Eurasien Tour 2009 - Mainz nach Tel Aviv

- Jeremy B., Florian W. und Martin B.
Von Mitte Juli bis Ende September 2009 begleiteten wir an dieser Stelle eine spektakuläre Radtour von drei Jungen Männern aus Mainz:
Jeremy Boissel (30 J. Umwelttechnikstudent, Mitarbeiter bei Fahrrad-XXL), Florian Weber (19 J. Abiturient) und Martin Boitz (31 J. Elektrotechnikstudent)
Lesen Sie von den Eindrücken der außergewöhnliche Reise im Blog-Tagebuch der Abenteurer: 5.900 km, 39.000 Höhenmeter, 2 Kontinente und 11 Länder in 72 Tagen!
Ein CARVER Pure 170 war auch mit am Start und hat sich harten Tests und Langstreckenbelastungen unterziehen müssen.
| Kurzübersicht | |
|---|---|
| Start in Mainz: | 14. Juli 2009 |
| Ende in Tel Aviv: | September 2009 |
| Gesamtkilometer: | ca. 5.900 km |
| Tourverlauf: | Deutschland → Österreich → Slowakei → Ungarn → Rumanien → Bulgarien → Türkei → Syrien → Jordanien → Palästina → Israel |
05. Oktober: 12. Etappe - 10 Wochen hin, 4 Stunden zurück!
Aus Jeremy's Tagebuch... |
Eurasien 2009: von Mainz nach Tel Aviv Etappe 12: von Jericho nach Tel Aviv |
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Aus Florian's Tagebuch...
Achtung, nun kommt ein Text der mal den täglichen Rhythmus für ein paar Minuten anhalten soll, wer darauf keine Lust hat, soll’s einfach sein lassen und weiter jammern wie schlecht es uns in dieser Gesellschaft geht...
Auf unserer kleinen Radtour durften wir im Zielland Israel/Palästina einige echt spannende Tage genießen. Die beiden Völker, Israelis und Palästinenser, die ständig miteinander im Dauer-Ausnahme-Zustand leben, waren für uns verwöhnte Europäer schon etwas besonderes. So konnten wir uns vor Ort ein Bild von der Lage machen. Da wir auch durch Gebiete wie Westjordanland, Jericho, Bethlehem und Palästina fuhren, bekamen wir ganz neue und andere Einblicke als die Gewohnten aus den Nachrichten!
Klar ist es etwas anderes, wenn Europäer dieses Land bereisen. Doch wir bekamen auch hier große Gastfreundschaft besonders im Gebiet der Palästinenser zu spüren. An dieser Stelle will ich natürlich nicht die Grüße eines Palästinensers an die Deutschen vergessen...
Es war wie in zwei unterschiedlichen Welten: in Israel ist ein großer Wohlstand zu spüren. Leider habe ich es so empfunden, dass damit auch die Gastfreundschaft rapide abnimmt! In Jericho(Palästina) war dies wie verwandelt und wir wurden herzlich von den Arabern, die deutlich weniger Wohlstand vorzuweisen hatten, empfangen. Mir ist aufgefallen, dass die Freundlichkeit mit steigendem Wohlstand abnimmt! Das ist traurig, denn wenn wir wüssten wie gut es uns geht müssten wir sooo überfreundlich sein. Doch die Realität sieht leider ganz anders aus. So jedenfalls habe ich das auf der Reise empfunden.
Man sollte einfach mal darüber nachdenken...
Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit, nun können sie sich wieder den "wichtigen" Themen des Alltags widmen und sich überlegen ob sie sich das neue iPhone holen sollen oder nicht... - Florian
Aus Martin's Tagebuch...
Jetzt bin ich schon eine Woche zu Haus und durfte schon das ein oder andere reflektieren.
Wollte noch einmal¸ über 2 Dinge schreiben die mir besonders im Nachhall im Gedächtnis geblieben sind. Das eine war der CHECKPOINT Jerusalem/Bethlehem und das andere war der letzte CHECK am Flughafen in Tel Aviv.
Also alle die es noch nicht wussten, ich bin ein Sachse und wurde in der Zonen Zeit geboren. Konnte somit als Kind miterleben wie die Mauer in Berlin stand und später zu einem Mahnmal für alle Generationen wurde. Wir hatten ja gerade den 3. Oktober, wo wir die Wiedervereinigung feiern, als ein Zeichen der Versöhnung, wo vorher kalte Stille und großes Schweigen durch Furcht herrschte und dadurch, dass man sich auch irgendwann nichts mehr zu sagen hatte.
Da standen wir nun vor der, nicht zu überwindenden Mauer und wollten nach Bethlehem. An der Israelitischen Seite war die Mauer ganz grau und nicht bemalt oder beschmiert. Die Menschen die den Übergang passierten, wurden alle äußert gut kontrolliert. Wir allerdings durften zügig durchfahren zumindest das erste mal, mir war dabei ziemlich übel aus verschiedenen Gründen.
Als man dann auf der anderen Seite war, konnte man viele „Anti-Mauer“ Sprayereien beobachten. Manche ziemlich treffend, manche ziemlich verzweifelt und andere wiederum einfach dumm, wir haben einige Fotos geschossen, worauf man dies gut erkennen kann. Bei der Rückfahrt später, mussten auch wir unsere Pässe zeigen.
Das zweite Erlebnis war dann der Flughafen. Wir wurden, ich weiß nicht mehr recht wie oft, aber auf jeden Fall ausreichend kontrolliert. Die Gepäckstücke mussten wir dann auch schon 3 mal in die Röntgenmaschine stecken, bevor wir dann ALLES doch auspacken mussten, dadurch sparten wir dann natürlich enorm Zeit ;-) . Entschuldigt bitte den Hauch von Ironie, aber was die Sicherheit angeht, so ist dort tatsächlich kein gesundes Maß mehr zu erkennen.
