Nov 12

Fahrrad XXL goes Urban Planning: Award für Nachhaltigkeit und Mobilität

Bis Ende Mai 2018 konnten Studierende und frisch in den Beruf eingestiegene Stadt- und Verkehrsplaner ihre Konzepte zum Thema „Urban Planning: E-Bikes und Nachhaltigkeit“ beim Fahrrad XXL Wettbewerb einreichen. Die Preisträger wurden nun Anfang Oktober von einer vierköpfigen Fachjury in der Fahrrad XXL Franz Filiale Griesheim geehrt. Die drei besten Konzepte kommen aus Köln/Aachen, Wien und Mainz.

Durch die Innenstädte drängen sich immer mehr Autos, Parkplätze sucht man vergebens und der Klimawandel schreitet schneller voran als jemals zuvor. Die Gesellschaft, Umweltaktivisten, Verbände und auch die Politik schreien nach alternativen Verkehrskonzepten und nachhaltigen Transportmitteln, um dem sich ankündigenden infrastrukturellen Kollaps entgegen zu wirken. Nicht erst seit dem E-Bike-Boom gilt das Fahrrad als ein großer Baustein im Konstrukt der nachhaltigen Verkehrsplanung. Um diesen Aspekt mehr in den Fokus zu setzen, rief die Fahrrad XXL Gruppe einen Hochschulwettbewerb ins Leben, indem Studierende und Berufseinsteiger ihre innovativen und mutigen Konzepte einer Fachjury präsentieren konnten.

Die neue Fahrrad XXL Franz Filiale in Griesheim bietet an diesem Tag die ideale Kulisse für die Kür der Preisträger, denn wie bei der Aufgabenstellung des Wettbewerbs dreht sich hier wirklich alles um das Fahrrad. Zu Beginn der Veranstaltung führt Geschäftsführer Florian Schäfer die Wettbewerbsteilnehmer und Pressevertreter über die 6.000 Quadratmeter große Präsentationsfläche des Fahrradgeschäfts. Die neue Fahrrad XXL-Erlebniswelt in Griesheim öffnete erst im vergangenen Jahr ihre Türen und lässt absolut keine Wünsche offen. E-Bikes, Mountainbikes, Lastenräder, Citybikes, Kinderräder, Zubehörteile und und und – der Fahrrad-Fachmarkt bietet ein riesiges und vielfältiges Sortiment rund um das Fahrrad. Und viel wichtiger, hier kann nicht nur betrachtet, sondern auch ausgiebig getestet werden, dafür wurde extra die längste Indoor-Teststrecke Deutschlands mit 16 %-iger Gefällstrecke, ein kleiner Mountainbike-Trail, sowie ein Verkehrssicherheitsparcours für Kinder installiert. So kann der potenzielle rollende Begleiter auch wirklich unter realistischen Bedingungen auf Herz und Niere geprüft werden.

Die Fahrrad XXL-Erlebniswelt in Griesheim bietet ein umfangreiches Sortiment und Testmöglichkeiten für Fahrradbegeisterte.

Im Anschluss eröffnet Farshid Ameli, Geschäftsführer des Fahrrad XXL Onlineshops, den offiziellen Teil der Preisverleihung und betont die Wichtigkeit von neuen innovativen Mobilitätslösungen für die Herausbildung einer nachhaltigen und effizienten Mobilitätskultur im urbanen Raum: „Das E-Bike hat großes Potenzial, das Verkehrsaufkommen in den Städten zu reduzieren und wieder mehr Lebensqualität in den öffentlichen Raum zu bringen, dafür jedoch ist eine sichere und adäquate Infrastruktur die Grundvoraussetzung.“ Darius Greulich, Jury-Mitglied und Projektverantwortlicher des Wettbewerbs, freut sich über den Verlauf des Wettbewerbs und das Ergebnis. „Es wurden viele tolle Konzepte eingesendet und die Entscheidung, welches nun das beste war, fiel uns nicht leicht“, so der Onlineexperte. Die Studenten Claudia Gerken (Deutsche Sporthochschule Köln) und Jonas Bettenbühl (RWTH Aachen) lieferten nach Ansicht der Jury das beste Konzept ab. „Das Konzept überzeugt durch den integrativen Ansatz und macht deutlich, dass ein Umdenken und Mut auf mehreren Ebenen‘ gefragt ist“, bewertet Dr. Lutz Gaspers, Jurymitglied und Professor für Verkehrswesen der Hochschule für Technik Stuttgart, das Siegerkonzept. Die beiden Studenten entwerfen am Beispiel der Stadt Aachen eine „Vision der Stadt der Zukunft“ mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen, um E-Bikes und Fahrräder als integralen Bestandteil einer nachhaltigen Infrastruktur zu etablieren. „Die beiden betrachten dabei viele wichtige Aspekte der Verkehrsplanung: von der Einführung von verkehrsberuhigten Zonen, über den Bau eines Schnellradwegenetzes, bis hin zum Aufbau von Außenhubs – das sind Verkehrsknotenpunkten für den ÖPNV und den Individualverkehr“, so Prof. Dr. Gaspers. Claudia Gerken und Jonas Bettenbühl dürfen sich nun über ein Preisgeld von 2.000,- Euro freuen.

