Jul 05

Tour de France Guide 2018

Endlich ist es wieder soweit: Am 7. Juli 2018 startet die Tour de France in der kleinen französischen Gemeinde Noirmoutier-en-l’Île. Das bedeutendste Radrennen der Erde endet wie gewohnt in Paris, allerdings ist es für die Radsport-Elite ein weiter Weg bis dorthin. 21 knallharte Etappen warten mit einer Gesamtstrecke von 3351 Kilometern auf die RadsportlerWer sich auf der langen Rundfahrt durchsetzen wird, steht daher natürlich in den Sternen. Dennoch stellen wir dir in diesem Guide ein paar Favoriten und ihre Teams vor. Zudem erklären wir, was es mit der Tour de France, seinen Regeln und den verschiedenfarbigen Trikots auf sich hat, damit du alle Informationen parat hast, um bei der Rundfahrt ordentlich mitzufiebern.

Was ist die Tour de France? 

Bei der Tour de France handelt es sich um das größte Radsport-Rennen der Erde. Mehr als 3,5 Milliarden Fans fiebern bei diesem Event mit, 12 Millionen sogar direkt vor Ort. Diese unvorstellbaren Zahlen machen die Tour de France zum größten jährlich stattfindenden Sportereignis bzw. zum drittgrößten Sportereignis überhaupt. Nur die Fifa WM und die Olympischen Spiele ziehen noch mehr Menschen an. Selbst die Zahlen des populären US-amerikanischen Super Bowls wirken daneben beinahe lächerlich: hier kleben „nur“ in etwa 110 Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten.  

Neben der Tour de France gibt es noch zwei weitere renommierte Touren: die Vuelta de Espana und den Giro d’Italia. Allerdings ist die Rundfahrt durch Frankreich die älteste und prestigeträchtigste.  

Die Tour de France kann auf eine lange Tradition zurückblicken, die im Jahre 1903 begonnen hat. Seither findet das Rennen alljährlich statt. Lediglich die beiden Weltkriege erzwangen eine Unterbrechung. Die Strecke wandelt sich dabei von Tour zu Tour, wobei auf eine Mischung zwischen Flach-, Berg- und Zeitfahretappen geachtet wird. Als Endpunkt der Rundfahrt wurde bisher jedoch immer Paris gewählt. Die Etappen verlaufen hauptsächlich durch Frankreich, allerdings bekommen die angrenzenden Länder (Andorra, Belgien, Deutschland, Irland, Italien, Luxemburg, Monaco, Niederland, Spanien, Schweiz) regelmäßig kleinere Streckenteile ab. 2018 liegen allerdings gerade einmal 15 Kilometer in Spanien. Ansonsten werden 36 französische Departements befahren und seit 2006 zum ersten Mal wieder das Baskenland.

©A.S.O. credits/Alex Broadway

Wie wird der Sieger ermittelt?  

Der Gesamtsieg der Tour de France wird denkbar einfach festgestellt: Wer die 21 Etappen insgesamt aufaddiert am schnellsten zurückgelegt hat, gewinnt. Die Top-Fahrer unterscheiden dabei am Ende der Tour meistens nur wenige Minuten, weshalb es häufig bis zur Einzelzeitetappe (vorletztes Rennen) extrem spannend bleibt.  

Es gibt bei der Zeitmessung jedoch einige Besonderheiten, die man erwähnen sollte. Grundliegend wird zwar die Zeit jedes einzelnen Fahrers erfasst, allerdings wird bei geschlossenen Gruppen allen Fahrern der Gruppe dieselbe Zeit gegeben. Auch wenn man innerhalb der letzten drei Kilometer vor dem Ziel stürzt (oder einen Defekt hat), erhält man die Zeit der Gruppe, derer man bis zum Sturz angehört hat. Selbst wenn man das Rennen nicht beenden kann. Diese Regelung tritt allerdings nicht in Kraft, wenn es sich um eine Einzelsprintetappe oder eine Bergankunft handelt.  

Zudem gibt es für die Tour de France 2018 wieder Zeitgutschriften. Den ersten drei Fahrern jeder Etappe (ausgenommen Zeitfahretappen) werden jeweils 10, 6 und 4 Sekunden gutgeschrieben.  

Auf den ersten neun Etappen wird zusätzlich ein Zeitbonus von 3, 2 und 1 Sekunden an die ersten drei Fahrer vergeben, die einen zuvor bekanntgegebenen Punkt passieren. Diese Wertung hat jedoch keine Auswirkung auf den Punktestand beim Grünen Trikot. 