Nachdem Jeremy gut kontrolliert im Gebäude des Flughafens war und dann 5 min. später am gleichen Kontrolleur wieder vor die Tür ging um eine zu Rauchen, merkte man dieses Missverhältnis besonders deutlich. Der nette Mann der Jeremy ja gerade kontrolliert hatte und Ihn vor der Tür beobachten konnte, da nicht viel los war, sagte nun zu Jeremy als dieser wieder rein wollte, dass er ihn noch mal kontrollieren müsse. Ja und dies tat er dann auch. Dabei entwickelte sich noch ein interessantes Gespräch.
Der nette Mann von der Sicherheit fragte Jeremy ob Ihm Israel gefallen hätte.
Jeremy’s Antwort: „Ja gut!“. Darauf der Mann: „Israel is the best country in the hole world.“
Jeremy’s Antwort: „Yes, one of them“. Der Mann verzog etwas die Miene und lies ihn dann gehen.
Den Flug erreichten wir dann auch ziemlich knapp, da das Vorderrad an meinem Bike nicht so recht abgehen wollte wie die Leute der Sicherheit es gern gehabt hätten. Wer also mit dem Fahrrad Eincheckt, sollte auf jeden Fall Schnellspanner vorn installiert haben, da sonst das Bike nicht in die Maschine passt, wenn das Vorderrad noch dran ist.
Israel ist tatsächlich noch mal eine Reise wert und es hat viel zu bieten, nur braucht man eines bei dieser Landerkundung. ZEIT. - Martin
18. September: 11. Etappe - Es bleibt spannend!
Aus Martin's Tagebuch... |
Etappe 11: von Hama nach Jericho |
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Aus Florian's Tagebuch...
Endlich ab in nächste Land... Jordanien war unsere nächste Stadion um ins gelobte Land einzureisen. Direkt nach dem Eintritt nach Jordanien wurde ein gewisser Wohlstand gegenüber Syrien deutlich, das zeigte sich besonders in den Autos. Doch die Menschen waren weiterhin gewohnt cool und kamen zu uns und beschenkten uns freundlich. Da wir nur ein Tag in Jordanien waren haben wir nicht all zu viele Eindrücke sammeln können. Israel jedoch hat uns was die Kultur und das Menschliche betrifft komplett umgehauen. Es scheint wie eine Seifenblase hier, Israel als Seifenblase zwischen den ganzen Arabischen Staaten. Es ist ein großer Wohlstand zu spüren und billig ist es hier auf keinen Fall. Leider habe ich auch den Eindruck die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mit dem steigenden Wohlstand abnimmt. Hier in Jericho(Palästina) ist es jedoch wieder arabisch und eine coole Atmosphäre. Gestern waren wir am tiefsten Punkt der Welt, wir durften im Toten Meer schwimmen es liegt -417 unter Normal Null! Es war einfach faszinierend und unglaublich ich hätte niemals zuvor geglaubt das man so auf dem Wasser liegen kann und es sich wie schweben anfühlt. Um dort hinzukommen sind wir durch die Westbank, wie wir finden längst nicht so gefährlich wie es uns zuvor in den Medien erschien. An dieser Stelle soll ich freundliche Grüße an die Deutschen aus Palästina ausrichten, was ich natürlich nicht verheimlichen möchte. Doch es ist schön nun hier zu sein und wir machen uns nun auf den Weg nach Jerusalem, in nur 30 Km geht es von -400 auf ca. 1400 wir werden wieder schwitzten, was besonders hier in Israel enorm ist da es das heißeste Land bis jetzt ist. Doof nur wenn wir dann einen Platten bekommen und in Mitten der prallen Sonne den Reifen flicken müssen, dieses Erlebnis hatten wir nun schon achtzehn mal. es bleibt spannend... - Florian
Aus Jeremy's Tagebuch...
Retrospektive über Syrien: Was für ein Land! Was für ein Kulturschock! Ich würde Syrien nicht unbedingt als geeignetstes Radfahrerland bezeichnen... Weit davon entfernt. Dennoch sind die Syrier, wie fast alle Araber sehr aufgeschlossen und Gastfreundlich; gegen die Leute haben wir nichts auszusetzen aber gegen das Land. Die Straßen sind solide und flach, gut zu befahren. Leider sind die Autos und Lkws uralt; 90% würden den Deutschen TÜV nicht überstehen. Für die Lungen und Ohren eine echte Qual! Das Kommunizieren mit den Leuten ist erschwert, daher da sie kaum Englisch können und wir kein Arabisch. Natürlich herrscht hier auch ein Zweipreise System also heißt es handeln muss sein und die Syrier tun dies gerne. Syrien ist auch das billigste Land, welches wir bis jetzt bereist haben, z.B eine Packung Zigaretten kostet nur 0,80 Euros. Im Land kann man eine starke Kommunistische Prägung spüren. Der Präsident Al-Assada ist überall auf Plakaten, Monumenten und Autos zu sehen und riesige militärische Monumente sollen zeigen, dass Syrien stark, wachsam und bereit ist. Das Land ist komplett zugemüllt und die ständigen verschiedenen Gerüche von brennendem Müll und Reifen, Industrien und toten Tieren ist nicht gerade angenehm. Die einzige Stadt die sauber gehalten war, war Damaskus, wo wir wegen Krankheit zwei Tage geblieben sind. Damaskus ist ziemlich schön und sehenswert aber leider nicht wirklich für eine Europäer eine Reise wert. Es gibt auch jede Menge billige Fälschungen und gebrannte CDs und DVDs zu kaufen z.B "Alsada" ( Adidas Schuhe). Ein anderer schockierender Anblick sind die im ganzen Land zu sehende Halbbauten; halbfertige Gebäude, die einen wirtschaftlichen Boom gefolgt von einer Krise widerspiegeln. Sie stehen nun da wie lange noch kann Keiner sagen. Tabu hier ist das Wort "Israel" und wir sind sehr vorsichtig damit umgegangen. Im Internetcafé musste man sein Bildschirm verstecken. Beim Besuch auf Google Earth entdeckte man ein leeres Land, wo alle Stadtnamen von Israel entfernt wurden. Auch auf den Atlas und Landkarten wurde Israel abgeschnitten. Wir fühlten uns teilweise wie Spione und tauften "Israel" in "Mainz"um. So wurde "Jerusalem" zu "Mainz City" und "Haifa" zu "Winterhafen".