Auf dem zweiten Platz landete das Konzept Absolvent der TU Dresden, Lucas Reyer, der aktuell in Wien als Stadtplaner tätig ist. In seiner Ausarbeitung setzte er den Fokus nicht nur auf infrastrukturelle Änderungen im öffentlichen Verkehrsraum, sondern auch auf die damit verbunden Anforderungen an den Wohnraum, Arbeitsplatz und unterschiedliche Dienstleister, die den Tagesablauf eines E-Bike-Fahrers begleiten. Ein ebenso gelungenes Konzept, welches mit einem Preisgeld von 1.000 Euro belohnt wird.

Mit ihrem Konzept einer ökologisch-ganzheitlichen E-Bike-Leihstation, dem so genannten „Bike Tree“, belegt die Innenarchitekturstudentin Theresa Otto aus Mainz den dritten Platz. Ihr Konzept zeigt, wie Lager- und Ladeplatz für Leih-E-Bikes autark versorgt werden können und mit integrierter Vegetation noch einen Mehrwert für die Umwelt bieten. Als Gewinn kann sich Theresa Otto über 500,- Euro freuen.

Die Gewinner Jonas Bettenbühl & Claudia Gerken (Mitte) gemeinsam mit Geschäftsführer Farshid Ameli (links) und Business Manager Darius Greulich (rechts).

Thomas Musch, Jurymitglied und Chefredakteur von „E-BIKE – Das Pedelecmagazin“, lobt die umfassende Betrachtung des Themas. „Nicht nur in den Ideen der Teilnehmer sieht man, dass die Bedeutung nachhaltiger Verkehrsstrukturen sich immer mehr in den Köpfen der Menschen verankert. Besonders bei jungen Menschen geht es nicht mehr nur darum, wie man am komfortabelsten von A nach B kommt. Der Fokus liegt verstärkt auf der Umweltverträglichkeit der eigenen Fortbewegung sowie auf dem Mehrwert für den eigenen Gesundheitszustand“, so der Fachjournalist. Für die stolzen Preisträger, die natürlich auch ausgiebig und begeistert Testrunden auf den neusten E-Bikes durch die Filiale drehen durften, ist die Freude groß. „Wir freuen uns sehr, dass unser Konzept so viel Anklang gefunden hat und dass wir so auch einen Anstoß für mögliche Verkehrsplanungsprojekte in der Zukunft geben konnten,“ strahlt Jonas Bettenbühl. Die Juroren Prof. Dr. Lutz Gaspers und Stadtplanungsarchitekt Max Kaminski aus Berlin prüfen nun, wie die eingereichten Konzepte weiterentwickelt und in ihre Arbeit integriert werden können. Und wer weiß, so findet sicherlich der ein oder andere Ansatz der Studenten seinen Weg in die reale Verkehrswelt.

"So eines brauche ich auch ungedingt!" Preisträgerin Claudia Gerken beim E-Bike Fahrspaß durch die Filiale.

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Über den Autor

Fährt gerne: Rennrad, Singlespeed, Lastenrad

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