Wichtig für alle Fahrer ist hingegen, dass sie jede Etappe in gewissen Karenzzeiten absolvieren müssen. Diese werden als Prozentsatz der Siegerzeit festgelegt, wobei der Prozentsatz von der Schwierigkeit der Etappe und dem Durchschnittstempo beeinflusst wird. Wer nicht innerhalb der Karenzzeit im Ziel ankommt, wird von der Wertung ausgeschlossen. Sollten allerdings zu viele Fahrer die Karenzzeit nicht erreichen können, kann die Rennleitung hier flexibel reagieren und das Zeitlimit anheben.

©A.S.O. credits/Bruno Bade

Was erwartet dich bei der Tour de France 2018? 

Der Startschuss zur Tour de France 2018 fällt am 7. Juli 2018 in Noirmoutier-en-l’Île, direkt an der Atlantikküste. Innerhalb von 23 Tagen geht es dann über 21 Etappen nach Paris. Von Houilles fahren die Profis in einem letzten triumphalen Renntag bis zum Champs-Élysées, wo die Stimmung immer unfassbar kocht.  

Zwischen Start und Ziel warten dabei acht Flachstrecken, fünf hügelige Abschnitte, sechs Gebirgsetappen, davon drei mit Bergankunft (La Rosière (11), Alpe d’Huez (12), Saint-Lary-Soulan mit dem Col du Portet (17)), ein Einzelzeitfahren und ein Mannschaftszeitfahren. Zudem können sich die Athleten auf zwei Ruhetage freuen.  

Kurz zusammengefasst: 

  • Flachstrecken: Etappen 1, 2, 4, 7, 8, 13, 18, 21 
  • hügelige Abschnitte: Etappen 5, 6, 9, 14, 15 
  • Gebirgsetappen: Etappen 10, 11, 12, 16, 17, 19 
  • Einzelzeitfahren: Etappe 20
  • Mannschaftszeitfahren: Etappe 3
  • Ruhetage: 16.07.2018 & 23.07.2018 

Mit der Tour de France 2018 kehrt auch ein Klassiker der Rennrad-Geschichte zurück: Roubaix. Die gefürchteten Pflastersteine nehmen dieses Jahr eine Strecke von satten 21,7km Länge in Anspruch. Vor allem im Finale von Champhin-en-Pévèle warten lange 1,8 Kilometer am Stück, die gerade leichten Fahrern wie Chris Froome das Fürchten lehren dürften. Hier sind schwerere Fahrer wie Tom Dumoulin, der Zweitplatzierte des Giro d’Italia 2018, vielleicht im Vorteil.  

Bei der 17. Etappe findet zudem eine Besonderheit statt. Bei diesem enorm anspruchsvollen Bergrennen wird in Gruppen gestartet, die abhängig vom Gesamtklassement geformt werden. Die Top 20 Athleten fahren in der ersten Gruppe, wobei der Träger des Gelben Trikots von der Pole Position startet. Auch die restlichen 19 Fahrer sind nach ihrer Gesamtplatzierung angeordnet, ähnlich der Aufstellung bei der Formel 1. Die übrigen Fahrer werden in vier weitere Gruppen aufgereiht, die einen 70 Meter langen Korridor füllen sollen. Dieses Format wird mit Sicherheit für einige Spannung sorgen und auch den diesjährigen Favoriten Chris Froome vor eine Herausforderung stellen, da jeder auf sich allein gestellt sein wird. 

Der gebürtige Kenianer ist aber so stark wie eh und je: Schon beim Giro d’Italia 2018 konnte er das beweisen und sich sowohl den Gesamtsieg, wie auch die Bergwertung sichern. Er gilt daher als einer der Top-Favoriten auf das Gelbe Trikot, auch wenn ihm das diesjährige Tour-Profil nicht ganz perfekt liegen dürfte – zudem ist die Konkurrenz stark. 

Bei der Fahrt um die 500.000€ Preisgeld für den Gesamtsieg werden auf alle Fälle einige Fahrer mitspielen. Der zweite und dritte Platz sind im Übrigen mit satten 200.000€ und 100.000€ Euro belegt. Der Gesamtsieger der Punktewertung erhält 25.000€, genau wie der Sieger der Bergwertung. Für die Teamwertung stehen 50.000€ bereit und für den schnellsten Nachwuchsfahrer gibt es stattliche 20.000€. Der Pool für das gesamte Preisgeld der Tour umfasst dieses Jahr 2.287.000€, was ein Plus von guten 7000€ zum Vorjahr bedeutet.