Alles in Allem war es die Erfahrung wert, trotzdem waren wir froh das Land zu verlassen, nicht wegen den Menschen aber wir waren alle gespannt die Grenzen zu überqueren. - Jeremy
08. September: 10. Etappe - Die Grenzen testen
Aus Martin's Tagebuch... |
Etappe 10: von Göksun nach Hama |
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Aus Florian's Tagebuch...
Was soll ich sagen, wo wenig Parallelen sind, ist der Vergleich schwer. Eines kann ich jedoch sagen, freundlicher und aufgeschlossener als die Europäer sind die Türken auf jeden Fall. Es ist die Art und Weise, wie z.b. gehupt wird, das ist kein hupen, wie hau ab sondern lediglich ein freundliches Grüßen und ein Achtung Auto von hinten. Jeder hier begrüßt sich hier mit Handschlag und alle sitzen gesellig beisammen. Die Jungen halten ihren Arm um die Schulter des älteren oder die eines Freundes. Der Respekt vor den älteren ist sehr groß.
Die Frauen haben im Haushalt "die Hosen an" , kochen und putzen und schmeißen den Laden. So durften wir es bei der Bauersfamilie erfahren, bei der wir herzlich Unterkunft, warme Mahlzeit und eine Dusche fanden durften als uns ein heftiger Sturm drohte. Es war krass zu sehen, dass die Fraun nicht am Tisch sitzen wenn gegessen wird, sie bekommen den Rest des Essens gesondert und dürfen es zu sich nehmen. So jedenfalls war es hier der Fall. Man kann natürlich nicht wisse ob die Bauern in Deutschland, welche sicherlich mit mehr Wohlstand leben genauso gastfreundlich und großzügig sind, aber die Menschen hier, welche nicht soviel haben sind dafür umso freundlicher und hilfsbereiter als wir. Das steht fest! Man kann es vielleicht darauf schieben, dass wir fremd oder europäisch aussehen, doch ist es bei uns normal, dass wir in Mainz Menschen fragen wo sie hin möchten, oder laden sie auf einen Tee ein? Ich finde und versuche es, dass man dieses Verhalten einmal überdenken sollte, dabei meine ich die Art und Weise... - Florian
Aus Jeremy's Tagebuch...
SALAMUALEIKUM Endlich haben wir unser neuntes Land erreicht; Syrien. Drei Wochen lang hat die Türkei und begleitet oder sagen wir lieber, wir durften Gäste der Türkei sein, ein Land was uns Alle für immer prägen wird. In Kakamish bei dem erste Grenzübergang Versuch haben wir das beste Zeltlager unserer Tour bekommen; am Fluss Euphrat. Wer den Fluss nicht kennt, er ist ein sehr altes und bedeutendes Gewässer, der von Erzählungen von Menschheitsbeginn durch Babylon floss. Das Wasser war sehr klar, sodass man auch an die tiefsten Stellen am Boden schauen konnte, ein Gemisch aus Steinen und Pflanzen. Wirklich erfrischend und wohltuend war das Wasser, ein Genuss für uns, die öfters trocken campen müssen. Der Euphrat zeichnete auch den östlichsten Punkt den wir bereisten aus, denn danach geht es nur noch Süd-West.
Unsere letzten Tage in der Türkei waren auch ziemlich anstrengend. Da wir westlich gefahren sind haben wir mit starkem Gegenwind und heißem Wetter kämpfen müssen. Heißes Wasser zu trinken ist zwar kein Vergnügen, vor allem weil der Schweiß durch den Wind sofort getrocknet ist und wir dadurch keine Durstgefühl hatten. Dennoch zwangen wir uns zu trinken. Zum Glück gibt es für uns immer kalte Cola und Fanta zu kaufen, welches bei getaner Arbeit umso besser schmeckt.
Nun in Syrien sind wir weiter gespannt wie Land und Menschen sind. Bis jetzt wurden wir bereits wieder mit Feigen und Freundlichkeit beschenkt. Die Straßen sind wunderbar glatt und auch für uns Europäer mit Lateinische Buchstaben ausgeschildert. Zugemüllt ist das Land leider sehr stark, außerdem brennt der Geruch von toten Tieren immer wieder in der Nase. Unser neuer Kurs Damaskus und versuchen wir unser Glück über die Golanhöhen nach (ich darf es nicht erwähnen) Israel zu gelangen. - Jeremy
02. September: 9. Etappe - Wo's hoch geht, geht's auch runter
Aus Jeremy's Tagebuch... |
Etappe 9: von Polatli nach Göksun |
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Aus Florian's Tagebuch...
Gastfreundschaft!
Es bedeutet zum einen freundlich zu Gästen zu sein oder Freundschaften zu Gästen aufbauen oder zu pflegen. Auf alle Fälle ist dieser begriff positiv und erfrischend. Genau das ist es wenn man ein solch vielseitiges Land bereisen darf, dabei meine ich die Türkei. Als wir vor ein paar Tagen im Herzen der Türkei waren und am Ende des Tages Wasser einkaufen wollten, kamen wir in das Dörfchen Hymana, es war kurz vor 19Uhr. Es scharrten sich viele Kinder um uns und wir wurden von Erwachsenen zum Essen eingeladen. Es gab reichlich zu Essen für das ganze Dorf und für uns. Wir mussten uns weder anstellen, noch lange warten es war etwas unheimlich aber faszinierend zugleich. Wir wurden satt und konnten sogar noch ein Çay gratis genießen, während auf unsere Bikes aufgepasst wurde.
Es ist mittlerweile fast normal, dass wir täglich etwas geschenkt bekommen, Gemüse und Obst. Letztens wollten wir in einem Supermarkt Gemüse kaufen, doch es gab keines, kurzum wurden wir von einem Türken in einen Garten gefahren und konnten uns Gemüse und Obst satt aussuchen natürlich gratis. Als ich heute einen kleinen Sturz hatte, da ich die Kurve nicht mehr bekam hatte ich ein Paar Schürfwunden und einen schmerzenden Zeh. Ich hatte einfach die Kontrolle über meine Bike verloren, doch zum Glück ist nichts weiter passiert es schmerzt nur ein wenig. Währen wir kurz Pause machten und ich mich erholte bekamen wir eine halbe Melone geschenkt, genau das richtige zum richtige Zeitpunkt. - Florian - Florian
Aus Martin's Tagebuch...
