Apr 03

Die E-rfolgsgeschichte – Willkommen im Alltag

Sie flitzen drinnen durch die große Stadt und draußen durch das Dorf, sie parken vor dem Supermarkt oder schweben über den Flussradweg, sie sausen durch die Straßen und über die Berge: E­-Bikes! Oder genauer gesagt: Pedelecs. Die per Elektromotor die Pedalkraft des Menschen unterstützenden Fahrräder haben es geschafft. Boom war gestern, Alltag ist heute. Denn aus diesem sind E­-Bikes für immer mehr Menschen kaum noch wegzudenken. Rund 3,5 Millionen Stück rollen mittlerweile über Deutschlands Straßen, schätzen die Experten vom Zweirad Industrie ­Verband (ZIV). Allein im vergangenen Jahr wurden rund 850 000 Elektro­ Fahrräder zwischen der Nordsee und den Alpen verkauft. Langfristig, so die Erwartung der ZIV­Experten, wird jedes dritte Fahrrad Extrapower aus dem Elektromotor liefern.

Vom Boom zum Dauerbrenner: Das E-Bike ist nicht mehr von Deutschlands Straßen und Radwegen wegzudenken.

Durchbruch made in Germany Wer solche Zahlen vor 10, 15 Jahren prognostiziert hätte, wäre wohl bestenfalls müde belächelt worden. Doch genau zu jener Zeit fiel eine Entscheidung, die enormen Einfluss auf den Siegeszug des E-Bikes haben sollte: die deutsche Traditionsmarke Bosch wagte den Einstieg in das Abenteuer E­Bike. 2010 präsentierte der Weltkonzern aus Gerlingen bei Stuttgart einen für damalige Verhältnisse revolutionären Mittelmotor – und brachte damit richtig Schwung in den noch überschaubaren Markt. Schon bald zählte für die Kunden oft vor allem, dass ein Bosch-­Motor ihr E-­Bike antreibt. Der eigentliche Fahrradhersteller trat fast schon in den Hintergrund. Im Angesicht dieser Erfolgsgeschichte warfen bald weitere renommierte Marken ihren Hut in den Ring und brachten E­-Bike-­Antriebe auf den Markt. Automobilzulieferer Brose etwa oder der Fahrrad­ Gigant Shimano. Doch auch arrivierte E­-Bike­-Größen wie Yamaha entwickelten neue, starke Systeme. Heute drängen mehr Hersteller als je zuvor auf den begehrten Markt. Oft sind es Unternehmen aus der Automobilbranche, die am „kleinen Fahrrad“ erste Erfahrungen mit dem Thema Elektromobilität sammeln wollen. Denn hier finden sie die Antwort auf die Frage nach der Mobilität der Zukunft. Diese Entwicklung hilft nicht nur dem Kunden, sondern auch dem E-­Bike­ Markt. Getreu dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft. Dass sie das tut, belegen die Absatzzahlen. Längst verkauft mancher Hersteller mehr E-­Bikes als konventionelle Fahrräder. Marken wie Riese & Müller oder Haibike konzentrieren sich heute beinahe ausschließlich auf das Geschäft mit den Fahrrädern mit dem berühmten „eingebauten Rückenwind“. Doch auch wenn das E­-Bike speziell in Deutschland und Europa seit etwa zehn Jahren seinen großen Siegeszug feiert: die Idee selbst ist nicht neu. Denn das E-­Bike gibt es schon länger. Viel länger. Bereits Anfang der 1990er­Jahre wurde das Hercules Electra in Deutschland zugelassen. Noch einmal 20 Jahre zuvor hatte Panasonic-­Firmengründer Konuske Matsushita einen Prototypen für ein E­-Bike vorgestellt. Und als eines der ersten Fahrräder mit elektrischem Zusatzmotor überhaupt gilt das Simplex Philips. Jahrgang: 1932!

Bereits im Jahr 1932 wurde ein Fahrrad mit elektrischem Hilfsmotor vorgestellt.

Überzeugende Argumente

Fast 90 Jahre ist das jetzt her, doch der ganz große Durchbruch ließ lange auf sich warten. Aber jetzt! Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile des E­Bikes für sich. Und da gibt es eine ganze Menge.

Eine kleine Auswahl:

  • Entspannt und doch zügig mit dem Rad ins Büro fahren, ohne dort mit veritablen Schweißflecken in der Kleidung aufzufallen.
  • Endlich auf der Radtour mit dem fitteren Partner mithalten.
  • Speziell im Stadtverkehr schnell ans Ziel kommen, ohne im Auto­-Stau stehen zu müssen.
  • Sich endlich die ewige Suche nach einem Parkplatz für das Auto sparen.
  • Trotz körperlicher Einschränkungen, etwa nach einer Krankheit oder Operation, weiterhin auf dem Zweirad mobil sein.
  • Mit Anhänger oder E­-Lastenrad unkompliziert und mühelos auch mal den Wocheneinkauf nach Hause oder die Kinder in den Kindergarten bringen.
  • Einfach noch mehr Spaß am Fahrradfahren haben.
3,5 Millionen E-Bikes auf Deutschlands Straßen.

Hält man sich diese Argumente vor Augen wird klar: das E­-Bike ist gekommen um zu bleiben. Und es entwickelt sich rasant weiter. Wo vor wenigen Jahren noch klobige Akkus und ausladende Motoren einen mehr oder weniger konventionellen Fahrradrahmen schmückten, verschwinden die Bauteile mehr und mehr aus dem Blickfeld. Dank kompakter, in den Rahmen integrierter Antriebe sind moderne E­-Bikes nicht nur richtig schick, sondern oft auch kaum noch von herkömmlichen Fahrrädern zu unterscheiden. Dazu arbeiten die Motoren von Generation zu Generation leiser und harmonischer, während die Akkus immer größere Reichweiten erlauben. Kein Wunder, dass beinahe jeder Kunde nach seiner ersten Fahrt mit einem E­-Bike begeistert vom Sattel steigt. Wer das selbst im Jahre 2019 noch nicht glaubt, der sollte es unbedingt mal ausprobieren. Aber schnell.

Autor: Felix Krakow

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1 Kommentar

  1. Nikola Nesic
    9. April 2019 at 16:18 · Antworten

    Ich bin froh das dieser Trend immer mehr wird und unsere Verkehrstruktur verändert. Die Ballungszentren sind einfach zu voll für Autoindividualverkehr! Und wenn sich Menschen vom E-Antrieb überzeugen lassen, lieber das Fahrrad als das Auto zu nehmen, dann finde ich das auch gut. Mal schauen was die Zukunft bringt.

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