Herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe unserer Beratungs-Serie, in der wir uns auch heute wieder mit zwei spannenden Bike-Typen beschäftigen: Auf der einen Seite das Rennrad, vielleicht DER Bike-Klassiker schlechthin, auf der anderen Seite das Cyclocross, ein Rad, das sich aufgrund seiner Vielseitigkeit immer größerer Beliebtheit erfreut.

Stellt man ein Rennrad und ein Cyclocross nebeneinander, so scheinen sie auf den ersten Blick nahezu identisch zu sein. Vor allem der markante gebogene Lenker fällt bei beiden Bike-Typen direkt ins Auge. Dementsprechend ist auch die Sitzposition, die die Fahrer einnehmen, sehr ähnlich. Aber wie so oft liegen die Unterschiede im Detail und sind zudem größer, als man zunächst denken mag.

Wie immer soll unser RADgeber dazu dienen, Ihnen bei der schwierigen Suche nach dem richtigen Bike zu helfen. Da jeder Mensch andere Erwartungen an ein Fahrrad stellt, werden wir Ihnen zunächst die wesentlichen Merkmale von Rennrädern und Cyclocross-Rädern vorstellen. Anschließend präsentieren wir Ihnen in Form einer kleinen Tabelle die spezifischen Vor- und Nachteile der beiden Bike-Typen. In einem kleinen Fazit werden wir Ihnen dann erläutern, für wen sich eher die Anschaffung eines Rennrad empfiehlt und für wen die eines Cyclocross.

Fragen, Anregungen und Bemerkungen können Sie natürlich gerne in die Kommentare posten!

Was ist ein Rennrad?

Rennrad © Fahrrad XXL

Rennrad © Fahrrad XXL

Auch wenn keine einheitliche Definition des Rennrades existiert, gibt es einige wesentliche Merkmale, die bei allen Rennrädern zu finden sind, so etwa der gebogene Lenker, der schlanke Rennsattel sowie schmale Felgen und Reifen. Diese extrem sportliche Bauweise dient nur einem einzigen Zweck: Radfahren mit Höchstgeschwindigkeit! Nicht von ungefähr kommt es, dass Rennräder auf Geraden Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h erreichen können.

Um derartig hohe Geschwindigkeit zu erreichen, ist es essenziell, bei der Konstruktion so viel Gewicht wie nur möglich einzusparen. Daher werden bei einem Rennrad nur solche Teile verbaut, die zum Fahren zwingend erforderlich sind. Dies wiederum bedeutet, dass Teile wie Schutzbleche oder Gepäckträger in der Grundausstattung eines Rennrads nicht vorhanden und nachträglich zum Teil nur schwer zu montieren sind. In der Regel beträgt das Gewicht eines Rennrads zwischen 6 und 9 kg.

Die totale Fixierung auf Geschwindigkeit und die radikale Gewichtsreduktion haben allerdings auch Nachteile: Rennräder verfügen üblicherweise nicht über eine Ausstattung gemäß StVZO. Teile wie Klingel, Vor- und Rücklicht sowie verschiedene Reflektoren müssen daher separat gekauft werden und verursachen zusätzliche Kosten.

Was ist ein Cyclocross?

Cyclocross

Cyclocross

Beim Cyclocross handelt es sich zunächst um eine eigene Disziplin im Radsport, für die sich auch die Bezeichnungen Rad-Cross oder Querfeldein-Fahren eingebürgert haben. Beim Cyclocross kommt ein spezielles Bike zum Einsatz, das Cyclocross-Fahrrad (oder kurz: Cyclocross). Dieses Bike sieht auf den ersten Blick wie ein Rennrad aus. Allerdings gibt es einige wesentliche Unterschiede, die dem Geländeeinsatz des Cyclocross geschuldet sind. Auffällig ist zum einen die Stollenbereifung, die dem Rad selbst auf schwierigem Untergrund eine gute Bodenhaftung ermöglicht. Zum anderen liegt das Tretlager ein wenig höher, um offroad mehr Bodenfreiheit zu ermöglichen. Naturgemäß ist auch der Rahmen des Cyclocross deutlich stabiler konstruiert als der eines Rennrads. Zudem werden beim Cyclocross Bremsen verwendet, die im Gegensatz zur herkömmlichen Rennradbremse mehr Reifendurchlass bieten.

Der große Vorteil des Cyclocross beruht eindeutig auf seiner Vielseitigkeit. So kann es nicht nur bei rasanten Fahrten im Gelände glänzen, sondern auch bei widrigen Witterungsverhältnissen: Selbst bei schwierigen Straßenverhältnissen, etwa bei Nässe oder Glätte, behält das Fahrrad seine guten Fahreigenschaften. Und in den warmen Monaten lässt sich ohne große Probleme eine klassische Rennradbereifung montieren, so dass das Cyclocross auch als Rennrad – wenngleich etwas schwerer und robuster – genutzt werden kann.

Achtung: Auch das Cyclocross verfügt in der Regel nicht über eine Ausstattung gemäß StVZO und muss entsprechend nachgerüstet werden.

Vor- und Nachteile beider Bikes auf einen Blick

  Vorteile Nachteile
Rennrad

© javier brosch

© javier brosch

  • geringeres Gewicht durch leichtere Bauweise
  • höhere Geschwindigkeiten möglich
  • Einsatz nur auf onroad Strecken
  • schlechtere Fahreigenschaften bei Nässe oder Glätte
  • Teile wie Schutzbleche i.d.R. schwieriger zu installieren
Cyclocross 

© javier brosch

© javier brosch

  • universeller einsetzbar (auch im Gelände)
  • bei Nässe oder Glätte mit besseren Fahreigenschaften
  • Teile wie Schutzbleche i.d.R. einfacher zu installieren
  • höheres Gewicht durch robustere Bauweise
  • niedrigere Geschwindigkeit

Fazit

Um die richtige Entscheidung zwischen Rennrad und Cyclocross zu treffen, sollten Sie sich zunächst fragen, welcher Bike-Typ Sie eigentlich sind und wo Sie ihr Fahrrad einsetzen möchten. Sind Sie auf der Suche nach einem ultraleichten Fahrrad, das höchste Geschwindigkeiten erzielen und in Radrennen zum Einsatz kommen kann, dürfte das Rennrad die richtige Entscheidung sein. Suchen Sie hingegen ein Rad, mit dem Sie trotz einer etwas robusteren Bauweise zügig vorankommen und das darüber hinaus aufgrund seiner Allround-Qualitäten insgesamt etwas alltagstauglicher ist, könnte ein Cyclocross ideal für Sie sein.

Wie auch immer Ihre Entscheidung ausfällt: Wir wünschen Ihnen viel Spaß mit Ihrem neuen Bike!

Rennrad oder Cyclocross? Welches Bike passt zu Ihnen?
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