Aug 22

E-Bike Ladestation & Tankstelle – das E-Bike unterwegs aufladen

E-Bike Ladestationen

Pferde-Wechselstation der Moderne

Giuseppe hat sich einen Augenblick zu uns gesetzt. Er ist der Inhaber eines Eiscafés in einer kleinen Gemeinde am Rhein, direkt an der Hauptstraße – die nächste Fähre ist nicht weit. Giuseppe macht die besten Erdbeerbecher weit und breit und – hat ein Herz für E-Biker. Seit kurzem hat er zusammen mit der Gemeinde eine Ladestation für E-Bikes installiert. Seite an Seite mit einem Automaten für Fahrradschläuche. Was eine Ladung kostet? Giuseppe schaut uns entgeistert an: „Natürlich nichts“, so seine Antwort. Ob die Station gut angenommen wird, will ich wissen. „Ja klar“ – und nicht nur E-Bikes gehören zu den regelmäßigen Nutzern, sondern auch Elektromobile (im Amtsdeutsch „motorisierte Krankenfahrstühle“ genannt) zapfen ab und an Strom, um auf dem Heimweg nicht liegen zu bleiben.

„Manchmal kommt auch ein Renault Zoe vorbei, wirft sein Ladekabel über die Hecke und holt sich Strom“, sagt Giuseppe, zuckt mit den Schultern als ich etwas verdutzt dreinschaue und ist auch schon wieder weg – nimmt am Nachbartisch die nächste Bestellung auf.

Legendär die Schlagzeile aus 2011:

Aufladen in Gaststätte verwehrt
E-Bike-Fahrerin muss zum Auftanken in die Kirche

Schlagzeilen wie diese sind mittlerweile undenkbar, denn E-Bikes sind mittlerweile salonfähig geworden: E-Bikes erleben nach wie vor einen Boom und ein Ende ist noch nicht abzusehen. Und auch die Gastronomie Branche hat die Zeichen der Zeit (für sich) erkannt: Wo vor ein paar Jahren die Frage nach etwas Strom aus der Steckdose des Kneipenwirts schon mal mit der Bemerkung „Da leg ich ja noch drauf“ kommentiert wurde, weisen heute Hinweisschilder mit der Aufschrift „E-Bike willkommen“ / „Hier Lademöglichkeit mit eigenem Ladegerät“ auf die Möglichkeit hin, die Reichweite des eigenen Akkus verlängern zu können. Wir wollen einmal der Frage nachgehen, was beim Akku Nachtanken zu beachten ist und wie einfach es ist, geeignete Ladestationen entlang der geplanten Route ausfindig zu machen.

E-Bike Ladestationen

Systeme

Grundsätzlich ist es (noch) ratsam, das eigene Ladegerät mitzuführen, so ist man ist damit unterwegs äußerst flexibel.

  • Die regulären E-Bike Ladestationen verfügen in der Regel über einfache, handelsübliche Steckdosen.
  • Manchmal gibt es Schließfächer, in denen Ladegerät und  Akku gegen fremden Zugriff gesichert sind (Achtung: Unbedingt an 1 und 2 Euro Pfand Münzen denken – ohne geht teilweise sonst gar nichts).
  • In der Gastronomie stehen manchmal Ladegeräte für die gängigsten Akkutypen zur Verfügung.
  • Erste Betreiber installieren Ladesäulen mit eigenem Kabelsystem. Diese Kabel können entweder käuflich erworben, oder aber auch ggf. vor Ort bei entsprechenden Partnern geliehen werden Der Transport des Ladegeräts kann so entfallen und die Systeme werden als Regen-sicher beworben.
  • „Luxus“-Ausführungen bieten überdachte Stellplätze an
  • Noch in der Minderzahl sind „Selbstversorger“, die sich über eine eigene Solaranlage selbst mit Energie versorgen

Welche Unterschiede gibt es zwischen den E-Bike Ladestationen?