©A.S.O. credits/Alex Broadway

Die Farben der Tour: Welche Trikots gibt es?  

Die verschiedenfarbigen Trikots zeigen bei der Tour de France an, welcher Fahrer bei verschiedenen Wertungen den ersten Platz belegt. Es wird unterschieden zwischen einer Gesamt-, Punkte-, Berg-, Nachwuchs- und Kampfgeistwertung.  

Gelbes Trikot: Das gelbe Trikot wird demjenigen Fahrer verliehen, der die geringste Gesamtzeit aufweist. Hierzu zählen auch die bereits angesprochenen Bonussekunden, die man bei der Ankunft oder an gewissen Zwischenstationen sammeln kann. Wer dann über alle bisher gefahrenen Etappen die geringste Zeit aufweist, bekommt das Trikot. Bisher hat es nur ein Fahrer geschafft, das Trikot vom ersten bis zum letzten Tag der Tour zu tragen: diese Meisterleistung gelang dem belgischen Fahrer Nicolas Frantz im Jahre 1928.  

©A.S.O. credits/Alex Broadway

Grünes Trikot: Das grüne Trikot wird hingegen anhand der Gesamtzahl an Punkten verlieren, die der Fahrer durch seine Zielplatzierungen und durch Zwischensprints sammeln konnte. Dabei gibt es im Allgemeinen auf Flachetappen mehr Punkte zu holen, als bei Bergetappen. Dies soll alle Sprinter begünstigen, die beim Kampf um den Gesamtsieg meist das Nachsehen haben.  

©A.S.O. credits/Alex Broadway

Gepunktetes Trikot: Wer bei Berganstiegen das schärfste Tempo fährt, der kann sich über das rot gepunktete Bergtrikot freuen. Hierfür werden die Anstiege anhand ihrer Schwierigkeit von 1 (leicht) bis 4 (schwer) sowie der hors catégorie (außerordentlich schwer) gereiht. Je höher der Anstieg eingestuft ist, desto mehr Punkte gibt es natürlich zu gewinnen.  

©A.S.O. credits/Pauline Ballet

Rote Rückennummer: Die rote Rückennummer wird an den kämpferischsten Fahrer vergeben. Dieser wird von einer Jury gewählt, die aus acht Juroren besteht. Dieser wird für jede Etappe gewählt, wobei am Ende der Tour auch ein Gesamtsieger gekürt wird, der 20.000€ erhält. 

Gelbe Rückennummern: Um auch besonders erfolgreiche Mannschaften zu ehren, gibt es gelbe Rückennummern für das beste Team. Hierfür werden die Zeiten der drei schnellsten Fahrer jedes Teams addiert. Wer die geringste Gesamtzeit hat, bekommt die begehrten gelben Nummern. Logischerweise muss für diese Wertung ein Team aus mindestens drei Fahrern bestehen.  

Weißes Trikot: Das sogenannte Weiße Trikot wird an den besten Fahrer vergeben, der im Jahr der Tour de France höchstens 25 Jahre alt ist. Dass das Weiße Trikot ein guter Indikator für spätere Spitzenleute ist, zeigt die bisherige Siegerliste. Hier findet man Namen wie Jan Ullrich, Andy Schleck oder auch Alberto Contador, die zur selben Zeit jeweils auch das Gelbe Trikot trugen.

Da ein Sportler nicht zwei Trikots auf einmal tragen kann, gibt es eine Reihenfolge: Gelb, Grün, Gepunktet, Weiß. Tatsächlich tritt es öfters einmal auf, dass ein Fahrer gleich zwei Wertungen anführt. Chris Froome dominierte zum Beispiel bei der Tour 2015 sowohl die Gesamt- wie auch die Bergwertung.

Welche Teams sind am Start? 

Auch wenn nach den großen Tour-Siegen vor allem Einzelnamen wie Chris Froome in den Medien landen, so ist die Tour de France eine absolute Teamleistung. Für 2018 gehen daher wieder 22 Teams an den Start, die alles daransetzen werden, zu gewinnen. Erstmals dürfen die Teams nur acht Athleten, anstelle der üblichen neun, nominieren. Wir stellen euch die Teams im Schnelldurchgang vor und zeigen euch den ein oder anderen Favoriten.  

