du hier: Welcher E Bike Antrieb und welche Motorposition?)

Welcher Akku sollte verwendet werden?

Welcher Akku © Trueffelpix - Fotolia.com

Welcher Akku © Trueffelpix – Fotolia.com

Nicht nur der Antrieb ist bei einem E-Bike eines der teuersten Teile, auch der Akku ist relativ kostspielig und wohl auch das Wichtigste überhaupt. Hier sollte man auf die Verwendung eines modernen Lithium-Ionen-Akkus achten. Von Blei- oder Nickel-Akkus ist hingegen abzuraten, da diese inzwischen veraltet sind. (Mehr zum Akku findest du hier: E-Bike Akku Pflege)

 

Übersicht der wichtigsten Punkte: E-Bike oder normales Fahrrad

 E-Bike  Normales Fahrrad
 Pro  Contra  Pro  Contra
  • Geringerer Kraftaufwand beim Anfahren
  • Geringerer Kraftaufwand während der Fahrt
  • Kein höherer Kraftaufwand bei Gegenwind
  • Geschwindig-keiten bis 45 km/h möglich
  • Keine Helmpflicht
  • Besonders geeignet für körperlich beein-trächtigte Personen
  • Hoher Kaufpreis
  • Höheres Gewicht
    durch Motor und
    Akku
  • Keine
    Tretunterstützung
    bei leerem Akku
  • Lange Akkuladezeit
    von mehreren
    Stunden, verbunden mit entsprechend langer Zwangspause
  • Teilweise zu
    schwache Bremsen
  • Versicherungs-pflichtig
  • Mofa-
    Prüfbeschei-nigung Voraussetzung
  • Akku reicht für durchschnittlich ca. 60 km Reichweite
  • Anfälliger für Defekte
  • Schnell alternde Akkus
  • Maximales Personengewicht ca. 80 bis 100 kg
  • Niedriger Kaufpreis
  • Geringes Gewicht
  • Flexibilität
  • Keine Akkuladezeit
  • Versicherungs-
    frei
  • Hoher Kraftauf-
    wand beim Anfahren
  • Höherer Kraftauf-
    wand während der Fahrt
  • Keine Tretunter-stützung
bei 13 Bewertung(en)

Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

5 Kommentare

  1. Vogel
    17. März 2017 at 16:56 · Antworten

    In welcher Zeit leben wir eigentlich ? Muß ich jetzt auch schon schnell Radfahren um in der Gruppe mitzukommen ?? Anscheinend sind auch schon die jüngeren Menschen zu faul zum Treten (Sport schadet nicht). Aber so ist unsere Gesellschaft, möglichst keine Anstrengung. Gesundheitliche Probleme werden meistens angegeben, um die eigene Trägheit zu rechtfertigen.
    Ich muß einen Berg nicht mit einem e-bike hochfahren, wenn er mir zu steil ist, dann steige ich halt ab und schiebe rauf. Dauert etwas länger !! (wie schrecklich). Und wenn der Akku leer ist und ich das Rad den Berg hochschieben muß ?? Ha, ha, da bin ich mit dem „normalen“ Rad doch im Vorteil.
    Ein E-Bike würde sich nur lohnen, wenn man es 365 Tage im Jahr fahren könnte, nur dann wäre der hohe Preis auch angebracht. DIe paar schöne Tage im Jahr kann ich mit einem normalen Rad auch fahren und mache sogar noch „richtigen“ Sport. Ich schaue ganz sicher auch nicht neidisch auf diejenigen, die an mir mit einem E-Bike vorbeisausen, denn das ist keine Kunst, das kann doch jeder !!
    Aber die meisten Menschen jagen einfach der Masse nach ohne nachzudenken. Hauptsache man ist „in“. Wieviele verkaufen Ihre E-Bikes wieder !! In den lokalen Anzeigen findet man doch immer mehr. Also: Weg von E-Bikes, rauf aufs normale Rad.

    • Daniel
      13. September 2017 at 07:37 · Antworten

      Hallo,

      danke für deinen Kommentar. Ich habe auch lange so gedacht, bis ich selbst meine Erfahrungen gemacht habe:
      https://www.fahrrad-xxl.de/blog/immer-auf-die-staerkeren-e-bike-shitstorm-im-netz/
      Vielleicht eine kleine Anregung, die Kritik aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

    • Klaus Lenger
      28. November 2017 at 19:14 · Antworten

      Sie reden einen rechten Schmarrn, ich z.B. habe 2 Hüftprothesen und bin froh mit dem E– Bike fahren zu können und jage nicht der Masse hinterher.

  2. elvira gehrke
    25. Juni 2018 at 17:27 · Antworten

    ich bin 62 habe keinen kehlkopf mehr und bin halsahtmerin ansonsten kern gesund fahre täglich fahrad bei wind und wetter zwischen 40 und 8o km damit habe ich mich selbst nach 3 krebsoperationen wider ins leben zurückgekämft ohne e-bike,27-gang drekingrad
    junge menschen solten sich schämen auf e-bicke umzu steigen , viele ältere menschen können die e-bike gar nich händeln menschen mit knie oder hüft problemen gut geeignet,
    aber ansonsten ist e-bike schädlich die menschen werden noch träger und schneller krank. jeder normale mensch weis das radfahren den kreislauf anregt usw. nur die industrie hat was davon. macht euch weiter krank viel spass dabei

  3. Hubert Tonis
    15. Juli 2018 at 20:02 · Antworten

    Ich finde, das sollte jeder machen wie er will. Aber heute muß ja ALLES und JEDER bewertet und verurteilt werden. Wer Fahrrad fahren will, kann es meinetwegen gerne tun. Wer Pedelec fahren will, kann es meinetwegen gerne tun. Als Fahradfahrer wird man von den E-Bikes vom Fahrradweg geklingelt, weg da ich habe ein teueres Rad und Leistung. Ist eben wie auf der Autobahn, also eher ein gesellschaftliches Problem und um das zu ändern ist es zu spät. Aber vielleicht wird es Donalds Weltuntergang irgendwann endlich ändern 🙂

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