Die wichtigsten Anbieter

Charge4Bike heisst das Ladesystem von SSL Energie für E-Bikes und Pedelecs

Hohe seitliche Bügel sorgen für perfekten Halt. Die Ladestation ist mit einer Steckdosenleiste (Schutzart IP44) mit je 2 Einbausteckdosen zum Spritzwasserschutz pro Seite ausgestattet. Der FI-Schutzschalter ist bereits im Stecker der Anschlussleitung integriert und sorgt dafür, dass bei einem Fehlerstrom der Stromkreis unterbrochen wird. Das System bietet Lade- und Stellplatz für 4 E-Bikes.

Akkurad-Tankstellen

Die Akkurad-Tankstellen bietet unterschiedliche Systeme an. Es können sowohl abnehmbare, wie auch fest installierte Akku’s geladen werden. Viele der Stationen verfügen über Schließfächer, die per Pfandschließung, Schlüssel oder Codeschließung dafür sorgen, dass Ladegerät und Akku vor fremden Zugriff geschützt sind. Akkurad-Tankstellen sind schwerpunktmäßig in Nordrhein-Westfalen zu finden.

RWE eBikeStation

Die RWE eBikeStations waren früher kleine Ladesäulen mit 1 bis 2 integrierten Schuko-Steckdosen. Mittlerweile haben sie sich jedoch zu professionellen Stationen mit Radabstellmöglichkeiten gemausert. Es gibt auch Varianten mit Überdachung.

TERRA.bike

Die TERRA.bike Ladestation wird durch Solarenergie betrieben und bietet die Möglichkeit, das Rad bei den entsprechenden Fahrradparkplätzen wieder aufzuladen. Vorhanden sind einfache Schuko-Steckdosen.

bike-energy

Die Ladestationen von bike-energy bieten ein neues Konzept – die Mitnahme des eigenen Ladegerätes ist nicht notwendig – die Energie kann mit einem speziellen, wasserdichten Kabel gezapft werden. Das entsprechende Kabel kann man meist vor Ort ausleihen. Für häufige Nutzer dieser Ladestationen bietet es sich jedoch an, dieses käuflich zu erwerben. Das Kabel ist sehr leicht, nimmt kaum Platz weg und das Laden des Akkus ist draußen, auch bei Regen, möglich.

Ladestationen für E-Bikes in Deutschland

Regionale Anbieter

Es gibt mittlerweile wohl kaum eine Urlaubsregion, welche noch nicht den Stellenwert von E-Bike Ladestationen für die Attraktivität der eigenen Infrastruktur erkannt hat. Meist sind es die grössten regionalen Energiversorger, welche in Zusammenarbeit mit den Tourismus Unternehmen die Infrastruktur der E-Bike Ladestationen vorantreiben.

Ob Südwestpfalz , NRW, MoselSauerland, Bayern oder Schwarzwald – das Netz von E-Bike Ladestationen wird von Tag zu Tag dichter und wo noch keine Ladestation verfügbar ist, da bieten doch Restaurants, Hotels oder andere Einrichtungen nicht nur eine Lademöglichkeit, sondern haben sich sogar mit Ladegeräten für die gängigsten Akkusysteme eingedeckt. Im Zweifelsfall im Rahmen der eigenen Tourenplanung einfach sicherheitshalber vorher beim geplanten Zwischenstopp anfragen.

Zu beachten ist jedoch bei Ladesäulen im Freien, dass diese bei Regen in der Regel nicht nutzbar sind (Ausnahme: Das System von „bike-energy“). Nicht immer weisen Schilder so explizit darauf hin wie im Beispiel gezeigt.