Hallo Ihr zu Hause und in der Ferne, was gibt es Neues zu berichten hier in Göksun? Wir haben nun 2mal 2 Platten mit den Schwalbe Surpreme und einmal 4 Platten mit dem Continental Topcontakt. Heute nach einem Sturz von Flo ging Gott sei Dank alle gut. Zum Glück durfte ich feststellen, dass meine Gabel hält obwohl ich bei Florians Sturz in den Straßengraben gefahren bin.
Als überaus gut erweisen sich die Scheibenbremsen besonders gut bei Abfahrten über 10%, ein vorsichtiges Bergabfahren ist natürlich dabei nicht außeracht zu lassen. Was auf dem Hochplateau von Nutzen ist, sind dicke Socken und eine Warme Jacke : ). Die Nächte hier sind bei ca. 1.500 m ziemlich frisch. Sogar der Snowfox Compact Schlafsack von Salewa (gut ok schon zweimal gewaschen) kommt an seine Grenzen.
Um die Reißverschlüsse vom Zelt zu schützen haben wir sie mit Seife eingeschmiert, damit sie geschmeidig bleiben. Normalerweise nimmt man hier Wachs, doch wenn keines zur Hand ist, nimmt man halt Seife. - Martin
27. August: 8. Etappe - Unfassbar und doch machbar
Aus Jeremy's Tagebuch... |
Etappe 8: von Istanbul nach Polatli |
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Aus Martin's Tagebuch...
Was ich zunächst über die Istanbuler Polizei sagen möchte ist: Danke! Da wollten wir über die im Süden liegende Brücke fahren, die Europa und Asien miteinander verbindet, und durften dies zunächst nicht. Doch die Wende kam als wir eindringlich darauf hinwiesen, dass es zu gefährlich sei mit dem Rad die Autobahn wieder zurück zufahren, so bekamen wir eine Polizeieskorte mit Blaulicht über die Brücke. Schade nur, dass es uns verboten wurde anzuhalten und Fotos zu schießen. Trotzdem vielen Dank für diese Freundlichkeit die uns keine Lire kostete. : )
Die Fahrt setzte sich fort am sehr schön ausgebauten Radweg am Marmerer Meer. Die Gegend hinter Izmit, also wenn man ab dort in den Süden fährt, wird sehr schnell sehr bergig. Die Straßen sind erstaunlich gut in Schuss und wir hatten die meiste Zeit Rückenwind. Dann ging es auch gleich los mit steilen Anstiegen über 1.500 Höhenmeter, belohnt wird man dafür mit einer sagenhaften Natur!!
Die gesamte Route von Izmit nach Polatli ist wirklich bemerkenswert schön und auf jeden Fall für jeden Biker eine lohnenswerte Strecke mit ordentlichen Herausforderungen, da die meisten Pässe weit über 1000 Meter liegen. ; ) Nur Mut, es lohnt sich! - Martin
Aus Florian's Tagebuch...
Unfassbar und doch machbar!
Solch eine Natur habe ich noch nie gesehen, sie ist so faszinierend, trocken und sehr heiß. Die Berge sind steil und es gibt krasse Anstiege und Abfahrten, bei solch extremen Belastungen müssen die Reifen eine Menge aushalten, denn ein platzen bei über 60 km/h könnte unangenehme Folgen haben. Der Reifen von Martin weist jedoch schon erhebliche Schwächen auf, welche notdürftig geflickt wurden. Bei solch steilen Anstiegen ist eine starre Gabel ein echter Vorteil, da der Lockout zu Kraftverlust führt.
Bis jetzt macht es einfach super Spaß, welche weite Strecken man mit dem Rad zurücklegen kann ohne größere Probleme oder Pannen zu bekommen. Weder mit dem Material, noch mit den Menschen, ganz im Gegenteil! Das Reisen mit dem Rad ist eine super Fortbewegung, da man ausgelastet ist und langsam genug fährt um die Natur in ihrer vollen Pracht zu genießen. Es ist ein echtes Gefühl von Freiheit... Wenn man den Berg hoch fährt und man kann nicht weiter sehen, kommt man irgendwann oben an und es breitet sich vor einem eine gewaltige Landschaft aus.
Wer jedoch dachte die Türkei sei günstig, der irrt. Der Liter Benzin kostet 3,28 TL( 1,60 Eur). Auch die Lebensmittel sind nicht sehr günstig.
- Florian
21. August: 7. Etappe - Ein Bein in Europa, ein Tritt nach Asien
Aus Florian's Tagebuch... |
Etappe 7: von Burgas nach Istanbul |
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Aus Martin's Tagebuch...
Der Anstieg bis zur Türkischen Grenze erwies sich als äußerst anstrengend, belohnt wurde man dafür mit einer sehr schönen Aussicht ins Bulgarische Grenzland.
Als wir nun in der Türkei ankamen und den ersten Imamaufruf hörten, war uns klar, jetzt beginnt der große Kulturumschwung. Nach der ersten Übernachtung in der Türkei trafen wir zwei Biker die nach Südafrika unterwegs waren. Ich dachte nur, das dieses Ziel wirklich sehr weit war und uns unser Ziel sehr klein uns greifbar machte.
Die Menschen hier sind sehr freundlich und hilfsbereit, dass sich manch ein Deutscher eine Scheibe davon abschneiden könnte.
Was auch sehr schön ist, ist der Wochenmarkt in den Kleinstädten. ; ) Da bekommt man gleich für 20 yenis (10 ct) drei Melonen (unglaublich).
Es scheint so, dass das rauf und runter der letzten Tage sich etwas legen würde, aber wir werden sehen. Der Gegenwind hat auch sein übriges dazugetan, das wir ziemlich müde sind und nun auf weniger Wind hoffen. - Martin
Aus Jeremy's Tagebuch...
Die Hälfte ist geschafft! Und was wäre cooler als die 3000 in Istanbul zu knacken? Dazu nehmen wir uns erst ein paar Tage Zeit um unsere weitere Reise zu organisieren, Karten zu holen, Räder aufzupimpen und Istanbul zu entdecken.