Team Sky (GBR)

So wie es aussieht, darf Team Sky aufatmen: Tour Favorit Chris Froome scheint bei der Tour de France 2018 starten zu dürfen, obwohl er bei der 18. Etappe der Vuelta a Espana positiv getestet wurde. Die Grenzwerte für das Asthmamittel Salbutamol wurden bei ihm um das doppelte überschritten. Trotz der negativen Presse konnte Froome dem Druck bisher standhalten und bewies beim Giro d’Italia mit einem Sieg, dass er in Topform ist. Mit seiner Teilnahme bei der Frankreichrundfahrt schielt er nun auf den historischen Doppelsieg, den noch kein Fahrer zuvor erreicht hat. Dank seiner Edelhelfer Michal Kwiatkowski und Geraint Thomas hat Froome gute Karten, auch bei der Tour zu gewinnen. Zudem kann er diese Saison eine Woche länger nach dem Giro regenerieren, als es sonst üblich war. Durch neuste Abgänge von Sprintern wie Elia Viviani und Danny Van Poppel und Klassementfahrer wie Richie Porte, Mikel Nieve und Mikel Landa ist das Team Sky geschwächt. So lange Froome jedoch antreten darf, ist er natürlich der heißeste Kandidat für das begehrte Gelbe Trikot.

Movistar Team (ESP)

Bei Team Movistar dreht sich alles um die beiden Kapitäne Nairo Quintana und Alejandro Valverde. Auch wenn beide auf eine nicht ganz ideale Saison 2017 zurückblicken, setzt man einige Hoffnung auf die beiden Top-Athleten. Sowohl Quintana als auch Valverde sind in der Lage, ganz vorne mitzufahren. Allerdings wartet starke Konkurrenz und Valverde ist mit seinen 37 Jahren nicht mehr der allerjüngste. Movistar hat daher den ehemaligen Froome Edelhelfer Mikel Landa verpflichtet. Unklar ist, ob er den Kapitänen zum Sieg verhelfen soll, oder ob er auf eigenen Erfolg fahren darf. Das Zeug dazu hätte er allemal: Beim Giro 2017 sicherte er sich die Bergwertung. Die harten Anstiege bei der diesjährigen Tour dürften ihm also liegen. Wenn er seine Chance bekommt, wird es mit Sicherheit äußerst spannend. 

ag2r La Mondiale (FRA)

Das ag2r La Mondiale Team fuhr zwar in der Vergangenheit nicht um den Toursieg mit, doch gerade der Kapitän Romain Bardet ist immer für eine Überraschung gut. Bei der Tour de France 2017 konnte er sogar die 12. Etappe für sich entscheiden und das Team am Ende auf Platz 9 führen. Junge Fahrer wie der belgische Meister Oliver Naesen werden 2018 für viel Dynamik und mit Sicherheit für einige spannende Momente sorgen. Das ag2r La Mondiale Team sollte man auf alle Fälle im Auge behalten.  

Astana (KAZ)

Die Kasachen des Teams Astana gehören zu den ältesten Rennteams der Tour de France. 2018 wird jedoch eine harte Saison werden, da Top-Fahrer Fabio Aru zu UAE Team Emirates gewechselt hat. Da der Wechsel äußerst überraschend kam, konnte die Lücke nicht durch eine Neuverpflichtung geschlossen werden. Daher müssen es Jakob Fuglsang und Luis Leon Sanchez nun richten. Dafür hat das Team mit Magnus Cort Nielsen einen kommenden Top-Sprinter verpflichtet. Für Astana wird es dennoch sehr schwer werden. 

Bahrain-Merida (BRN)

Das Team Bahrain-Merida hat 2017 seine erste Profi-Saison absolviert, die mit einem 14. Platz der World Tour relativ erfolgreich endete. Das war vor allem der sogenannten Italien-Connection, bestehend aus Vincenzo Nibali, Sonny Colbrelli und Giovanni Visconti, zu verdanken. Obwohl Visconti bei der Tour de France 2018 fehlen wird, könnte die Saison durch die Verpflichtung von Gorka Izagirre noch besser ausfallen. Gemeinsam mit seinem Bruder Ion Izagirre wird er bestimmt ordentlich angreifen.   

