Nov 27

Rennrad oder Cyclocross? Welches Bike passt zu dir?

Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe unserer Beratungs-Serie, in der wir uns auch heute wieder mit zwei spannenden Bike-Typen beschäftigen: auf der einen Seite das Rennrad, vielleicht DER Bike-Klassiker schlechthin, auf der anderen Seite das Cyclocross, ein Rad, das sich aufgrund seiner Vielseitigkeit immer größerer Beliebtheit erfreut.

Stellt man ein Rennrad und ein Cyclocross nebeneinander, so scheinen sie auf den ersten Blick nahezu identisch zu sein. Vor allem der markante gebogene Lenker fällt bei beiden Bike-Typen direkt ins Auge. Dementsprechend ist auch die Sitzposition, die die Fahrer einnehmen, sehr ähnlich. Aber wie so oft liegen die Unterschiede im Detail und sind zudem größer, als man zunächst denken mag.

Wie immer soll unser RADgeber dazu dienen, dir bei der schwierigen Suche nach dem richtigen Bike zu helfen. Da jeder Mensch andere Erwartungen an ein Fahrrad stellt, werden wir dir zunächst die wesentlichen Merkmale von Rennrädern und Cyclocross-Rädern vorstellen. Anschließend präsentieren wir dir in Form einer kleinen Tabelle die spezifischen Vor- und Nachteile der beiden Bike-Typen. In einem kleinen Fazit werden wir dir dann erläutern, für wen sich eher die Anschaffung eines Rennrad empfiehlt und für wen die eines Cyclocross.

Fragen, Anregungen und Bemerkungen kannst du natürlich gerne in die Kommentare posten!

Was ist ein Rennrad?

Rennrad © Fahrrad XXL

Rennrad © Fahrrad XXL

Auch wenn keine einheitliche Definition des Rennrades existiert, gibt es einige wesentliche Merkmale, die bei allen Rennrädern zu finden sind, so etwa der gebogene Lenker, der schlanke Rennsattel sowie schmale Felgen und Reifen. Diese extrem sportliche Bauweise dient nur einem einzigen Zweck: Radfahren mit Höchstgeschwindigkeit! Nicht von ungefähr kommt es, dass Rennräder auf Geraden Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen können.

Um derartig hohe Geschwindigkeit zu erreichen, ist es essenziell, bei der Konstruktion so viel Gewicht wie nur möglich einzusparen. Daher werden bei einem Rennrad nur solche Teile verbaut, die zum Fahren zwingend erforderlich sind. Dies wiederum bedeutet, dass Teile wie Schutzbleche oder Gepäckträger in der Grundausstattung eines Rennrads nicht vorhanden und nachträglich zum Teil nur schwer zu montieren sind. In der Regel beträgt das Gewicht eines Rennrads zwischen 6 und 9 kg.

Die totale Fixierung auf Geschwindigkeit und die radikale Gewichtsreduktion haben allerdings auch Nachteile: Rennräder verfügen üblicherweise nicht über eine Ausstattung gemäß StVZO. Teile wie Klingel, Vor- und Rücklicht sowie verschiedene Reflektoren müssen daher separat gekauft werden und verursachen zusätzliche Kosten.

Was ist ein Cyclocross?

Cyclocross

Cyclocross

Beim Cyclocross handelt es sich zunächst um eine eigene Disziplin im Radsport, für die sich auch die Bezeichnungen Rad-Cross oder Querfeldein-Fahren eingebürgert haben. Beim Cyclocross kommt ein spezielles Bike zum Einsatz, das Cyclocross-Fahrrad (oder kurz: Cyclocross). Dieses Bike sieht auf den ersten Blick wie ein Rennrad aus. Allerdings gibt es einige wesentliche Unterschiede, die dem Geländeeinsatz des Cyclocross geschuldet sind. Auffällig ist zum einen die Stollenbereifung, die dem Rad selbst auf schwierigem Untergrund eine gute Bodenhaftung ermöglicht. Zum anderen liegt das Tretlager ein wenig höher, um offroad mehr Bodenfreiheit zu ermöglichen. Naturgemäß ist auch der Rahmen des Cyclocross deutlich stabiler konstruiert als der eines Rennrads. Zudem werden beim Cyclocross Bremsen verwendet, die im Gegensatz zur herkömmlichen Rennradbremse mehr Reifendurchlass bieten.

Der große Vorteil des Cyclocross beruht eindeutig auf seiner Vielseitigkeit. So kann es nicht nur bei rasanten Fahrten im Gelände glänzen, sondern auch bei widrigen Witterungsverhältnissen: Selbst bei schwierigen Straßenverhältnissen, etwa bei Nässe oder Glätte, behält das Fahrrad seine guten Fahreigenschaften. Und in den warmen Monaten lässt sich ohne große Probleme eine klassische Rennradbereifung montieren, so dass das Cyclocross auch als Rennrad – wenngleich etwas schwerer und robuster – genutzt werden kann.

