Viele Jahre waren normale Fahrräder überaus beliebt. Doch im Vergleich zu 2009 sind die Verkaufszahlen in Deutschland im Jahr 2013 teilweise auffällig gesunken. Inzwischen zeichnet sich ganz klar ein neuer Trend ab: das E-Bike.

Die neuartigen Fahrräder, die mittels eines elektrischen Motors angetrieben werden und so die Tretkraft des Fahrers um die bis zu 1,5-fache Leistung verstärken, werden immer beliebter. So zeigte sich in den vergangenen Jahren, dass sich die Verkaufszahlen der E-Bikes zwischen 2009 und 2013 nahezu verdreifacht haben.

Für wen eignet sich ein E-Bike?

E-Bikes sind echte „Renner“, sowohl in ihrer Beliebtheit als auch in der Geschwindigkeit. Denn bei einem E-Bike wird die Beschleunigungskraft des Fahrers deutlich verstärkt. Deshalb ist ein E-Bike auch besonders gut für Menschen geeignet, die sich zwar gerne mit dem Fahrrad fortbewegen möchten, allerdings in Gruppen Schwierigkeiten haben, überhaupt hinterher zu kommen und den Anschluss nicht zu verlieren. Vor allem wenn es um das Anfahren geht, hilft das E-Bike seinem Fahrer bei der Beschleunigung. Mit einem herkömmlichen Fahrrad kann man hier lediglich staunenden Blickes hinterher schauen.

Für wen E-Bike © autofocus67 - Fotolia.com

Für wen eignet sich ein E-Bike? © autofocus67 – Fotolia.com

Ein E-Bike ist perfekt geeignet, um etwa einen Berg leichter hinauf zu gelangen, gegen Gegenwind anzukämpfen und lange Strecken ohne Anstrengung hinter sich zu bringen. Gerade Berufstätige haben hier den klaren Vorteil, dass sie nicht mehr verschwitzt zur Arbeit kommen. Vor allem Pendler kommen hier voll auf ihre Kosten. Aber auch im Privatleben kann ein E-Bike sehr von Vorteil sein, denn häufig ziehen Eltern einen Kinderanhänger hinter sich her. Mit einem E-Bike ist die Last gleich deutlich geringer.

Auch Senioren oder gesundheitlich beeinträchtigte Personen, denen das Fahrradfahren auf einem normalen Fahrrad aufgrund der körperlichen Anstrengung bislang schwer fiel oder sogar gar nicht möglich war, können sich mit einem E-Bike problemlos fortbewegen. Nicht geeignet ist ein E-Bike hingegen für Kinder etwa unter 14 Jahren, da sie die Geschwindigkeit eines solchen Fahrzeuges unter Umständen nicht richtig einschätzen können.

E-Bike und Trekkingrad im Vergleich

Im Normalfall prüft ein E-Bike die jeweils aktuelle Geschwindigkeit und unterstützt den Fahrer bei langsamer Fahrt und auch wenn beschleunigt wird. Bei normaler Fahrt, sobald eine gewisse Geschwindigkeit erreicht wurde, schaltet der Motor eines E-Bike in der Regel ab und aktiviert sich erst dann wieder, wenn es wirklich notwendig ist. Genau dies ist dann auch der Moment, in dem ein herkömmliches Fahrrad doch seine Vorzüge zeigt. Denn während ein schwacher Fahrer bei der Beschleunigung durch die Unterstützung des Elektromotors klar im Vorteil ist, hat bei normaler Fahrt ganz klar der starke Fahrer auf einem normalen Trekkingrad die Zügel in der Hand und kann leicht wieder aufholen. Doch spätestens bei der ersten Steigung kann das E-Bike wieder seine Stärke unter Beweis stellen. Denn hier wird der Fahrer wieder optimal durch den Elektromotor unterstützt, weshalb er völlig ohne Kraftaufwand den Berg hinauf fahren kann, während der Fahrer eines herkömmlichen Fahrrads ausschließlich auf seine mit der Zeit nachlassende Muskelkraft setzen kann.

E Bike oder Trekkingrad © Fotimmz - Fotolia.com

E-Bike oder Trekkingrad © Fotimmz – Fotolia.com

Zwar gibt es auch Trekkingräder oder Mountainbikes von solchen Markenherstellern wie Carver, Ghost oder Cube, die durchaus mehrere Tausend Euro kosten können, wie beispielsweise das Ghost AMR Riot Lector 7 2014, doch beginnen gute Trekkingräder durchaus auch schon bei wenigen Hundert Euro, wie das Passat Peyo. Die Preise der E-Bikes beginnen allerdings in der Regel erst bei über 1.000 Euro und können sich durchaus schnell bei weit über 6.000 Euro einfinden. Dafür erhält man dann allerdings solch ein leistungsstarkes E-Bike wie das Hai Bike XDURO NDURO Pro 26. Daher sollte der Kauf eines E-Bikes durchaus gut überlegt sein.