E-Bike Ladestation App & Karte

So findest Du die E-Tankstellen

Wie schon erwähnt, sind Verzeichnisse von E-Bike Ladestationen natürlich auf den Homepages der allseits bekannten Urlaubsregionen zu finden. Und natürlich wissen die Hersteller und Anbieter von Ladestationen am Besten, wo ihre Systeme installiert wurden. Die Landkarte zeigt beispielhaft das Verzeichnis der Systeme der Firma „bike-energy“. Wer nach entsprechenden, systemübergreifenden Apps sucht, wird gleichermassen recht schnell fündig. Leider mangelt es diesen jedoch oft an Aktualität – wir jedenfalls haben die E-Bike Ladestation von Giuseppe’s Eiscafe in der kleinen Rheingemeinde in der derzeit populärsten App vergeblich gesucht. Die Betreiber der Apps sind offensichtlich darauf angewiesen, dass Nutzer bereit sind, „ihren Geheimtipp“ mit der Allgemeinheit zu teilen. Wir jedenfalls werden dies gerne tun…

Du bist noch auf der Suche nach einem neuen E-Bike ? In unserem Shop findest sicherlich auch du unter über 1.000 Modellen deinen Favoriten.

Weitere Tipps zur Akkupflege gibt es hier.

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Über den Autor

Fährt gerne: Feld, Wald und Wiese

Bikes: Grace MX-S, KTM Macina Street, Cube AMS 100

Lieblings-Radrevier: Rheinhessisches Hügelland

6 Kommentare

  1. Günter Härtel
    11. Juli 2019 at 11:43 · Antworten

    Guten Tag, die Ladestationen mit eigenem Kabel sind doch unmöglich. Es gibt keinen übergreifenden Standarte. Für jeden Anbieter ein eigenes Kabel. Die Aussage, man könne sich ja ein Kabel mieten oder ausleihen, mag ja für Urlauber sinnvoll sein aber für Durchreisende ist das der pure Hohn. Fazit, es bleibt als Standard in Deutschland nur die normale Steckdose und das eigene Ladegerät, da sich die Accuhersteller auch nicht einig sind.

    Mit freundlichen Grüßen

    Günter

    • Wolfgang Pollner
      11. Juli 2019 at 13:56 · Antworten

      Hallo Günter,
      du hast völlig recht: es wäre wünschenswert, wenn sich wenigstens die 5 großen Hersteller so langsam mal auf einen Standard in Sachen Akku Ladetechnik einigen könnten.
      Viele Grüsse
      Wolfgang

  2. Ulrich Litschel
    3. Juli 2019 at 11:53 · Antworten

    Hallo Wolfgang,
    dein Bericht ist wirklich hilfreich und … auch ich bin sehr gerne mit meinem E-Bike im rheinhessischen Hügelland unterwegs (obwohl ich in Wiesbaden wohne – smile). Eine Frage hätte ich aber noch: an allen Ladestationen wird beim Aufladen des E-Bikes Strom verbraucht … und Strom kostet üblicherweise etwas. Wer trägt die Stromkosten bzw. wie kann der Radfahrer den von ihm benutzen Strom berechnen und bezahlen? Ich nehme an, dass die Bereitsteller der Ladestationen nicht auch noch den Stromverbrauch der Radfahrer bezahlen wollen.
    Viele Grüße, Uli

    • Wolfgang Pollner
      4. Juli 2019 at 07:49 · Antworten

      Hallo Uli,
      die Stationen an denen ich vorbeikomme waren bis dato immer (noch) kostenlos.
      Aber deine Frage ist natürlich berechtigt.
      Wir haben ein Video in Planung, wo wir mal eine Reihe von Ladestationen abfahren wollen und schauen, welche Überraschungen diese
      in der Praxis für uns E-Biker bereithalten.

      Würde mich freuen, dich in in unserer Facebook Gruppe „ALL ABOUT: E-BIKES“ begrüssen zu dürfen!

      Allzeit gute Fahrt
      Viele Grüsse
      Wolfgang

  3. Hansjörg Mathis
    16. Dezember 2018 at 17:33 · Antworten

    Können Sie mir die Adresse der E-Bikeladestation mit Solarstrom von TERRA.bike geben ?

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