Bis jetzt haben Bikes und Ware sehr gut ausgehalten. Wir tauschen nun die Ketten um die Ritzel zu schonen und die hinteren Reifen werden mit den Vorderen getauscht um die Abnutzung zu minimieren. Platten haben wir jetzt fünf auf der Liste...nicht schlecht.
Das Hotel, welches wir in Istanbul direkt neben dem Bosporus in der Beşiktaş Stadtteil gefunden haben, ist mehr als Top. Für unter 20 EUR pro Person und sehr überhilfsbereite Hotelmanager sind wir echt gut gelandet. Der Manager Sayim begrüßte uns direkt mit Wasser und Tee, gab uns Tipps und Wegbeschreibung zum besten Istanbuler Baklava (wer es nicht kennt, schade ich sage nur Schokobaklava ist ein Traum) und das Abendessen im Restaurant für uns ausgehandelt.
Wer wenig Geld besitzt und es noch nicht kennt es ist Gang und Gebe, dass es ein Zweipreise System gibt: für Einheimische und für Touristen. Also nicht wundern wenn Ihr mehr oder weniger zahlt als der Nächste.
Da wir auch in der Türkei länger bleiben habe ich mir ein kleines Taschenwörterbuch gekauft. Es ist immer eine gute Idee sich sprachmotiviert zu zeigen, damit man nicht als gleichgültiger , verschlossener Westeuropäer rüber kommt...offen für Neues.
Von unserem Zimmer aus sehe ich Asien, nur noch über die Brücke und morgen fängt der zweite Teil unserer Reise durch ein neuen, fremden Kontinent an. - Jeremy
15. August: 6. Etappe - Erholung! Blauer Himmel, Schwarzes Meer
Aus Jeremy's Tagebuch... |
Etappe 6: von Bukarest nach Burgas |
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Aus Martin's Tagebuch...
Nach dem letzten Bericht gibt es gar nicht viel über das Material zu berichten, außer vielleicht, dass mein Tretlager knackt und wir von Tubus mitgeschickten Schnallen immer noch nicht installiert haben. Flos Lowrider hat sich voll bezahlt gemacht, da er des öfteren benutzt wurde.
Für Bulgarien haben wir eine richtig gute Karte 1: 330 000 gekauft, die auch sehr gut zu lesen ist. Was zu den schwierigen Abfahrten zu sagen ist, ist dass nach ca. 2.500 km nun fast die Hälfte der Spanngummis der Flaschenhalter nicht mehr spannen. Dies kann gefährlich werden, wenn eine längere Abfahrt ansteht und ein schlechter Straßenbelag vorliegt, da Wasserflaschen sehr gefährlich für den Hintermann sein können. Zuletzt noch etwas zum Schuhwerk.
Bitte bitte Ihr Langzeitreisenden achtet darauf,dass ihr Schuhe nutzt welche geruchsfreundlich bleiben!!!! Danke - Martin
Aus Florian's Tagebuch...
Was zu den aktuellen Ereignissen zählt, ist sicherlich die zwei trockenen Platten welche wir in den letzten Tagen auf uns nehmen mussten. Dabei mein ich trockene Übernachtungsmöglichkeiten ohne fließendes Wasser, hier wird dann die sog. Katzenwäsche benutzt, d.h das nötigste wird mit Wasser aus dem Wasservorrat gewaschen, so ist man wenigstens etwas sauber und hat ein angenehmes Gefühl.
Bei der einen Übernachtung kam eine geplatzte Nutellapackung dazu, welche sich in meinem gesamten Seesack verteilt hat, dann musste ich leider die gesamte Isomatte abschlabbern und den Sack auswaschen was anfangs lecker dann jedoch nervig wurde.
Doch endlich waren wir am lang ersehnten Schwarzen Meer welches alle Sorgen davon wehte wowowoow sauuuu gut, herrlich. Wir zelteten bzw. schliefen am Strand ohne Zelt da es meist verboten ist zu zelten, besonders am Strand. Deswegen haben wir nur in Schlafsack geschlafen und den wunderbaren Sternenhimmel beobachtet der uns täglich begleitet, ein echtes Geschenk....Wenn erst mal die Sonne untergegangen ist sind auch alle Touristen weg und man hört nur noch das Meer rauschen und von Fern Musik tönen.
Morgen wird es soweit sein, wir werden die Türkische Grenze erreichen wir freuen uns drauf, ich mich besonders auf die heißen Tage in voller Sonne ; ) - Florian
10. August: 5. Etappe - Die Rumänische Seuche
Aus Jeremy's Tagebuch... |
Etappe 5: von Sibiu nach Bukarest |
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Aus Martin's Tagebuch...
Wir benutzen eine Karte von Cartographia von 1:300.000. Sie ist sehr gut!! Die "weiß" eingezeichneten Straßen sind oft wie ein Packung Pralinen, was für gute oder schlechte Wege man vorfindet, weiß man oft nur im Nachhinein. Die "grünen" Straßen sind oft stark befahren(Bundesstraßen). Manchmal hätte nicht viel gefehlt und es wäre unangenehm geworden, da in Rumänen Biker eher eine Seltenheit sind.
Die "Weißen" sind mittelmäßig geteert bis sehr grob geschottert. Die "Grünen" beinhalten schlechten Fahrrillen. Bis hin zu super neuen Straßen, oft nur für Bikes verboten. Am Straßenrand findet man viele tote Tiere meist Hunde, welche nicht beseitigt werden. Es ist echt schade, dass die geplante Autobahn noch nicht existiert, obwohl sie schon in den Karten eingetragen ist! :( Dies würde zu einer enormen Entlastung der Bundesstraßen führen, was wiederum auch ein Traum für Biker wäre.
Ihr lieben, herzlichen und gastfreundlichen Rumänen bitte haltet eure Wege und Straßen sauber, wie auch eure Angelgebiete ;) Danke! Ja wie gesagt, man lernt den Dosenpfand in Deutschland zu schätzen! - Martin
Aus Florian's Tagebuch...
