Gern belächelt, aber ziemlich praktisch: Das Faltrad bietet viele Vorteile und wird immer beliebter, speziell im Berufsverkehr, aber auch für Kurzurlaube und mehr.

Was hat zwei Räder, flitzt durch die Stadt und lässt sich bei Bedarf im Handumdrehen auf die Größe eines Handgepäcks reduzieren? Richtig: das Faltrad. Ein kleines, praktisches Fahrrad und doch mit vielen Vorurteilen überladen: Es sei zu klein, sehe komisch aus, fahre sich schlecht und sei sowieso gar kein richtiges Fahrrad. Alles Quatsch, weiß Hans-Joachim Zöller zu berichten. Er schätzt die zahlreichen Vorteile des Faltrads – am liebsten gemeinsam mit seiner Frau. „Wir haben vor einigen Jahren zufällig am Marktplatz in Bonn beobachtet, wie zwei Senioren ihre Brompton-Faltäder zusammengeklappt haben. Im Nu hatten sie die Fahrräder auf erstaunlich kompakte Maße reduziert. Wir waren beeindruckt. Das wollten wir auch haben“, berichtet er. Heute ist Familie Zöller voll überzeugt von den kleinen Klappern. „Auf flachem oder leicht welligem Terrain rollt es sich wunderbar. Auch im Stadtverkehr ist das Faltrad ein idealer Begleiter, vor allem in Kombination mit dem öffentlichen Nahverkehr“, erklärt er.

>Umsonst in Bus und Bahn

Genau dieses Zusammenspiel mit anderen Verkehrsmitteln ist der vielleicht größte Vorteil des Faltrads. Denn im Gegensatz zum herkömmlichen Fahrrad braucht es nur wenig Raum und findet so fast immer noch einen Platz in Bus und Bahn. Zumal es hier in gefaltetem Zustand als Gepäckstück gilt, für das keine zusätzlichen Beförderungskosten anfallen. Dieses Privileg nutzen speziell immer mehr Pendler auf dem Weg zur Arbeit aus. Doch auch für die Fahrt in den Urlaub oder für den kurzen Wochenendtrip eignet sich das Faltrad besonders gut. „Zusammengeklappt lässt es sich etwa völlig problemlos im Kofferraum transportieren. So kann man das Auto für die Anfahrt zur Wochenendtour nutzen, um dann vor Ort mit dem Faltrad die Natur zu genießen“, berichtet Faltrad-Fan Zöller. Spätestens seit dem Jahrtau – sendwechsel wird das Faltrad in Deutschland immer beliebter. Großen Anteil daran hat auch die Marke Birdy, unter denen der Fahrradhersteller Riese und Müller seit Mitte der 1990er Jahre qualitativ hochwertige Falträder mit Vollfederung anbietet.

>Lange Historie

Die Idee des Faltrads reicht allerdings deutlich weiter zurück als ein paar Jahrzehnte. Bereits im Jahre 1878 patentierte der Brite William Grout ein zerleg- und zusammenklappbares Hochrad. Und nur 18 Jahre später wurde bereits das erste an heutige Modelle erinnernde Faltrad mit Diamantrahmen und Luft – reifen patentiert. Seinen ersten Boom erlebte das damals noch Klapprad genannte Gefährt in den 1960er und 1970er Jahren. Sowohl in der Bundesrepublik als auch der in DDR eroberte es große Marktanteile. Allerdings waren viele Modelle von minder – wertiger Qualität, so dass die Begeisterung bald nachließ. Doch heute ist das Faltrad wieder da. Namhafte Hersteller wie Tern, Riese und Müller, Dahon und Brompton bieten eine breite Palette an Falträdern. Vom einfachen City-Flitzer über voll ausgestattete Tourenräder bis zu echten Falt-Sportlern mit hochwertiger Schaltung und Scheibenbremsen. Der jüngste Trend: Das Elektro-Faltrad. Vorteil: Der Elektromotor verleiht dem kleinen Rad Flügel. Nachteil: Durch das erhebliche Mehrgewicht büßt das Faltrad einen wesentlichen Vorteil ein und wirkt weit weniger transportabel.

>Artverwand: das Kompaktrad

Kleine Laufräder, kompakte Abmessungen: Auf den ersten Blick ähnelt das Kompaktrad dem Faltrad stark. Wesentlicher Unterschied: Es lässt sich nicht zusammenklappen. Dafür zeigt es sich in aller Regel etwas fahrstabiler als der faltbare Bruder. So ist das Kompaktrad vor allem für Menschen mit eingeschränktem Platzangebot, etwa in der Stadtwohnung ohne Keller, eine Alternative.

>Tipp

Darauf solltest du beim Faltrad achten: Faltbarkeit: Ganz klar, ein gutes Faltrad muss sich schnell und einfach zusammen- und auseinanderfalten lassen. Lassen Sie sich vom Verkäufer zeigen, wie es geht – und probieren Sie es gleich selbst aus. Gewicht: Damit Sie die Vorteile des Faltrades – etwa im Berufsverkehr – voll nutzen können, sollte es gut zu greifen und nicht zu schwer sein. Denn was nutzt ein schön zusammengefaltetes Rad, wenn Sie es nicht vernünftig tragen können? Abmessungen: Die Größe des Faltrades wird vor allem von der Größe der Laufräder bestimmt. Je größer die Räder, desto besser fährt sich das Faltrad in der Regel. Allerdings braucht es dann auch mehr Platz. Für Bahn-Pendler mit eher kurzen Fahrtwegen empfehlen sich Modelle mit kleineren Laufrädern (16 – 20 Zoll). Wer auch mal längere Touren mit dem Faltrad fahren will, ist unter Umständen mit größeren Laufrädern (24 – 26 Zoll) besser beraten. Ausstattung: Achten Sie darauf, dass die Ausstattung zum Einsatzzweck passt. Wollen Sie beispielsweise auch mal in hügeligem Gelände fahren, lohnt sich eine Gangschaltung mit höherer Übersetzungsbandbreite. Für den Einsatz im Alltag wiederum sind etwa Schutzblech, Beleuchtung und Gepäckträger wichtig. Praktisch ist auch eine Tasche, in der sich das zusammengeklappte Rad transportieren lässt.

 

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