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BMC (USA)

Mit Richie Porte und Van Avermaet hat das Team um die schweizerische Radmarke BMC zwei echte Kaliber im Petto. Während die Saison 2017 für Van Avermaet sehr gut lief, inklusive Siegen bei großen Rennen, so schied Richie Porte bei der Tour de France nach einem heftigen Sturz frühzeitig aus. Dennoch gilt Porte als einer der Fahrer, die ganz vorne mitkämpfen können. Auch das Gelbe Trikot ist für ihn in greifbarer Nähe. Seine Stärke wird er 2018 auch sicher beweisen wollen, weshalb mit ihm, aber natürlich auch mit Van Avermaet, unbedingt gerechnet werden muss.

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Bora-hansgrohe (GER)

An der Spitze des deutschen Bora-hansgrohe Teams steht der Slowake Peter Sagan. Der dreimalige Straßen-WM Sieger ist natürlich ein denkbar starker Kapitän, der auch dieses Jahr wieder ein heißer Kandidat für das Grüne Trikot ist. Immerhin hat er es sich schon fünf Mal erfahren können. Doch auch das restliche Team ist stark: Mit Kapitän Rafal Majka, der unter die Top 5 fahren möchte, hat Bora-hansgrohe einen der besten Bergfahrer im Team, der um das Bergtrikot kämpfen wird. Mit Marcus Burghardt findet sich auch ein Deutscher im Team, der sich beweisen möchte. Die entscheidende Frage ist jedoch: Wie werden die Helfer des Teams zwischen Sagan und Majka aufgeteilt werden? 

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Cofidis (FRA)

Das Team Cofidis ist einer der Wildcard Gewinner der diesjährigen Tour de France und vollkommen solide aufgestellt. Zum Gründungskader des Teams gehörte sogar einmal Lance Armstrong, der aber aufgrund seiner Krebserkrankung nie ein Rennen für Cofidis fuhr. Dafür stellt das Team heute mit Rayane Bouhanni einen der jüngsten Rennfahrer der Tour. Zwar fährt er keineswegs um die vorderen Plätze mit, was auch für die restlichen Fahrer gilt, aber das französische Team bietet für die kommenden Jahre sicher viel Potential nach oben. Mit Anthony Perez und José Herrada sind zwei Athleten dabei, die vielleicht den ein oder anderen überraschen könnten. 

Direct Énergie (FRA)

Beim Team Direct Énergie handelt es sich um einen weiteren Wildcard Gewinner, der die großen Teams mit Sicherheit ärgern wird. Der junge Bergspezialist Lilian Calmejane konnte nämlich bei der Tour de France 2017 die 8. Etappe für sich entscheiden und bewies bei anderen Bergwertungen der UCI World Tour, dass man mit ihm rechnen muss. Ob er um das Gepunktete Trikot fahren wird, darf man zwar anzweifeln, aber man wird seinen Namen bestimmt noch öfters hören. 

FDJ (FRA)

Mit seinem zwanzigjährigen Bestehen gehört das Team FDJ fest zur Tour de France. Kein Wunder, dass sich eine große Fangemeinde um FDJ gebildet hat, die viel erwartet. Dabei wären die Rollen prinzipiell klar verteilt gewesen: Während Bergetappen übernimmt Thibaut Pinot die Kapitänrolle, bei Flachetappen führt Arnaud Démare. Allerdings wird das Team bei der Tour de France 2018 auf Star-Athlet Thibaut Pinot verzichten müssen, der sich beim Giro eine Lungenentzündung eingefangen hat. Es wird schwierig für das Team, da in der letzten Saison die meisten Siege auf die Kappe von Pinot und Démare gingen. Ob Arnaud Démare im Alleingang nochmals an diese Leistung anknüpfen kann, ist daher fraglich.  

Katusha-Alpecin (SUI)

Mit Marcel Kittel hat das Team Katusha-Alpecin die Sensations-Verpflichtung der Saison gemacht. Gerade beim Auftaktrennen spekuliert der sympathische Deutsche auf das Gelbe Trikot, was durchaus realistisch ist. Mit Ilnur Zakarin findet sich ein weiterer Klassementfahrer im Team, dem gerade die knackigen Bergwertungen gefallen dürften. Vielleicht kann er sogar am Gepunkteten Trikot schnuppern. Beide Top-Fahrer werden das Team als Kapitäne anführen. Erwähnen muss man natürlich noch Tony Martin, der wie gewohnt bei Zeitfahren eine ernsthafte Rolle spielen wird. Zusätzlich möchte er bei der Spezialetappe in Roubaix seine Marke auf dem harten Pflasterstein hinterlassen.  