Auf unsere langen Reise haben wir nicht nur Wasser zum trinken, sondern wir benötigen auch Wasser zum duschen. Da wir zuletzt kein Bach oder Fluss hatten haben wir Wasserkanister genommen, unten Löcher rein gestochen und sie an den Baum zum duschen verwendet. Somit hatten sie zwei Verwendungsmöglichkeiten, einmal das Wasser zum trinken und das andere mal Wasser zum duschen.
Als es dunkel wurde und wir mal wieder Dunkelheit kochen mussten haben wir unsere Radlampen von Sigma zum leuchten an den Baum geknipst. Schon hatten wir wieder eine zweite Möglichkeit sie zu nutzen.
Vorgestern hatten wir einen kleinen Sturz bei dem die Bremse links verbogen und rechts abgebrochen war, nachdem wir versuchten sie wieder gerade zu biegen. Vorhin haben wir zwei neue Bremsen gekauft und sie in kurzer Zeit montiert, nun ist das Fahrrad wieder fertig und neuen Strapazen ausgesetzt. - Florian
04. August: 4. Etappe - Pferd vs. Autobahn, Neu trifft Alt
Aus Florian's Tagebuch... |
Etappe 4: von Hódmezövásárhely nach Sibiu |
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Aus Martin's Tagebuch...
Heute führte uns ein junger Mann der ein wenig deutsch sprach aus Arad... der hässlichsten Stadt heraus und vor uns bis Fantanele. Er erzählte mir, dass er jeden Tag 50 km zur Arbeit mit seinem super klapprigen Bike radelt, an dem ein Pedal schon halb weg war.
In Lipova überraschte uns eine Verkäuferin mit glänzendem deutsch. Dazu beriet sie uns, was wir am besten kaufen sollten, wenn wir gutes rumänisches Essen haben wollen.
Als wir dann nach Bata fuhren wurde uns von einem älteren Ehepaar Wasser aus einem Brunnen gegeben, Äpfel und Pflaumen geschenkt, sie waren sehr gastfreundlich. Danke an dieser Stelle!
Die Wunden des Unfallopfers heilen ganz gut - Dank dem Herrn. Heute Abend sind wir an einer Fährstation bei dem Örtlein Bulci, was an dem Fluss Mures liegt. Florian hat sich gestern beim Melonen schneiden in den Finger geschnitten - aber er lebt noch und es geht ihm gut. - Martin
Aus Jeremy's Tagebuch...
Na, was bleibt zu sagen. Die Bikes werden auf maximaler Belastung getestet. Die Schotterwege sind echte Herausforderungen für Laufräder, Gepäckträger und Rahmen. Zum Glück hält alles Tip Top aber aufpassen und jeden Abend kontrollieren ist wichtig. Noch ein Platter; unser Vierter. Schnellstens innerhalb von 5 Minuten sind wir wieder startklar.
Wir hatten gestern etwas Probleme mit dem Benzinkocher gehabt, es kam kein Gas mehr raus. Nach einer kompletten Demontage war er wieder intakt. An dieser Stelle noch ein Lob an den MSR Kocher, denn die Gaskartusche für den Campinggaskocher sind nicht immer leicht aufzufüllen.
Etwas Probleme hatten wir teilweise mit der Schaltung, bei einigen Tourmitgliedern. Dies zeigt aber wieder, dass sich mindestens LX oder besser XT für solche Touren lohnt.
Ich freue mich weiterhin über die Magura Federgabel,welche ihre Arbeit über die Schotterpiste hervorragend bewältigt. Unsere weitere Reise ist mit super Material gesichert und die Reise geht weiter.... - Jeremy
30. Juli: 3. Etappe - Willkommen im Mückenparadis
Aus Jeremy's Tagebuch... Adieu Fahrradwege ... ! Ab der Slowakei und Ungarn mussten wir uns leider von den spezial gebauten bequemen Radstraßen verabschieden. In Bratislava waren zwar Stückweise Radwege vorhanden, endeten jedoch plötzlich und waren komplett unbeschildert. Zum Flughafen haben wir z.B die dreifache Distanz hinterlegt als die Autofahrer, da wir nur zigzag Wege fahren konnte. |
Etappe 3: von Wien nach Hódmezövásárhely |
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Aus Martin's Tagebuch...
Wir sind in Keschkemet. Die Sonne scheint und es liegen noch 40 km vor uns. Das Material, was bisher mitgenommen wurde, ist bisweilen gut in Schuss. Was mich als einziges nervt, ist die Rohloff! Sie verliert schon wieder Öl und es liegen noch ca. 4.500 Kilometer vor uns. Was noch zu erwähnen wäre ist, dass jeweils 3 Platten bisher eingefahren wurden; einmal bei Schwalbe Supreme und zweimal bei Continental Top Contact. Was ich noch als zusätzlicher Mückenschutz bewährt hat, sind außer lange Kleider und Had auch Fahrradhandschuhe! Kleidung ist eh der beste Mückenschutz, da scheinbar alle gekauften Antimückensprays bei Donaumücken versagen. Als einfach unausgereift und deshalb oft untauglich, war die Kartenhalter der Vaude Fronttasche. Auch ein absoluter Reinfall waren die sehr teuren 5050XX Pedalen von Crankbrothers, die schon nach 2.000 Km mit den Lagern knackten. Was bei den Meisten zu Handproblemen führt sind die Griffe. Es gibt zwar tausende Sorten aber kaum welche die die Hand entlasten und gleichzeitig einen guten Griff haben. Der Verschluss der Ortliebsatteltaschen City Back Roller ist leider gegenüber dem Klassik Modell nicht so ausgereift. - Martin
Aus Florian's Tagebuch...
