Helme für Radfahrer sind ein immer wiederkehrendes Thema. Hierbei geht es nicht nur darum, einen Helm zu tragen, sondern auch um die Einführung einer gesetzlichen Helmpflicht. Abseits der beiden Lager, die sich klar für oder gegen eine solche Helmpflicht positionieren, gibt es aber auch staatlich geförderte Kampagnen für Fahrradhelme.

Aktion "Ich trag' Helm"

Diese Kampagnen sollen die Menschen für das Thema sensibilisieren und ein größeres Bewusstsein für die eigene Sicherheit schaffen, sodass der Helm aus freien Stücken getragen wird, denn eins ist sicherlich unumstößlich: Ein Helm kann vor schwerwiegenden Kopfverletzungen schützen bzw. die Verletzungsschwere reduzieren.

Helmpflicht ja oder nein?

Ob eine gesetzliche Helmpflicht wie in Australien oder Neuseeland wirklich den gewünschten Effekt bringt, kann nicht mit 100%iger Sicherheit gesagt werden. Zwar gibt es inzwischen auch in Europa Länder, in denen eine allgemeine Helmpflicht eingeführt wurde, aber deutlich gesunken sind die Fahrradunfälle mit tödlichen Verletzungen seitdem nicht.

Ausschlaggebend ist bei den ganzen Diskussionen vor allem auch die Präsenz der Radfahrer in den jeweiligen Ländern. Denn je mehr Radfahrer es gibt, je mehr Radfahrer gesehen werden, desto mehr rechnen auch andere Verkehrsteilnehmer mit Ihnen und die Akzeptanz ist größer. Dadurch wird mit ihnen angemessener, d. h. gefährdungsärmer, umgegangen. Ist der Radverkehrsanteil sehr niedrig, dann besteht durchaus ein höheres Unfallrisiko, da Fahrradfahrer wesentlich weniger präsent sind.

Eine durchaus gelungene Kompromisslösung ist sicherlich die österreichische Variante, die eine Helmpflicht für Kinder bis einschließlich zwölf Jahre vorschreibt. Gerade bei Kindern sind Eltern die treibende Kraft und werden hierdurch auch gesetzlich in die Verantwortung genommen. Während von älteren Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erwartet wird, dass sie sich bewusst mit ihrer Sicherheit auseinandersetzen.

Laut der Bundesanstalt für Straßenwesen sind in den letzten zehn Jahren die Zahlen der

Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen - innerorts. BAST 06/12

Fahrradhelmnutzung nach Altersgruppen – innerorts. BAST 06/12

Helmträger leicht gestiegen. 2011 trugen in Deutschland etwa 56 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren einen Fahrradhelm, während die Zahlen bei Radfahrern ab 17 Jahren sogar nur zwischen vier und elf Prozent lagen. Diese Zahlen machen mehr als deutlich, dass gerade, was das Bewusstsein der Erwachsenen zum Thema Helm und Sicherheit betrifft, noch großer Nachholbedarf in Deutschland herrscht.

Eine Helmpflicht betreffend hält sich übrigens auch der ADFC, laut einem Zeitungsbericht der TAZ, eher bedeckt und vermeidet eine klare Positionierung: „Wer einen Helm nutzen möchte, der soll auch einen tragen“. Aber wirklich offensiv für Helme wird hiermit auch nicht geworben.

Kampagnen für freiwilliges Tragen eines FahrradhelmesPlakatkampagne "Ich trag' Helm"

Allerdings gibt es immer wieder größere Kampagnen anderer Organisationen, um die Menschen für das Thema Helmtragen zu sensibilisieren und das Bewusstsein für die eigene Gesundheit zu stärken. Unter anderem gibt es eine gemeinsame Aktion von der Deutschen Verkehrswacht und dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung „Ich trag‘ Helm“ zum freiwilligen Tragen von Fahrradhelmen. Da immer mehr Menschen, egal ob jung oder alt, auf das Fahrrad als Transport- und Fortbewegungsmittel zurückgreifen, soll die Aktion die Vorteile des freiwilligen Tragens von Fahrradhelmen in den Mittelpunkt rücken.

kostenlose Verteilaktion zur EM 2012Schon letztes Jahr gab es zur EM 2012 eine ähnliche Kampagne vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Kooperation mit der Initiative „Runter vom Gas“. Hierbei wurden rund 25.000 Sattelschoner mit dem aufgedruckten provokanten Slogan „Manchmal rettet nur ein Helm deinen A….” kostenlos verteilt. Die unmissverständliche Botschaft dieser Aktion lautete – Ohne Helm riskieren Fahrradfahrer Kopf und Kragen.

Zusätzlich bewirbt gerade der Kinderneurologie-Hilfe e.V.  zusammen mit dem Helmhersteller ABUS die Aktion Stadthelm.

Diese Kampagne ermöglicht es, durch die Identifikation mit der eigenen Stadt und einem Helm, der sich durch Form und Aussehen erkennbar abhebt, das Thema Helmtragen persönlicher zu machen und dadurch weiter zu emotionalisieren.

Trage den Helm deiner Stadt

 

Fazit

Wie schon am Anfang erwähnt, ist eine Tatsache unumstößlich: Ein Helm schützt den Kopf und kann Verletzungen verhindern oder zumindest das Risiko mindern. Gerade Kleinkinder und Kinder sollten daher immer einen Helm tragen! Am schönsten wäre es natürlich, wenn das Thema immer mehr ins Bewusstsein der Menschen rückt und diese den Helm aus freien Stücken zum Schutz ihrer Gesundheit tragen würden. Zusätzlich sollten aber auch infrastrukturelle Maßnahmen und verkehrspolitisches Umdenken dafür sorgen, dass der Straßenverkehr für alle Teilnehmer sicherer wird.

Helm auf – schützt den Kopf
5 (100%) 2 votes