Achtung: Auch das Cyclocross verfügt in der Regel nicht über eine Ausstattung gemäß StVZO und muss entsprechend nachgerüstet werden.

Vor- und Nachteile beider Bikes auf einen Blick

  Vorteile Nachteile
Rennrad
  • geringeres Gewicht durch leichtere Bauweise
  • höhere Geschwindigkeiten möglich
  • Einsatz nur auf onroad Strecken
  • schlechtere Fahreigenschaften bei Nässe oder Glätte
  • Teile wie Schutzbleche i.d.R. schwieriger zu installieren
Cyclocross 
  • universeller einsetzbar (auch im Gelände)
  • bei Nässe oder Glätte mit besseren Fahreigenschaften
  • Teile wie Schutzbleche i.d.R. einfacher zu installieren
  • höheres Gewicht durch robustere Bauweise
  • niedrigere Geschwindigkeit

Fazit

Um die richtige Entscheidung zwischen Rennrad und Cyclocross zu treffen, solltest du dich zunächst fragen, welcher Bike-Typ du eigentlich bist und wo du dein Fahrrad einsetzen möchtest. Bist du auf der Suche nach einem ultraleichten Fahrrad, das höchste Geschwindigkeiten erzielen und in Radrennen zum Einsatz kommen kann, dürfte das Rennrad die richtige Entscheidung sein. Suchst du hingegen ein Rad, mit dem du trotz einer etwas robusteren Bauweise zügig vorankommst und das darüber hinaus aufgrund seiner Allround-Qualitäten insgesamt etwas alltagstauglicher ist, könnte ein Cyclocross ideal für dich sein.

Wie auch immer deine Entscheidung ausfällt: Wir wünschen dir viel Spaß mit deinem neuen Bike!

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Über den Autor

Fährt gerne: Road

Bikes: Focus Izalco Chrono Max 3.0, Giant TCR Advanced, Giant TCR Composite

Lieblings-Radrevier: Allgäu, Schwarzwald, Wetterau, Vogelsberg

5 Kommentare

  1. Volker Schmidt
    5. April 2016 at 09:01 · Antworten

    Welche Rennradreifen empfehlen Sie für ein Cyclocross Rad?
    Ich fahre ein Focus Mares AX Disc 105 mit Concept EX Laufrädern und
    Schwalbe Rocket Ron Focus Edition 622 X 33 Reifen. Ich möchte nun für den Sommer und nur für die Straße Rennradreifen montieren und bin mir nicht sicher, welche Reifen am besten geeignet sind.

    Danke im Voraus für Ihre Antwort.

    Mit freundlichen Grüßen
    Volker Schmidt

    • Melanie
      14. April 2016 at 13:00 · Antworten

      Lieber Volker,

      wende dich bitte zu dieser Frage an unser Serviceteam. Gerne per E-Mail an service@fahrrad-xxl.de.

      Beste Grüße
      Dein Fahrrad XXL-Team

  2. Sebastian Hopfe
    10. September 2017 at 15:45 · Antworten

    Danke für den guten Bereich Über diese beiden Fahrrad-Typen. Also zusätzlichen Hinweis kann man jedoch noch erwähnen, dass man auf den meiste Cyclo-Crosser’n eine leicht aufrechtere Position einnimmt und damit etwas mehr Komfort erlagt. Dies ist speziell bei längeren Fahrten und vor allem für Radsporteinsteiger angenehmer. Dies ist jedoch auch der Grund, warum man mit einem Rennrad schneller fahren kann, da hier eine wesentlich sportlichere Position auf dem Rad eingenommen wird.

    Neben den breiteren Reifen ist dies unter anderen bei mir ein Entscheidungsmerkmal gewesen.

    • Sebastian Hopfe
      10. September 2017 at 15:53 · Antworten

      Zusatz:

      In den meisten Fällen lässt sich bei einem Rennrad auch kein Schutzblech und Gepäckträger direkt am Rahmen verbauen (durch die fehlenden Ösen und den kaum vorhanden Platz zwischen Reifen und Rahmen). Falls man also sein Rennrad StVZO fähig machen möchte, fallen einige Dinge komplett weg.

      Ein Cyclo-Cross wird mittlerweile schon von Werk aus als StVZO fähig verkauft. Entsprechender Platz und Ösen sind meistens am Rahmen vorhanden. Dies sollte hier noch erwähnt werden.

  3. Martin
    29. Januar 2018 at 09:36 · Antworten

    Was haben Schutzbleche und Gepäckträger mit StVZO zu tun? Dachte dabei geht’s um Licht, Klingel, Bremsen….

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