Es is unglaublich welch große Vielfalt Ungarn an Seen und Teichen zu bieten hat, Baggerseen mit super blauen Wasser aber jedoch auch Schnaken übersäte Teiche und Tümpel. Entweder man ist in Bewegung, im Zelt oder eingepackt in Kleidung oder man wird regelrecht aufgefressen. Es ist krass ehrlich gesagt. Autan oder Zitronella geben zwar ihr Bestes aber es ist unmöglich sich ganz zu schützen. Selbst in den Großstädten gibt es sie, die störenden Insekten. Das Stroh auf manchen Platten wurde frisch geschnitten und wir mussten es umknicken damit es nicht durchs Zelt sticht. Es wurde deutlich, dass die Ungarn freundlicher und empfänglicher sind als die Slowaken es waren. Der Reichtum am Strassen- oder Häuserbau ist deutlich erkennbar. Die Früchte die hier wachsen sind unheimlich süß und lecker besonders die Wassermelone ist ein Traum, ich freue mich schon auf den Süden denn dort wird das Obst umso süße.Das süße Obst ist jedoch nur am Straßenrand erhältlich denn im Supermarkt gibt es sie süßen Leckereien nur halb reif.... - Florian
24. Juli: 2. Etappe - Die große Strömung
Aus Jeremy's Tagebuch... Während ich
schreibe liegen wir im Zelt halb in einer Pfütze, die sich unter
unserem Zelt angesammelt hat. Heute Abend hat uns das zweite
Mega-Gewitter überrascht. Zum Glück hat es uns genug Zeit gelassen, um
das Essen vorzubereiten und es halbwegs während einer wahnsinnigen
Mückenattacke zu genießen. Die erste Sturmwelle ist vorbei und nun
droht die Zweite. Hoffentlich halten die Zelte. Hoffentlich fliegen
keine Baumtrümmer in Richtung Zelt. Schlafen ist außer Frage, wir
wachen um uns auf jede mögliche Situation vorzubereiten. So laut sind
die Tropfen, dass wir uns kaum verstehen können, aber bald wird es
vorbei sein und wir können Wien begegnen. Auf unseren
Touren sind sowohl positive als auch negative Erlebnisse gang und gebe.
So fuhren wir heute über 100 Km durch den heißesten Tag Österreichs,
zum Glück hat keiner einen Hitzeschlag erlitten. Das wichtigste dabei
ist trinken, trinken, trinken und da kann man nur dankbar sein für die
Freundlichkeit der Menschen, die uns kostenlos bei sich ca. 20 Liter
Wasser auffüllen lassen. Wir essen reichlich und ausgewogen
z.B heute Linsen-Bohnen-Oliveneintopf mit Tomatensoße und Brot. Unsere
Tagesspesen liegen im Moment bei 6 EUR pro Person und Tag. Aber in zwei
Tagen sind wir wieder zu siebt, was zur Entlastung der Tourenkasse
beiträgt. Wir hoffen rechtzeitig am Flughafen in Bratislava zu sein,
wir sind zuversichtlich; unsere Berechnung geht bis jetzt gut auf und
vorwärts fahren wir entschlossener denn je. - Jeremy |
Etappe 2: von Regensburg nach Wien |
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Aus Martin's Tagebuch...
Die Straßenverhältnisse der letzten Tage waren sehr interessant, da die Donau noch Hochwasser hatte. Die Wege waren teilweise bis zu 30cm hoch geflutet, so dass man in jedem Fall nasse Füße bekommen hat, was bei solch heißen Temperaturen jedoch kein großes Problem war und eine willkommene Erfrischung bot. Die letzten 100 km des Main- Donau Kanal sind für die Radmäntel eine echte Herausforderung, von starken Schlaglöchern mit groben Kies bis hin zu frisch asphaltierten Wegen war alles dabei.
In Österreich kann man auf sehr gut beschilderten Radwegen fahren, deswegen benötigten wir keine Karten! Das einzige zu bemängelnde waren die miesen, fast gar nicht zu erkennenden Bodenwellen. Die Bäume, die den Weg schön schmücken und gut Schatten spenden, haben leider die Angewohnheit ihre Wurzeln halb unter der Straße wachsen zu lassen; hier ist etwas Vorsicht und ein fester Griff am Lenker gefragt. - Martin
Aus Florian's Tagebuch...
Wir hatten unseren ersten Platten, der jedoch schnell geflickt werden konnte. Wir hatten den Ersatzschlauch sofort griffbereit und die Luftpumpe, somit war dies kein großer Aufwand.
Um die Kilometer festzuhalten haben wir zwei VDO Tachos ca. 80 EUR; wir haben extra zwei falls einer ausfällt (was bei uns kurz der Fall war). Die Wäscheleine bauen wir täglich aus Spannriemen, welche wir zwischen Bäume spannen und bei Sturm umeinander drehen um die Wäsche darin einzuspannen.
Da es Nachts meist kalt wird benötigen wir gute Schlafsäcke; wir nutzen dabei Daunenschlafsäcke, welche wir beim Transport maximal komprimieren können um Platz zu sparen. Eine Isomatte ist ebenso wichtig, hier achten wir auf den Komfort und den Inhalt des Geldbeutels. Die Isomatten liegen bei 10-120 EUR je nach Komfort und Bequemlichkeit. Die Hochwertigen sind meist von Thermarest, aufblasbar und überaus stabil. - Florian
18. Juli: 1. Etappe - Der Sprung ins kalte Wasser
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Etappe 1: von Mainz nach Regensburg |
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Aus Florian's Tagebuch...
Der R3 Radweg führt uns ab Mainz über Frankfurt und ist gut ausgeschildert und sehr gut zu fahren. Teilweise aus Schotter und somit sehr matschig bei Regen. Er führt durch hessische Ortschaften durch Frankfurt am Main entlang. Ohne Probleme führt der Radweg bequem am Ufer Frankfurt, meist eben und ohne große Schwierigkeiten, gut geeignet für längere Strecken.
Der Mainradweg führt weiter oft breit asphaltiert, wobei man die Natur wunderbar genießen kann.Je südlicher, desto schöner. Auf dem Main-Donauradweg geht es ewig am Donaukanal entlang meist auf Schotter. Dieser Kanal verbindet den Main und die Donau für den Binnenschifffahrtsverkehr. Dadurch ist es ein meist flacher Radweg mit nur wenig Höhenmeter. Dadurch ist ein lockeres und zügiges radeln möglich. Schleusen werden umfahren. Der oft gleiche Radweg hängt damit zusammen, dass der Kanal ein von Menschenhand künstlich angelegter ist. -Florian
Aus Jeremy's Tagebuch...