Lotto NL-Jumbo (NED)

Das Team mit den gelben Trikots glänzte in der letzten Saison mit 71 Plätzen auf dem Podium. Das Highlight erfolgte allerdings bereits bei der Tour de France 2017, als Dylan Groenewegen die Etappe zum Champs-Elysées gewann. Primoz Roglic und Steven Kruijswijk hat Lotto NL-Jumbo aber noch weitere Fahrer im Gepäck, die viel Potenzial bieten. Zudem sind sie ideale Partner für Groenewegen, der diese Saison richtig angreifen wird.  

Lotto Soudal (BEL)

Das Lotto Soudal Team gibt dem 35-jährigen André Greipel die Chance, seinen zwölften Tour-Etappensieg zu holen. Gemeinsam mit dem deutschen Anfahrer Marcel Sieberg soll bei Flachetappen ordentlich angegriffen werden. Jasper De Buyst und Jens Keukeleire werden Greipel dabei ebenfalls unter die Arme greifen. Zudem fährt das Team noch den Etappenjäger Thomas De Gendt auf, der ordentlich Druck machen kann. Die restlichen Plätze werden von Tiesj Benoot, Jelle Vanendert und Tomasz Marczynski gefüllt. 

Mitchelton-Scott (AUS)

Mitchelton-Scott hat das Potential, 2018 eine der besten Mannschaften im Peloton zu werden. Kapitän Adam Yates konzentriert sich diese Saison nämlich vollkommen auf die Tour de France, wo er mit einem jungen Team im Nacken ordentlich angreifen will und auf das Gelbe Trikot schielt. Überraschend ist hingegen, dass Sprint-Ass und schnellster Michelton-Scott Athlet Caleb Ewan zu Hause bleiben wird. Das Team scheint sich wohl voll auf Adam Yates zu konzentrieren. Damit er sein ganzes Potenzial abrufen kann, stehen ihm Luke Durbridge, Mathew Hayman, Michael Hepburn, Jack Bauer, Damien Howson, Daryl Impey und Mikel Nieve als Helfer zur Seite.

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Quick-Step Floors (BEL)

Die Transferzeit verlief für Quick-Step Floors ehrlich gesagt miserabel. Mit Marcel Kittel haben sie nämlich den vermutlich besten Sprinter der Welt verloren. Durch die Abgänge von Tom Boonen, Matteo Trentin, Gianluca Brambilla, David de la Cruz und Daniel Martin wird das Team zusätzlich empfindlich geschwächt. Es ist kaum vorstellbar, dass so an die erfolgreiche Saison 2017 (satte 56 Siege) angeknüpft werden kann. Hier müssen es die jungen Wilden richten: Vielversprechende Kandidaten sind Julian Alaphilippe und Bob Jungels, die Erfolge bei der Vuelta a Espana und beim Giro d’Italia feiern konnten.

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Team Dimension Data (RSA)

Das Team Dimension Data trug im World Tour Ranking 2017 die rote Laterne, genauso wie im Jahr zuvor. Die Frage lautet nun: Wird es für 2018 besser? Hoffnung bringt der Experte für hügelige Etappen Tom-Jelte Slagter. Ihm dürfte die diesjährige Route der Frankreichrundfahrt gut liegen, weshalb er bestimmt vorne mitmischen wird. Wenn dann noch der hervorragende Sprinter Mark Cavendish einen Zahn zulegt, könnte das Team Dimension Data diese Saison tatsächlich das Schlusslicht abgeben. 

Entdecke unsere Cervélo Rennräder.

Team EF Education First-Drapac (USA)

Nur Uran kann das Team EF Education First-Drapac retten. Diese Schlagzeile liest man nach einigen empfindlichen Abgängen des Teams recht häufig. Natürlich brauchen die US-Amerikaner aber keine atomare Hilfe – Die Rede ist vom Kolumbianer Rigoberto Uran. Seine Form wird besonders wichtig sein und über Erfolg und Misserfolg des Teams entscheiden. Zwar besteht das restliche Team ebenfalls aus namenhaften Fahrern wie Simon Clarke, Taylor Phinney, Pierre Rolland und Sep Vanmarcke. Allerdings haben sie allesamt ihre besten Tage schon hinter sich, weshalb sie 2018 nicht vorne mitspielen werden. Es wird also eine große Herausforderung für Rigoberto Uran.  