Worauf man beim Kauf eines E-Bikes achten sollte

Bevor man sich für den Kauf eines E-Bikes entscheidet, sollte man einigen Punkten näher auf den Grund gehen. Da wäre beispielsweise die Distanz. Wer täglich nicht mehr als 20 oder 30 Kilometer fährt und unterwegs sogar noch eine Steckdose in greifbarer Nähe hat, der kann getrost beispielsweise auf der Arbeit den Akku des E-Bikes wieder aufladen. Wer jedoch 50 Kilometer oder mehr fahren muss und zwischendurch keine Möglichkeit zum Akkuladen hat, der sollte sich wahlweise für einen leistungsstärkeren Akku entscheiden oder stets einen Zweit-Akku im Gepäck haben. Hier empfiehlt es sich, vor dem Kauf ein E-Bike auszuleihen und dies vorerst anhand der zu fahrenden Strecke auszutesten. In vielen Cafés und Restaurants kann man übrigens inzwischen häufig sein E-Bike kostenlos wieder aufladen. Mit vollem Akku und einer stärkenden Tasse Kaffee kann es dann auch problemlos wieder weitergehen.

Welcher Antrieb ist der Richtige?

welcher Antrieb © Rumkugel - Fotolia.com

welcher Antrieb © Rumkugel – Fotolia.com

Bei einem E-Bike gibt es drei verschiedene Antriebsarten:

  • Frontmotor
  • Heckmotor
  • Mittelmotor

Alle drei Antriebsarten haben sowohl ihre Vorteile, als auch Nachteile. Der Frontantrieb beispielsweise ist eher mit Vorsicht zu genießen, denn hier ist die Anfahrt oft ruckelig. Auch kann dieser beim Anfahren häufig verzögert reagieren und nachlaufen, wofür die Sensorik verantwortlich ist. Ein Vorteil ist jedoch, dass man hier einen Rücktritt hat. Auch sieht ein E-Bike mit Frontantrieb aufgrund der kleinen Bauweise des Antriebsmotors einem normalen Bike sehr ähnlich. Je nach Getriebe kann ein solcher aber auch sehr laut werden.

Ein E-Bike mit Heckmotor hat einen deutlich günstigeren Schwerpunkt, der sich allerdings stark nach hinten verlagert, weshalb das Heck einer solchen Version recht schwer sein kann – vor allem, wenn der Akku am Gepäckträger montiert ist.

Bei einem Mittelmotor ist der Schwerpunkt hingegen optimal gelagert, da der Motor recht tief sitzt. Ein Nachteil jedoch ist die stetige Belastung der Fahrradkette, da diese dauerhaft unter Zug steht. (Weitere Infos zu dem Thema findest du hier: Welcher E Bike Antrieb und welche Motorposition?)

Welcher Akku sollte verwendet werden?

Welcher Akku © Trueffelpix - Fotolia.com

Welcher Akku © Trueffelpix – Fotolia.com

Nicht nur der Antrieb ist bei einem E-Bike eines der teuersten Teile, auch der Akku ist relativ kostspielig und wohl auch das Wichtigste überhaupt. Hier sollte man auf die Verwendung eines modernen Lithium-Ionen-Akkus achten. Von Blei- oder Nickel-Akkus ist hingegen abzuraten, da diese inzwischen veraltet sind. (Mehr zum Akku findest du hier: E-Bike Akku Pflege)

 

Übersicht der wichtigsten Punkte: E-Bike oder normales Fahrrad

 E-Bike  Normales Fahrrad
 Pro  Contra  Pro  Contra
  • Geringerer Kraftaufwand beim Anfahren
  • Geringerer Kraftaufwand während der Fahrt
  • Kein höherer Kraftaufwand bei Gegenwind
  • Geschwindig-keiten bis 45 km/h möglich
  • Keine Helmpflicht
  • Besonders geeignet für körperlich beein-trächtigte Personen
  • Hoher Kaufpreis
  • Höheres Gewicht
    durch Motor und
    Akku
  • Keine
    Tretunterstützung
    bei leerem Akku
  • Lange Akkuladezeit
    von mehreren
    Stunden, verbunden mit entsprechend langer Zwangspause
  • Teilweise zu
    schwache Bremsen
  • Versicherungs-pflichtig
  • Mofa-
    Prüfbeschei-nigung Voraussetzung
  • Akku reicht für durchschnittlich ca. 60 km Reichweite
  • Anfälliger für Defekte
  • Schnell alternde Akkus
  • Maximales Personengewicht ca. 80 bis 100 kg
  • Niedriger Kaufpreis
  • Geringes Gewicht
  • Flexibilität
  • Keine Akkuladezeit
  • Versicherungs-
    frei
  • Hoher Kraftauf-
    wand beim Anfahren
  • Höherer Kraftauf-
    wand während der Fahrt
  • Keine Tretunter-stützung
E-Bike oder normales Fahrrad: Was ist (für mich) besser?
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