Wir sind noch ganz am Anfang unserer Reise. Nichts desto Trotz fahren wir mit Power vorwärts und auch unsere Teammitglieder nehmen die doch nasse Herausforderung fröhlich auf sich. Der Defekt am Tandem konnte in letzter Minute behoben werden; danke an Pedalpower für Ihre schnelle Reaktion.
Bis jetzt können wir auch glücklicherweise berichten, dass Ausrüstung und Räder völlig funktionieren. Die GORE-Tex Regenjacken kommen oft zum Einsatz und hielten uns auch bei schlimmstem Gewitter trocken. Der Benzinkocher erweist sich auch als super Alternative zum Gaskocher und liefert jede Menge Energie. Ein Tipp für alle, die ihr Essen gerne am Lagerfeuer essen möchten, Töpfe mit Griffen und Deckel sind ein Plus wenn mann sich nicht die Hände verbrennen möchte. Die Gepäckträgerschrauben mussten wir nachziehen, was normal ist bei neumontierten Träger.
Ansonsten müssen wir die Räder regelmäßig aufpumpen, bis jetzt jedoch sind wir ohne jeden Platten und Panne durchgekommen. Da wir Tag für Tag unsere Wäsche waschen, sind wir über die schnelltrocknenden Radtrikots erfreut. Leider regnet es bis jetzt durch und somit ist das tragen von nassen Kleidungststücken ein Muss und Genuss! ... Bis demnächst -Jeremy
13. Juli: Der Start
Es wird kein Spatziergang ... das merken wir mit jedem Schritt, je mehr wir uns dem Tag X nähern.
Die Letzten Sachen werden geholt, obwohl wir wissen, dass wir optimal ausgestattet sind, reichert sich der Stress der letzten Wochen an. "Wie könnte ich nur das Flickzeug und Ersatzbeläge vergessen!" Aber morgen geht es los und alle, Familien und Freunde sind am helfen. Wir fahren nicht allein, mindestens starten wir zu neunt. Zwei Rennradfahrer, die uns nur den aller erste Tag begleiten, zwei Frauen, die bis Bratislava und Bukarest mitreisen und ein Tandem-Team, das bis Wien an unsere Seite mitradeln wird.
Die ersten Probleme tauchen schon vor Beginn der Reise auf. Das Tandem, was wir selber zusammengebaut haben, ist nicht fahrtüchtig! Der nagelneue hintere Pedalpower-Freilauf ist hin und das nach etwa 30 km Vorprobenfahrten. Morgen, einen Tag vor dem Start, werden wir alles daran setzten die Nabe wort-wörtlich in Gang zu bringen. Solche Startprobleme sind Standard aber man ist nie darauf völlig vorbereitet. Wir haben ein Haufen Kilometer vor uns, die Wetterlage ist bis jetzt alles andere als optimal, trotzdem sind wir bereit ... wir starten!
Unbekanntes Gebiet erwartet uns und obwohl die Gedanken an Pannen, Unfälle, Krankheiten, schlechtes Wetter und böse Überraschungen uns plagen setzten wir unsere Augen und Hoffnung in die Höhe, befestigen die Taschen und treten in die Pedale fort ...
Auf Wiedersehen Mainz, bis bald! - Jeremy
11. Juli: Vorbereitungen - Die richtige Ausrüstung!
Eine Radtour mit 5.500 km muss gut vorbereitet sein um unterwegs keine bösen Überraschungen zu erleben. Unser Eurasien-Team hat sich in den letzten Wochen intensiv mit den Herausforderungen auf dem Weg nach Asien auseinandergesetzt und die wichtigsten Dinge für Sie zusammengefasst.
Vorgeschichte & Philosophie
Freiheit! Jedermann hat seine Definition und Vorstellungen davon was es genau bedeutet oder sein sollte. Sicherlich kann man sie sogar im Alltag spüren aber lasst uns den Lebenskomfort etwas senken, lasst uns größere Distanzen durch eigene Kräfte zurücklegen, lasst uns zu Nomaden werden und die Freiheit verstärkt spüren. Genau diese Freiheit ist gemeint wenn man von Extrem-Langzeit-Radreisen redet. Das Ziel und der Weg werden umgedreht; der Weg wird zum Ziel transformiert.
So war es nach dem Mauerfall für zwei junge Ostdeutschen möglich endlich über die Grenzen mit etwas Gepäck hinauszuradeln um Grenzenlosigkeit zu testen. Aus dieser spontanen Kurzreise wurde schließlich einen zwei-jähriger Weltumradlung. Dann hört man aus Kreisen der Bekanntschaft über einen Wandergeselle, der von Afrika mit einem Singlespeed, integrierten Holzklotzbremsen und zwei riesige Kanister Wasser über die Wüstenlandschaft durch Spanien und Frankreich nach Mainz gefahren ist um sich an einer andere Radreise-Gruppe anzuschließen, die die Ostsee umradeln wollten.
Auf einer völlig andere Wintertour vor ca. zehn Jahren entschieden sich spontan junge Reisende die "Tour nach Israel" zu planen. Wie wir aber alle leider wissen, Zeit ist ein Plan-Killer wenn man sich zu viel davon nimmt und die Tour gerät in Vergessenheit ... bis 2007!
Wir waren gerade aus einer Tour bis Afrika über Frankreich und Spanien zurückgekehrt, offensichtlich noch unter Einfluss der Tour-Droge, öffneten den Weltatlas und fragten uns wo die nächste Reise uns hinziehen würde. Die Antwort kam direkt. Wir werden das wagen, wovon bisher nur die Rede war ... Eurasien, die Tour nach Israel! So entstand vor zwei Jahre die Entscheidung doch weniger waren letztendlich dazu bereit, letztendlich waren es drei. Auf fast der gleiche Strecke wurde auch vor 6 Jahren die "Schwarze Meer Tour" wegen häufiger Materialmängel abgebrochen ... jetzt heißt es für uns, "Aus alte Ziele lernen, neue Wege wagen!"



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Hotel Çırağan (Beşıktaş, Istanbul)





















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