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Team Fortuneo – Samsic (FRA)

Mit dem Bergspezialisten Warren Barguil hat sich Team Fortuneo – Samsic einen echten Hochkaräter gesichert. Der schnelle Franzose überzeugte bei der 13. Etappe der Tour 2017 mit einem überragenden Finish. Auch dieses Jahr ist daher mit vielen Angriffen zu rechnen, die alle Favoriten ganz schön ärgern könnten und Barguil um das Gepunktete Trikot fahren lassen. Ob er mit dem mittelmäßig besetzten Team Fortuneo – Samsic wirklich vorne mitmischen können wird, muss sich zeigen. Egal wie die Saison 2018 läuft – Barguil sollte man für die kommende Zeit definitiv im Auge behalten. Bei ihm ist noch viel Entwicklungspotenzial vorhanden.  

Team Sunweb (GER)

Für Sunweb war 2017 eine besonders gute Saison: Giro-Titel, Team-Weltmeister, Zeitfahrweltmeister, Gepunktetes und Grünes Trikot bei der Tour de France – die Erfolge wollten nicht abreißen. Leider hat der Bergspezialist Warren Barguil das Team verlassen und konnte nicht gleichwertig ersetzt werden. Ob die Tour de France 2018 also wieder Trikots bereithalten wird, ist fraglich. Denn auch der Gewinner des Grünen Trikots, Michael Matthews, wird es schwer haben, wenn Sagan, Kittel, und Cavendish diese Saison auf der Höhe ihrer Kräfte sind. Sunweb wird einen großen Teil seiner Hoffnung daher auf Tom Dumoulin setzen, der 2017 den Giro für sich entscheiden konnte. Ob das reicht, muss sich allerdings zeigen. Der junge Niederländer hat auf alle Fälle viel Potential.  

Entdecke unsere Giant Rennräder.

Trek-Segafredo (USA)

Das Team Trek-Segafredo muss diese Saison einen besonders prestigeträchtigen und empfindlichen Verlust hinnehmen: Alberto „El Pistolero“ Contador verlässt die US-Amerikanische Mannschaft. Zudem hängen die erfahrenen Profis Haimar Zubeldia und Jesus Hernandez ihr Rad an den Nagel. Nach einer durchwachsenen Saison, die zwar mit einem fünften Platz im World Tour Ranking, aber ohne allzu viele große Siege beendet wurde, wird es für das Team auch dieses Jahr extrem schwer. Bei den Klassikeretappen und Massensprints könnte Trek-Segafredo allerdings für ein wenig Wirbel sorgen, wo insbesondere John Degenkolb angreifen wird. 

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UAE Team Emirates (UAE)

Nachdem bei UAE Team Emirates viel Hoffnung in Fabio Aru gesetzt wurde, enttäuschte dieser beim Giro 2018. Nachdem er nicht nur schlecht fuhr, sondern auch noch eine Zeitstrafe bekommen hatte, wurde es beinahe peinlich. Nun scheinen Konsequenzen daraus gezogen worden zu sein: Fabio Aru tritt nicht bei der Tour de France 2018 an. Mit Daniel Martin und Alexander Kristoff kann die Mannschaft aber auf zwei weitere Top-Fahrer setzen, die durchaus vorne mitmischen könnten. Ohne Aru wird es aber dennoch schwer werden, ein sehr gutes Ergebnis zu erzielen.  

Wanty – Groupe Gobert (BEL)

Obwohl Guillaume Martin der erfolgreichste Fahrer des Wildcard Gewinner-Teams Wanty – Groupe Gobert ist, wird er bei der Tour de France 2018 nicht antreten. Man muss also kein Hellseher sein, um zu vorauszusagen, dass die Mannschaft höchstwahrscheinlich nicht ganz vorne mitspielen wird. Dennoch haben sie mit Andrea Pasqualon einen Fahrer in den Reihen, der bereits diese Saison einige Erfolge bei der UCI Europe Tour feiern konnte. Er wird daher hochmotiviert in die Frankreichrundfahrt starten. Auch Thomas Degand könnte den ein oder anderen Fahrer im Mittelfeld ärgern, was mit Sicherheit einige Spannung verspricht.  

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

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Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

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